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"Eta-Tourismus" - der ganz normale Wahnsinn?

Einige kamen sogar aus Frankreich, Österreich und Spanien. So etwas gab es bei Union noch nie!

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Marie-Louise Eta steht vor ihrer Bundesliga-Premiere am Samstag. © Imago

Einige kamen sogar aus Frankreich, Österreich und Spanien. So etwas gab es bei Union noch nie!

Selbst in der Champions-League-Saison vor dem Spiel gegen Real Madrid oder nach den Verpflichtungen von Robin Gosens oder Leonardo Bonucci hatte es im beschaulichen Köpenick keinen vergleichbaren Andrang gegeben.

Zu einer normalen Spieltags-Pressekonferenz finden sich immer so zwischen vier und acht Kollegen im Presseraum ein. Am Donnerstagmittag stiess der Raum an seine Kapazitätsgrenzen. Reporter-Kollegen, die schon sehr lange über Union berichten, nannten diese Ausnahmesituation humorvoll den "Eta-Tourismus". 14 Kamerateams waren bereits vor Ort, als Marie-Louise Eta pünktlich um 13:59 Uhr gemeinsam mit Medienchef Christian Arbeit den Raum betrat.

Ausverkauft: Der Presseraum von Union Berlin platzte am Donnerstag aus allen Nähten.
Image: Ausverkauft: Der Presseraum von Union Berlin platzte am Donnerstag aus allen Nähten.

Sympathisch, klar, selbstbewusst

Die neue Trainerin - und erste Cheftrainerin der Bundesliga-Geschichte - stieg auf ein kleines Podest. "Damit mich auch alle gut sehen können", scherzte Eta, die 1,63 Meter gross ist. Den Überblick hat sie so oder so!

Auf ihrer ersten Pressekonferenz als Headcoach präsentierte sie sich genau so, wie wir Reporter sie in den vergangenen Jahren erlebt haben: sympathisch, klar, selbstbewusst.

In den letzten fünf Saisonspielen wird Eta die Verantwortung tragen. Die Mission ist klar: Schon am Samstag gegen Wolfsburg gewinnen und sich somit rechnerisch dann wohl endgültig vom Abstiegskampf verabschieden. Und das ist Eta absolut zuzutrauen.

Eta lebt und liebt den Fussball

Ich habe sie in den vergangenen Jahren bei Union Berlin als fachlich wahnsinnig kompetent und akribisch erlebt. Sie lebt und liebt den Fussball - und das war ihr bei jedem Satz auf der Pressekonferenz anzumerken. Dass sie der Aufgabe und der Aufmerksamkeit absolut gewachsen ist, wenn am Samstag um 15:30 Uhr die Blicke Richtung Alte Försterei gehen, steht für mich ausser Frage. Warum auch nicht? Nur weil sie eine Frau ist?

"Loui", wie sie von allen genannt wird, dürfte sich nun vor allem darüber freuen, dass sie endlich Taten sprechen lassen kann. Ihre enorme Vorfreude auf das erste Spiel war ihr durchgehend anzumerken.

"Eta-Tourismus" 2.0 am Samstag

Dann werden wir mit Sicherheit noch einmal den "Eta-Tourismus" erleben, die Pressetribüne wird pickepackevoll sein. Und in der kommenden Woche ist es dann hoffentlich vollends Normalität, wenn Eta am Mittwoch die Spieltags-Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Leipzig abhält.

Dann können sich wieder alle auf das konzentrieren, worum es wirklich geht: Fussball.

Mehr zum Autor Lisa de Ruiter

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