Klopp-Debüt mit Licht und Schatten: Beim 1:1 gegen die Niederlande zeigt das DFB-Team plötzlich wieder Leidenschaft, Tempo und Zusammenhalt. Fussballerisch ist aber noch einiges zu tun. Fünf Erkenntnisse aus dem ersten Spiel unter Jürgen Klopp.
Von Patrick Berger und Kerry Hau
Das DFB-Team kämpft wieder!
Die Einstellung hat gestimmt. Intensität, Leidenschaft, Feuer, Zusammenhalt - top. Klopp hat die Mannschaft offenbar in kurzer Zeit aufgeweckt. Bedingungsloses Verteidigen über den gesamten Platz, gegenseitiges Pushen, gute Körpersprache. Symbolisch: Auch bei Rudelbildungen hält das Team zusammen. Dazu die Gier auf Tore. Dass der Ball vor dem 1:0 und nach der Verletzung von Brobbey nicht ins Aus gespielt wurde, zeigt: Das Team hat nichts mehr zu verschenken!
Tempo als Waffe!
Das Klopp-Debüt hat gezeigt: Der neue Bundestrainer sieht Tempo als adäquates Mittel. Mit Adeyemi, Schade und Co. will Klopp vor allem über die Flügel Vollgas geben.
Auch Klopp kann nicht zaubern!
Fussballerisch hakt es noch. Der Klopp-Stil braucht Zeit. Teilweise wirkte es ungeordnet und chaotisch auf dem Platz - genau das hatte Klopp allerdings angekündigt. Die Automatismen fehlen noch. Sowohl im Spiel nach vorne als auch in der Defensive passte die Abstimmung noch nicht. Vor allem defensiv ist noch sehr viel Luft nach oben. Wo Klopp offenbar zaubern kann: Durch sein Auftreten und seine Art hat er die Anhänger sofort hinter sich gebracht. Die Wahrnehmung der Fans ist nach dem 1:1 positiv - obwohl die Mannschaft auch in diesem Spiel haarsträubende Fehler gemacht hat.
Hoffnung auf Problem-Position!
Mit seiner unbekümmerten Art hat der 25 Jahre alte Debütant den Fans Spass bereitet. Er rannte, ackerte und ärgerte Top-Star Cody Gakpo. Treu bereitete sogar das Tor mit vor. Beim Gegentreffer hing er nach Gnabrys Ballverlust allerdings mit in der Fehlerkette. Insgesamt aber ein Auftritt, der mit Blick auf die bisherige Problem-Position Hoffnung macht - jene Position, die unter Nagelsmann notgedrungen Kimmich bekleidet hatte.
TW-Thema bleibt zunächst bestehen!
Ter Stegen wandelte zwischen Genie und Wahnsinn. Er zeichnete sich zwar mehrfach stark aus, spielte aber auch brutale Fehlpässe, die glücklicherweise nicht bestraft wurden. Bei seinem Debüt konnte die Barça-Legende damit noch kein Statement setzen.
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