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Irland, Schottland, Norwegen & Co.: Die Feel-Good-Stories der WM-Quali 2025

Patrick

Seit gestern ist sie Geschichte, die Qualifikation zur FIFA WM 2026 in Nordamerika. Und während sie in Ländern wie Schweden, Italien oder Dänemark für Ernüchterung sorgte, brachte sie andernorts absolut geschichtsträchtige Ereignisse hervor. Wir werfen einen Blick auf einige der grössten Gewinner der eben zu Ende gegangenen europäischen Qualifikationsphase.

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Noch emotionaler, kann man sich nicht für eine WM qualifizieren: Schottland ist nach 28 Jahren wieder dabei © IMAGO / Action Plus

Schottland

Episch, historisch, unglaublich. Beim Versuch Schottlands erste erfolgreiche WM-Qualifikation in 28 Jahren zu beschreiben, gehen einem schnell einmal die Superlative aus. Wer Sport und Emotionen mag, musste sich gestern Abend einfach mit den «Scots» freuen. Im Direktduell mit den in der Tabelle um einen Punkt besser dastehenden Dänen stand es bis zur 93. Minute 2:2, ehe Kieran Tierney mit seinem Schlenzer in die linke untere rechte Torecke dem Hampden Park zum sprichwörtlichen Beben brachte. Dasselbe Szenario wiederholte sich in Minute 99, als Kenny McLeans 4:2 von der Mittellinie (!) die endgültige Entscheidung herbeiführte. Und haben wir schon erwähnt, dass Scott Mc Tominay den Abend mit einem herrlichen Fallrückzieher (3.) erst so richtig lanciert hatte? Auch dank ihm darf sich die «Tartan Army» nun auf die Teilnahme am zweiten grossen Turnier in Folge freuen.

 

Irland

Eigentlich war man schon tot. Zwei Spieltage vor Ende der Qualifikationsphase in Gruppe F stand die «Republic of Ireland» nur auf Rang 3. Vor der Brust: die abschliessenden Quali-Spiele gegen den souveränen Tabellenführer Portugal sowie die zweitplatzierten Ungarn. Wer oder was hätte die Iren da noch retten sollen? Die Antwort: Troy Parrott, 23-jähriger Angreifer vom AZ Alkmaar, der den Endspurt dieser Qualifikatonsphase gemeinsam mit allen irischen Fussball-Fans nie mehr vergessen dürfte. Zwei Tore beim 2:0-Heimsieg gegen Ronaldos Portugiesen, gar ein Hattrick beim hochdramatischen 2:3-Erfolg in Ungarn, mit dem die « boys in green» den Magyaren das Ticket zu den WM-Playoffs in buchstäblich letzter Minute noch aus den Händen rissen. Dabei waren die Iren nach 80 Spielminuten noch mit 1:2 zurückgelegen, ehe Parrott mit seinen Toren Nr. 4 und Nr. 5 innnerhalb von drei Tagen die irische Fussballwellt auf den Kopf stellte. Mindestens bis März dürfen Parrott & Co. nun weiter von der ersten WM-Teilnahme seit 24 Jahren träumen.

 

Norwegen

Wenn man schon 28 Jahre auf die nächste WM-Teilnahme warten muss, kann man es auch einmal krachen lassen. Zum Beispiel im Stile von acht Siegen in acht Spielen, einem Torverhältnis von 37:5 und einer 11:1-Demontage gegen Moldawien. Die Rede ist natürlich von Martin Odegaard, Erling Haaland und den übrigen Norwegern, die in Gruppe I auch dem vierfachen Weltmeister Italien gehörig den Hintern versohlten (3:0 und 4:1). Der verdiente Lohn: Die vierte WM-Teilnahme in der norwegischen Geschichte und das bereits vorreservierte Label als «Geheimfavorit» beim anstehenden Grossanlass auf dem nordamerikanischen Kontinent.

 

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Und wieder Tor: Erling Haaland und Norwegen spielten in Gruppe I alles (und alle) in Grund und Boden (IMAGO / Sportimage)

Kosovo

Wer hätte das gedacht? Zumindest nach dem septemberlichen 0:4 in der Schweiz zum Auftakt in die Qualifikationsphase niemand. Doch dann beschloss die kosovarische Nationalmannschaft unter der Führung von Trainer Franco Foda einfach, im weiteren Verlauf der WM-Quali keine Gegentore mehr zu bekommen. Nicht gegen Schweden, nicht gegen Slowenien und auch nur noch einmal gegen die Schweiz, was im Endeffekt in den fünf darauffolgenden Spielen mit elf Punkten belohnt wurde. Rang 2 in Gruppe B und damit die erstmalige Qualifikation für eine WM-Playoff-Phase, ganze neun Jahre nach der Anerkennung des Kosovo durch die FIFA. Somit dürfen mit Leon Avdullahu, Albian Hajdari, Amir Saipi, Fidan Aliti, Andi Hoti und allenfalls auch Donat Rrudhani ein halbes Dutzend Spieler mit Schweizer Vergangenheit (oder Gegenwart) weiterhin von einer sommerlichen Turnierreise in die USA träumen.

 

Albanien

Wenn die Schweiz der grosse fussballerische Bruder des Kosovo ist, so ist Albanien der Mittlere. Auch nach der Verabschiedung von GC-Kapitän Amir Abrashi am vergangenen Wochenende, gibt es dank Berat Djimsiti (ex-FCZ), Arlind Ajeti (ex-FCB) und Nedim Bajrami (ex-GC) noch starken Verbindungen zum hiesigen Fussball. Aktuell machen sich die «Adler» nach zwei EM-Teilnahmen daran, sich erstmals auch für eine WM zu qualifizieren, nach dem sie in Quali-Gruppe K die etwas höher gehandelten Serben hinter sich lassen konnten. Was jetzt noch fehlt: Etwas Losglück für die Playoffs morgen Donnerstag und gerne auch etwas mehr Offensiv-Power, wenn es dann im Frühjahr um die Wurst geht. Sich darauf zu verlassen, dass man seine Spiele weiterhin mit 1:0 gewinnt (siehe Serbien, aber auch Andorra, Lettland oder Gibraltar) scheint mir keine verlässliche Strategie. Die beiden Stürmer Mirlind Daku (Rubin Kazan) und Armando Broja (Burnley) sind also gefordert.

 

Färöer Inseln

Der kleine Inselstaat (knapp 55'000 Einwohner) bei der WM? Nicht ganz, aber die zwölf Punkte, die die Färöer in Gruppe L einspielen konnten, sind durchaus der Rede wert. Allen voran der 2:1-Erfolg gegen Tschechien, der der «Reprezentace» beinahe den zweiten Gruppenrang hinter Kroatien gekostet hätte. Am Ende waren die Niederlagen gegen Montenegro und Kroatien aber eine zu grosse Hypothek für die Nordländer, die dennoch eine tolle Qualifikation spielten.

 

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