Nun präsentiert sich der langjährige Teamchef wieder der Öffentlichkeit in Silverstone. Was hat er vor?
Ein Jahr nach seinem Aus bei Red Bull ist der frühere Teamchef Christian Horner erstmals wieder im Fahrerlager der Formel 1 aufgetreten. Der ehemalige Boss von Sebastian Vettel und Max Verstappen besuchte ausgerechnet den Grossen Preis von Grossbritannien in Silverstone. Drei Tage nach dem letztjährigen Event hatte sich Red Bull nach viel Ärger von Horner getrennt.
"Ich habe meine Auszeit genossen", sagte der 52-Jährige, der Red Bull 20 Jahre als Teamchef geführt hatte. Dabei gewann der Renstall achtmal die Fahrer-WM und sechsmal die Konstrukteurs-WM. "Das erste Mal hatte ich Zeit abseits des Hamsterrads."
Im Herbst gibt's auch seine Memoiren
Horner wird seit seinem Aus immer wieder mit anderen Teams in Verbindung gebracht: von Aston Martin bis Alpine. Unter anderem gibt es aber auch Spekulationen, er könnte einen möglichen Einstieg des chinesischen Autoriesen BYD als potenzieller zwölfter Rennstall in die Formel 1 begleiten.
Horner, der im Oktober zudem Memoiren mit dem Titel "Drive" veröffentlicht, will nach eigener Aussage "das Richtige machen", um mit einem Projekt "am Ende des Tages zu gewinnen." Er sei jedenfalls "nicht in Eile", beteuerte der Mann des ehemaligen Spice Girls Geri Halliwell bei Sky Sport UK. Sein Auftritt legt aber nahe: Da will jemand wieder mitmischen.
Verlierer im Machtkampf bei Red Bull
Horners Aus bei Red Bull erfolgte inmitten einer sportlichen Krise. Seine Position war zusätzlich durch den Ärger um die Vorwürfe einer Mitarbeiterin geschwächt, die sich vom Teamchef unangemessen behandelt fühlte. Horner wurde jedoch bei einer internen Untersuchung freigesprochen.
Sein Aus war auch das Ende eines langen Machtkamps bei Red Bull. Horner führte auch die Technik- und Motorenabteilung, war zudem verantwortlich für das Marketing. Nach dem Tod des im Herbst 2022 gestorbenen Red-Bull-Mitgründers Dietrich Mateschitz wollte Horner seinen Einfluss ausweiten. Seine Gegner auf der Seite der Erben setzten sich aber durch.
dpa
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