Fischer und Mainz mit zäher Nullnummer – Manzambi immer wertvoller
Der erhoffte Befreiungsschlag blieb für Urs Fischer mit Mainz zwar aus, dafür geht die Erfolgsgeschichte von Johan Manzambi in Freiburg weiter. Ein Blick auf die Schweizer in den europäischen Top-5-Ligen.
In der Conference League bodigten die Mainzer am Donnerstag Samsunspor mit 2:0 und zogen erstmals in ihrer Klubgeschichte in die Achtelfinals eines europäischen Wettbewerbs ein. In der Bundesliga reichte es nach dieser schönen Premiere dagegen im Kellerduell gegen St. Pauli nur zu einer Nullnummer. Das Team von Urs Fischer, bei dem Captain Silvan Widmer nach 79 Minuten ausgewechselt wurde, war zwar die aktivere Mannschaft, entwickelte aber in einem zähen Spiel keine wirkliche Torgefahr – und ist damit nun schon seit elf Liga-Spielen ohne Sieg. Die Konsequenz aus dieser andauernden Baisse: Mainz geht als Schlusslicht in die kurze Weihnachtspause, mit einem Rückstand von sechs Punkten auf den rettenden 15. Platz. Übungsleiter Fischer ist in dieser besinnlichen Zeit gefordert, muss vor allem Lösungen für die harmlose Offensive finden. Nur gerade 13 Tore hat sein Team in der Bundesliga in 15 Spielen erzielt, so unproduktiv sind sonst nur noch die anderen beiden Kellerkinder Heidenheim und St. Pauli.
Premiere für Schmidt
Noch ist im Kampf um den direkten Ligaerhalt aber nichts verloren. Denn auch die anderen Klubs in der unteren Region der Tabelle zeigen nicht wirklich Muskeln. Augsburg spielte daheim gegen Bremen nur 0:0. Fabian Rieder wurde rund zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt, nachdem er keine entscheidenden Akzente setzen konnte. Sein Teamkollege Cédric Zesiger stand bei den Augsburgern erst zum fünften Mal in dieser Saison in der Startelf, spielte durch und sah seine vierte Gelbe Karte. Bei den Bremern durfte Isaac Schmidt erstmals überhaupt von Anfang an spielen und wurde erst in der Endphase ausgewechselt, zum zweiten Bundesligatreffer reichte es ihm aber nicht.
Die Bremer haben als Tabellenzehnte einen Vorsprung von neun Punkten auf Mainz – und dazwischen liegen noch andere Teams mit Schweizer Spielern, bei denen die Abstiegsgefahr noch längst nicht gebannt ist. Aufsteiger HSV trennte sich von Eintracht Frankfurt (90 Minuten mit Aurèle Amenda) 1:1. Miro Muheim spielte bei den Hamburgern durch, Silvan Hefti ist dagegen wie der ehemalige FCB-Verteidiger Noah Katterbach längst ausser Rang und Traktanden gefallen und muss trotz Vertrag bis 2028 darauf hoffen, im Januar einen neuen Arbeitgeber zu finden.
Ebenfalls im breiten, gegen hinten nicht abgesicherten Mittelfeld befindet sich mit dem 1. FC Köln, der gegen Union Berlin ohne den verletzten Innenverteidiger Joël Schmied 0:1 verlor, ein weiterer Aufsteiger Und auch Mönchengladbach, der frühere Klub des heutigen YB-Trainers Gerardo Seoane, ist seine Sorgen längst nicht los, verlor mit Nico Elvedi, aber ohne Goalie Jonas Omlin (Ersatz) das Borussia-Duell gegen Dortmund 0:2.
