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Kann Rieder die Bayern erneut ärgern?

Andy

Die lange Länderspielpause ist endlich vorbei, nun dominiert wieder der Klubfussball. Ein Spiel, auf das viele Fussballfans schauen werden, ist am Samstag der Bundesliga-Spitzenkampf zwischen dem FC Augsburg und Rekordmeister Bayern München. Mittendrin ist dabei Fabian Rieder.

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Fabian Rieder präsentiert sich bei Augsburg in blendender Verfassung und fordert am Samstag die Bayern. © IMAGO / kolbert-press

Dass die Bayern an der Spitze mitmischen, war zu erwarten. Aber dass der FC Augsburg nach den Spielen gegen Schalke, Frankfurt, Leverkusen und Bremen auf Rang 4 steht, kommt eher überraschend. Massgeblich beteiligt an diesem Höhenflug des FCA, der die letzte Saison auf dem neunten Platz beendet hat, ist Fabian Rieder.

Führungsspieler und Leistungsträger

Der Schweizer Nationalspieler, der im Sommer 2025 von Rennes zu Augsburg weitergezogen ist, trug in den ersten vier Spielen in seinem Team die Captainbinde, wurde nur einmal vorzeitig ausgewechselt (gegen Schalke, sieben Minuten vor Schluss) und glänzte mit einem Tor und drei Assists. Er ist in seinem Team Führungsspieler und Leistungsträger, was sich auch in seinen Statistiken widerspiegelt: Er hat 44,7 Kilometer zurückgelegt, 46 Sprints und 234 intensive Läufe in vier Spielen absolviert und kommt auf einen Top-Speed von 31,99 Stundenkilometern – er gehört in allen Bereichen zu den Besten in seinem Team.

Unter Manuel Baum ist er als Sechser gesetzt, der Trainer bezeichnet ihn auf dieser Position als «herausragend». Und auch Rieder selber fühlt sich im defensiven Mittelfeld pudelwohl: «Wenn ich ehrlich bin, ist meine beste Position schon auf der Doppel-Sechs.» Doch der Profifussball ist kein Wunschkonzert, und speziell Murat Yakin sieht es anders, verweist auf die vielen potenziellen Sechser in seinem Team und sagt: «Solange ich genügend Optionen habe, wird Fabian nicht auf der Sechs spielen.» Rieder wäre mit der Aufgabe im Nationalteam «unterfordert», wie Yakin gegenüber dem «Blick» sagte, weil er in der Nati zu statisch spielen müsste: «Er braucht Laufvolumen. Er hat in den Spielen unglaubliche Sprintwerte.»

Rieder selber, mit seinen 24 Jahren noch am Anfang seiner Karriere, nimmt es pragmatisch: «Ich kann mich sehr gut in den Dienst des Teams stellen, letztlich spielen wir für unser Land und das ist das Wichtigste.» Gleichzeitig sagt er über sich selber: «Ich gehe gerne in die Zweikämpfe, ich habe gerne den Ball am Fuss, ich starte Läufe in die Tiefe, die den Gegner vor Probleme stellen.»

Die einzige Bayern-Niederlage

Es sind Qualitäten, die er nun auch gegen die Bayern einbringen will. Für den Schweizer ist es das dritte Aufeinandertreffen mit dem Starensemble aus München. Im Oktober 2024 verlor er mit Stuttgart in München 0:4, am 24. Januar 2026 gelang dann aber die Sensation, als Rieder und Augsburg in München 2:1 gewannen. Es ist ein Spiel, das dem Rekordmeister in schmerzhafter Erinnerung geblieben ist, denn es war die einzige Niederlage in den letzten 47 Bundesliga-Spielen.

Bayern-Trainer Kompany erwartet auch jetzt wieder eine schwierige Aufgabe, wie er an der Medienkonferenz erklärte: «Den FCA zeichnet es aus, dass sie sehr kompakt stehen und am Ball sehr gefährlich sein können. Sie haben viel individuelle Qualität. Sie haben da mehr, als die Leute manchmal denken. Sie sind mit Schwung in die Saison gestartet.» Zudem haben die Münchner ja eine Rechnung offen: «Wir haben letztes Jahr ein Bundesliga-Spiel verloren, das war gegen Augsburg. Es bleibt ein Derby, und es ist auswärts.»

Sprinten wie die Wahnsinnigen

Natürlich sind die Münchner in diesem Derby die Favoriten. Doch Augsburg nimmt die Challenge an und gibt sich kämpferisch: «Entscheidend ist, dass wir den Fokus auf uns legen», sagt Trainer Manuel Baum. Die Münchner hätten «auf nahezu jede Situation eine Lösung, personell wie taktisch». Deshalb gehe es darum, die eigene Spielweise auf den Gegner abzustimmen und die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen. «Intensität wird wichtiger sein als der Inhalt. Jeder muss in jeder Sekunde wie ein Wahnsinniger sprinten, damit wir Balldruck erzeugen und verhindern, dass sie ins Ziel spielen können, so Baum. Wie ungleich das Duell eigentlich ist, lässt sich aber den Marktwerten entnehmen. Augsburg kommt auf 192 Millionen Euro, Bayern auf 1,04 Milliarden. Der Wert von Fabian Rieder wird mit 15 Millionen Euro beziffert, bei den Münchnern sind nur Nachwuchsspieler Ndiaye (8 Mio.), Ladenhüter Sacha Boey (7 Mio.), Oldie Manuel Neuer (4 Mio.) und Ersatzgoalie Sven Ulreich (0,5 Mio.) günstiger. Doch bekanntlich schiesst Geld keine Tore. Abgerechnet wird auf dem Platz. Und da darf man gespannt sein.

 

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