"Meine Gefühlslage ist etwas anders"
Nach dem 1:2 im Play-In-Heimspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers zeigt sich der Berner Trainer Heinz Ehlers nicht unzufrieden - Captain Ramon Untersander sieht das anders.
Obwohl die Berner am Samstag zu Hause gegen Biel (4:0) eine starke Leistung zeigten, erschienen bloss 13'965 Zuschauer zur ersten Partie der zweiten Play-In-Runde gegen die Lakers - der zweittiefste Wert in einem SCB-Heimspiel dieser Saison. Was sie von ihren Lieblingsspielern sahen, darüber waren sich zwei Exponenten der Gastgeber uneinig.
Der Berner Trainer Heinz Ehlers war gegenüber den Medien nicht unzufrieden: "Ich habe gerade zu den Jungs gesagt: Normalerweise sind wir immer frustriert, wenn wir verlieren. Klar stört es uns, dass wir unterlagen, aber ich denke, die Spieler haben heute alles gegeben. Über das Energieniveau kann ich mich jedenfalls nicht beschweren. 32 Schüsse aufs Tor und dann hatten wir wahrscheinlich 20 weitere, die daneben gingen - das würde ich jedes Spiel nehmen. Sie hatten 21 Torschüsse. Normalerweise sollte man eine solche Partie gewinnen." Auf die Frage, warum aus seiner Sicht nur ein Treffer gelungen sei, antwortete Ehlers: "Komm schon!"
Ramon Untersander sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, als er auf Ehlers’ Aussage angesprochen wurde: "Meine Gefühlslage ist etwas anders. Wir hatten uns mehr vorgenommen, haben es aber nicht geschafft. Am Ende kann man so viele Torschüsse haben, wie man will. Es braucht die nötige Qualität - Screens, Ablenker. Ihnen gelang ein Ablenker-Tor. Klar ist es zum Verzweifeln, aber es ist nicht der Moment, den Kopf hängen zu lassen. Wir müssen weiter schiessen und schiessen. Am Ende ist es irgendwo Mathematik: Je mehr Schüsse, desto höher die Chance, dass einer ins Tor geht."
Der SCB hatte schon gegen Biel das Hinspiel mit einem Tor Unterschied (3:4 nach einem 1:4-Rückstand) verloren. Zwar treten die Berner diesmal im zweiten Spiel auf fremdem Eis an, doch macht es in dieser Saison keinen grossen Unterschied, ob sie im eigenen Stadion spielen oder nicht. In der Qualifikation lautete die Bilanz sowohl zu Hause als auch auswärts 12:14 Siege. Das letzte Duell in Rapperswil-Jona gewannen sie 2:0.
Untersander: "Wenn jeder noch ein Prozent mehr Energie hineingibt, den anderen Kollegen pusht - das sind die kleinen Dinge, die am Ende gross werden können. Die Erfahrung der ersten Play-In-Runde hilft sicherlich. Jedoch sollte die Niederlage genug Ansporn sein, noch mehr zu wollen."