Zu wenig Spielminuten für Stergiou
Die Dortmunder mit Keeper Gregor Kobel bescherten sich mit diesem wichtigen Sieg ein bis auf die Probleme mit Karim Adeyemi ruhiges Weihnachtsfest und festigten den zweiten Platz. Der VfB Stuttgart verpasste es dagegen, mit einem Heimsieg Gegner Hoffenheim in der Tabelle zu überholen, kam ohne Luca Jaquez (verletzt) und Leonidas Stergiou (Ersatz) nicht über eine Nullnummer hinaus. Während Jaquez schon bald wieder ein fester Bestandteil der Schwaben sein wird, steht für Stergiou vielleicht eine Luftveränderung an. Ihm ist es nicht gelungen, sich nach seiner Verletzungspause ins Team zurückzukämpfen, so kam er in der ersten Saisonhälfte auf eine einzige Spielminute im Pokal. «Leo hat schon richtig gutes Bundesliga-Niveau gespielt und bei uns gezeigt, dass er das kann. Es kann auf Dauer nicht sein, dass er nicht auf dem Platz steht», sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeness kürzlich, als alle mit einem Leihgeschäft rechneten. Doch weil der VfB aktuell in der Defensive viele Verletzte zu beklagen hat, zögert er nun mit der Leihe nach Heidenheim. «Wir sind gerade nicht so breit aufgestellt in der Verteidigung», erklärte Trainer Hoeness nun. Entsprechend müsse man das Thema Stergiou und Heidenheim «weiter beobachten». Bis zum Ende der Transferperiode Ende Januar bleibe dafür noch Zeit. «Fakt ist, dass Leo viel zu wenig auf dem Platz steht», so Hoeness weiter, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen werde gemeinsam getroffen werden.
Ganz anders sieht es bei Johan Manzambi aus. Er beendete das Jahr mit einem 4:3-Sieg gegen Wolfsburg. Innenverteidiger Bruno Ogbus sass bei den Freiburgern nur auf der Bank, Manzambi hat sich dagegen längst zu einer fixen Grösse entwickelt, ist einer der Shootingstars der Liga und gab beim Siegtreffer den entscheidenden Pass. Seine Bilanz in dieser Bundesligasaison ist beeindruckend: 13 Spiele, drei Tore und drei Assists. Seine starken Leistungen widerspiegeln sich auch im Marktwert. Dieser wurde nun verdoppelt und beträgt geschätzte auf 30 Millionen Euro. In der Gerüchteküche werden bereits diverse interessierte Klubs gehandelt, von Napoli über Leverkusen bis hin zu Paris Saint-Germain. Affaire à suivre.
Während sich die Ligue 1 bereits in der Weihnachtspause befindet, wurde andernorts noch um Punkte gekämpft. In der Serie A kam Michel Aebischer mit Pisa zu einem 2:2 gegen Cagliari, sein Teamkollege Daniel Denoon drückte dagegen nur die Ersatzbank. Aufsteiger Pisa belegt damit in der Tabelle den zweitletzten Platz, zwei Punkte vor Schlusslicht Fiorentina, das ohne Simon Sohm (Ersatz) Udinese mit einer 5:1-Packunmg auf den Heimweg schickte. Während Sascha Britschgi (Parma), Yann Sommer und Manuel Akanji (Leader Inter Mailand), Remo Freuler (Bologna) sowie Ardon Jashari und Zachary Athekame (Milan) spielfrei waren, verlor der FC Genua gegen Atalanta 0:1 – Ersatzgoalie Benjamin Siegrist fehlte aber aufgrund eines Fingerbruchs im Kader.
Rodriguez und Xhaka schnuppern an Top 5
In Spanien spielte Djibril Sow gegen Real Madrid durch, während Ruben Vargas verletzt fehlte – Sow konnte die 0:2-Niederlage im für Real-Coach Xabi Alonso so wichtigen Spiel aber auch nicht verhindern. Ex-YB-Spieler Filip Ugrinic durfte beim 1:1 von Valencia gegen Mallorca etwas mehr als eine Stunde mitspielen und sah Gelb, sein Teamkollege Eray Cömert fehlte verletzt. Ricardo Rodriguez gewann mit Betis gegen Getafe 4:0, spielte durch und schnuppert in der Tabelle an den Top 5.
In England ist auch Aufsteiger Sunderland Captain Granit Xhaka an den Top 5 dran, nachdem es gegen Brighton zu einer Nullnummer und einem Punktgewinn gereicht hat. Am Sonntag kommt es dann zum Duell mit Noah Okafor, der mit Leeds gegen Crystal Palace 4:1 spielte und zehn Minuten vor Schluss durch den früheren FCZ-Offensivspieler Willy Gnonto ersetzt wurde. Fabian Schär verspielte mit Newcastle gegen Chelsea einen 2:0-Vorsprung und gewann immerhin einen Punkt. Zeki Amdouni fehlt bei Burnley (1:1 gegen Bournemouth) nach wie vor aufgrund seines Kreuzbandrisses. Dan Ndoye trifft mit Nottingham erst heute Abend auf Fulham und hat die Chance, mit einem Sieg den Gegner in der Tabelle zu überholen.