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Make or break: Philipp Kurashev spielt in San Jose um NHL-Zukunft

Youns

Er ist der wohl unbekannteste Schweizer NHL-Stürmer: Philipp Kurashev, 26 Jahre alt und seit dieser Saison Stürmer bei den San Jose Sharks. 2018 von den Chicago Blackhawks gedraftet, kämpft der gebürtige Münsinger aktuell um seinen Platz in der besten Liga der Welt und erlebte dort kürzlich die bislang erfolgreichste Woche seiner Karriere.

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Hat in dieser Saison auch schon gegen die "Swiss Devils" getroffen: Philipp Kurashev (2. v. r.) bejubelt sein Tor beim Heimsieg Anfang November © Keystone / AP / Godofredo A Vasquez

Ans Verlieren gewöhnt

25, 42, 49, 53 und 46. Was sich wie die aktuellen Lottozahlen liest, ist in Tat und Wahrheit die Anzahl Niederlagen der Chicago Blackhawks seit dem Beginn der Spielzeit 2020 / 2021. In jenem Jahr debütierte Philipp Kurashev bei der «Original-6-Franchise» aus dem Mittleren Westen und kennt seither eigentlich nichts anderes als den ständigen Wieder- oder Neuaufbau. Für kurze Zeit flackerte in der Saison 23/24 etwas Hoffnung auf, als der Schweizer an der Seite des damaligen Nummer-1-Drafts Connor Bedarf stürmen und (insgesamt 54 Mal) skoren durfte, jener Höhenflug war jedoch von temporärer Dauer. Auf eine schlechte WM, folgte eine verletzungsbedingt schwierige Vorbereitung und eine fast schon logisch schwache Spielzeit 24/25. Ganze 14 Punkte (7T, 7A) sammelte der vielseitige Angreifer in 51 Spielen, die Kurashevs Letzte für die Blackhawks sein sollten und in den Augen diverser Beobachter sogar seine Zukunft in Nordamerika gefährdeten. Doch schon am ersten Tag der Free-Agency-Periode fand der schweizerisch-russische Doppelbürger etwas überraschend einen neuen Arbeitgeber.

 

Ähnliche Aufgabe, neue Hoffnung in San Jose

Vom Lake Michigan ging es rüber an die amerikanische Westküste, genauer nach San Jose, wo ein ebenso erfolgloses und junges Team auf Philipp Kurashev wartete. Und so enttäuschend die Zeit in Chicago für den Berner schlussendlich verlaufen sein mag -  vermutlich wurde er genau aufgrund seiner Erfahrungen in der Windy City in die Bay Area gelockt. Auch bei den Sharks suchte man nach einem passenden Akteur, um das eigene, mit zahlreichen Top-Picks (Nr. 1 Macklin Celebrini, Nr. 1 Will Smith, Nr. 7 Will Eklund) garnierte Roster mit etwas Scoring und Erfahrung zu ergänzen. Und da war ein vergleichsweise kostengünstiger (1,2 Mio. USD), erfahrener (333 NHL-Spiele) und hungriger Spieler wie Kurashev eine durchaus attraktive Option. Und bislang kann man mit dem Ergebnis der neuen Partnerschaft aus der Perspektive der Sharks durchaus zufrieden sein. Nach 18 Spielen haben die in den letzten Jahren dauerverlierenden Kalifornier bereits 19 Punkte auf dem Konto und sind zumindest zu diesem noch frühen Zeitpunkt der Saison Teil des breiten Tabellenmittelfelds in der Western Conference.

 

Gefordert: Mehr Konstanz

Für den weiteren Saisonverlauf gilt deshalb für die Sharks und Kurashev in gleichem Masse: mehr Konstanz muss her. Das klappte zuletzt bei der 1990 gegründeten Franchise (7 Siege aus 10 Spielen) besser als beim Schweizer Offensivakteur,  der einem schwachen Saisonstart (5 Spiele, 1 Skorerpunkt), inklusive temporärer Verbannung auf die Tribüne, seine mit Abstand beste Woche in der NHL folgen liess. Zwischen dem 25. Oktober und 2. November verbuchte der Linksschütze in sechs Partien nicht weniger als achte Punkte und eine Plus-6-Bilanz, was Kurashev die ligaweite Auszeichnung als 3. Star der Woche einbrachte. Seitdem schrumpften die Skorerwerte allerdings wieder beträchtlich (ein Punkt in fünf Spielen), was auch damit zusammenhängt, dass die Schusseffizienz des Münsingers von zeitweise über 20% auf aktuell 14,3% (für die gesamte Saison) zurückging. Immerhin: Kurashev verzeichnet weiterhin so viele Abschlüsse wie noch in seiner Karriere (über zwei pro Spiel) und kann so durchaus darauf hoffen, dass sich seine Werte im weiteren Verlauf der Saison irgendwo zwischen dem Hoch Ende Oktober und den Tiefs davor und danach einpendeln werden, zumal er unverändert am rechten Flügel der zweiten Sturmformation sowie im zweiten Powerplay zum Einsatz kommt. Kann er sein aktuelles Standing im Team halten, dürfte sich das auch positiv auf Kurashevs NHL-Perspektiven im Anschluss an diese Spielzeit auswirken, sei es weiterhin als Teil der Sharks oder aber im Free-Agent-Pool ab kommendem Juli. Es liegt nun an ihm zu zeigen, dass er in der besten Liga der Welt durchaus dazu in der Lage ist, nicht nur sporadisch ein Mehrwert für sein Team sein zu können.

 

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