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Lara Gut-Behrami droht nach Trainingssturz das Karrierenende

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Statt einer Abschiedssaison mit dem Höhepunkt bei den Olympischen Spielen unweit ihres Wohnorts in Italien droht Lara Gut-Behrami das abrupte Karriereende.

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Noch ist unklar, wie es mit Lara Gut-Behrami weitergeht © KEYSTONE/EPA/GIAN EHRENZELLER

Die beunruhigende Nachricht zum Sturz von Lara Gut-Behrami erreichte am Freitagmorgen via "Blick" die Schweiz. Wie Swiss-Ski daraufhin mitteilte, war die zweifache Gesamtweltcupsiegerin tags zuvor im Super-G-Training in Copper Mountain, Colorado, gestürzt. Erste Abklärungen vor Ort deuten auf eine Verletzung am linken Knie hin.

Gemäss Informationen des "Blick" soll sich Lara Gut-Behrami beim Sturz eine Gehirnerschütterung zugezogen haben. Ausserdem werde ein möglicher Kreuzbandriss und ein Meniskusschaden befürchtet.

Diese Mutmassungen bestätigte die Athletin gegenüber ihrem langjährigen Vertrauensarzt, wie "Le Nouvelliste" am Freitagnachmittag Schweizer Zeit berichtete. Olivier Siegrist erzählte der Walliser Zeitung, Gut-Behrami habe mit ihm telefoniert. "Sie hat mich angerufen und mir gesagt, dass sie mich sehen möchte, weil ich ihr Knie kenne", so der Chirurg. Im Telefonat mit dem "Nouvelliste" lässt Siegrist durchblicken, dass sich Gut-Behrami im linken Knie das Kreuz- und Innenband gerissen habe.

Diese Verletzungen wurden jedoch von Swiss-Ski auf Anfrage von Keystone-SDA nicht bestätigt. In einem Interview mit "Blick" bestätigte Swiss-Ski-Cheftrainer Beat Tschuor am Freitagabend nur, dass sich seine Top-Athletin beim Sturz in Copper Mountain in den USA eine "leichte Gehirnerschütterung" zugezogen hat und dass "das linke Knie eine Verletzung zu haben scheint. Es ist aber überhaupt nicht klar. Alles, was man liest, sind Spekulationen." Man wisse erst in einigen Tagen nach weiteren Untersuchungen mehr, so Tschuor.

Wie Rainer Salzgeber, der Rennchef von Gut-Behramis Skiausrüster Head, gegenüber dem "Blick" bestätigte, war die Schweizerin bei einer Bodenwelle mit der Hand an einem Tor hängengeblieben. Danach habe sie sich überschlagen. Salzgeber bezeichnete den Sturz als "heftig".

Sollte sich die schwere Knieverletzung bewahrheiten, dürfte diese das Karriere-Ende der 34-Jährigen bedeuten. Die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin hatte stets betont, dass die Saison mit den Olympischen Winterspielen im Februar in Italien als Höhepunkt ihre letzte Saison sein werde.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Super-G-Olympiasiegerin die Schattenseiten des Skirennsports kennenlernt. Ihr linkes Knie war schon einmal von einer schweren Verletzung betroffen. An der Heim-WM 2017 in St. Moritz hatte sie sich beim Einfahren für den Kombinations-Slalom einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskus-Verletzung erlitten.

Dies war jedoch nicht ihre erste grosse Verletzung. Zuvor hatte Gut-Behrami die komplette Saison 2009/10 verpasst, nachdem sie in der Vorbereitung im Riesenslalom-Training in Saas-Fee nach einem Innenskifehler schwer gestürzt und sich eine Luxation an der rechten Hüfte zugezogen hatte.

Die nun drohende Zwangspause trifft eine Athletin, die in den vergangenen Jahren wie kaum eine andere gelernt hat, auf ihren Körper zu hören. "Das Risiko ist zu hoch. Ich will nicht, dass eine Verletzung meine Karriere beendet", hatte Gut-Behrami im Oktober 2024 gesagt, als sie sich in Sölden nach dem Einfahren kurzfristig gegen einen Start entschied. Damals waren viele Kleinigkeiten zusammengekommen - Knieprobleme, eine Grippe, mentale Müdigkeit. Es brauchte Mut, als Vorjahressiegerin zurückzuziehen und offen einzugestehen, sich nicht bereit zu fühlen.

Für Gut-Behrami war dieser Schritt Teil eines Lernprozesses: zu akzeptieren, dass im Spitzensport nicht immer alles möglich ist. "Es war ein Schlüssel, um langfristig Erfolge zu feiern, denn es half mir, im Kopf gesund zu bleiben", sagte sie rückblickend. Dass es nun ausgerechnet sie trifft, die ihre Grenzen so bewusst wahrnimmt und sich sonst konsequent schützt, verleiht dem Sturz in Colorado zusätzliche Tragik.

Dabei war die letzte Saison für Gut-Behrami gut angelaufen. Ende Oktober beim Weltcup-Start in Sölden fuhr die 48-fache Weltcup-Siegerin im Riesenslalom als Dritte auf Podest. Mit ihrem 101. Podestplatz zog sie mit der Schweizer Rekordhalterin Vreni Schneider gleich, die auch in der Sparte der meisten Weltcupsiege mit 55 die nationale Nummer 1 ist.

Nun wollte sich Gut-Behrami bei optimalen Bedingungen in Nordamerika auf den Speed-Auftakt in der zweiten Dezember-Woche in St. Moritz vorbereiten. Vor den zwei Abfahrten und einem Super-G im Engadin macht der Frauen-Weltcup allerdings noch in Copper Mountain, Colorado, und im kanadischen Tremblant Halt. An diesen zwei Stationen hätten für Gut-Behrami total gleich drei Riesenslaloms auf dem Programm gestanden. Stattdessen bangt sie nun um die Fortsetzung ihrer Karriere.

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