Johan Manzambi – der Stern am Schweizer Fussballhimmel
Er ist im Schweizer Fussball der Shootingstar des Jahres, glänzt in der Nati und der Bundesliga und hat längst das Interesse von grossen Klubs geweckt: Johan Manzambi, 20 Jahre jung und ein grosses Talent, das auch in Zukunft für Schlagzeilen sorgen wird.
Es ist ein Steigerungslauf, den der Genfer gerade absolviert hat. Im Januar 2023 wechselte er vom Servette-Nachwuchs nach Freiburg, begann auch in Deutschland in der U19, wurde ein halbes Jahr später ins Regionalligateam befördert. Und schon in der Saison 2024/25 kam er zu seinem Bundesligadebüt, als ihn Coach Julian Schuster gegen Heidenheim in der Schlussphase einwechselte. Es war der 21. September 2024, Manzambi war gerade mal 18 Jahre, 11 Monate und 7 Tage alt.
Kreativ und mutig
Und es war der Tag, an dem die Karriere von Manzambi richtig Fahrt aufnahm. Denn im vergangenen Jahr hat er sich in der Hierarchie der Freiburger nach oben gespielt. Er ist zum Stammspieler geworden und hat seine ersten Bundesligatore erzielt. Er wurde von Murat Yakin zum Nationalspieler gemacht und hat in seinen ersten acht Länderspielen bereits drei Tore erzielt. Damit hat er unterstrichen, dass er ein Top-Talent ist, dass er es mit seiner kreativen und auch mutigen Spielweise weit bringen kann.
Auch am vergangenen Samstag gegen die Bayern sorgte er für Aufsehen. Einerseits, weil er per Kopf das Tor zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung der Freiburger erzielte, andererseits, weil er sich auch danach tapfer wehrte, in der Defensive keinen Zweikampf scheute und auch in der Offensive Akzente setzte. Freiburg verlor zwar am Ende 2:6, doch Manzambi, der nach etwas mehr als einer Stunde Feierabend machen durfte, wurde vom Kicker gemeinsam mit dem Japaner Yuito Suzuki am besten benotet. «Es ist sehr schön, gegen die Bayern ein Tor zu machen, auch gegen Manuel Neuer», erklärte Manzambi später. «Ich habe auch gedacht, dass wir gewinnen können. Aber dann haben sie es gut gemacht. Bayern ist einer sehr gute Mannschaft. Da sie noch vor der Halbzeit das 2:2 erzielten, war es schwer für uns, wir haben fast nur noch verteidigt. Am Ende waren es leider sechs Gegentore.»
Interesse aus Neapel
Doch der Schweizer Mittelfeldspieler hatte einmal mehr eine beeindruckende Visitenkarte hinterlassen. Wie unsere Kollegen von Sky Sport Deutschland nun berichteten, liegen Manzambi zahlreiche Transfer-Anfragen vor. Am konkretesten ist aktuell das Interesse des italienischen Meisters SSC Neapel, der einen Ersatz für den verletzungsanfälligen Belgier Kevin de Bruye sucht. Der italienische Topklub soll bereits erste Gespräche bezüglich eines Wechsels geführt haben, peilt allenfalls eine Verpflichtung im Winter an. Ein Transfer würde aber ins Geld gehen. Manzambi hat in Freiburg im Sommer bis 2030 verlängert, sein Marktwert liegt bei 15 Millionen Euro – Tendenz stark steigend. Und auch eine Ausstiegsklausel fehlt in seinem Vertrag, so dass Freiburg die Konditionen bestimmen kann. Bisheriger Rekordabgang der Breisgauer war Kevin Schade, der für 25 Millionen Euro zu Brentford wechselte. Es ist eine Summe, die auch für Manzambi schon bald aufgerufen werden könnte, vor allem, wenn er mit Freiburg in der Bundesliga und in der Europa League und mit der Nati dann vor allem auch an der WM weiterhin glänzt.
Und das tut Manzambi aktuell. Er wirkt im Mittelfeld als Dirigent, Kreativspieler und Ideengeber und hat einen «unglaublichen Tordrang, den ich noch selten bei einem Spieler gesehen habe», wie Nationalcoach Murat Yakin unlängst sagte. Wir müssen ihn sorgsam aufbauen, er hat alle Voraussetzungen für die Startaufstellung, allerdings haben wir starke Offensivspieler, die die Abläufe kennen.» Und: «Johan ist auf einem guten Weg, wir sind sehr glücklich über seine Entwicklung.»
Die Anfänge auf dem Schulhausplatz
Tatsächlich, Johan Manzambi greift nach den Sternen, ist auf dem Höhepunkt seiner noch jungen Karriere, die einst in Genf auf einem Schulhausplatz begann. «Als ich Kind war, habe ich immer auf diesem Platz gespielt – ohne Rasen. Ich habe mit den Kollegen von meinem Bruder gespielt. Ich war sehr klein. Als ich zum Beispiel fünf Jahre alt war, habe ich mit Jungs gespielt, die 13 oder 14 Jahre alt waren. Ich denke, das hat mir schon geholfen», so Manzambi, der sich dann dem Nachwuchs von Servette anschloss und mit 17 Jahren nach Freiburg weiterzog, wo er nun durchstartet. «Es geht alles so schnell», erklärte er nun. «Ich geniesse das. Aber ich weiss, dass ich noch lange nicht am Ende meiner Entwicklung bin.» Bei Freiburg ist Manzambi längst eine fixe Grösse. Trainer Julian Schuster lobte kürzlich in der NZZ seine Bereitschaft, in jedem Training hart zu arbeiten und sagte: «Johan denkt auf dem Feld immer nach vorne, erzeugt Torgefahr und ist abschlussstark, kann sich mittlerweile in den Zweikämpfen behaupten.» Auch Nationalcoach Murat Yakin ist von seinem neuen Juwel begeistert: «Er ist ein Teamplayer, stets mit einem Lächeln im Gesicht.» Manzambi sei vielseitig einsetzbar, im zentralen Mittelfeld, als Flügel und auch als Spitze, seine Bewegungen mit dem Ball seien schwer berechenbar für den Gegner.
Und der 20-Jährige überzeugt mit Demut, bleibt trotz des Erfolges auf dem Boden und gilt als Musterprofi. So sagte er nun: «Ich muss eine gute Saison absolvieren, damit ich an die WM gehen kann. Bis dahin gilt: arbeiten, arbeiten, arbeiten.» Ich mache viel Regeneration, im Stadion und zu Hause. Ich fühle mich fit, bin noch jung und hoffe, ich kann noch viele Jahre so weitermachen.» Und daran zweifelt aktuell wohl niemand.