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Amir Abrashi "Nach dem 0:2 waren wir eigentlich schon tot"

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Der Grasshopper Club Zürich durchlebt schwierige Zeiten. Im Cup-Viertelfinal gegen Sion gelingt ihm ein spektakulärer Sieg. Den Schwung will das Team mit in die Meisterschaft nehmen.

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Sinnbild für den Sieg der Grasshoppers: Neuzugang Michael Frey, der sein Team in die Verlängerung rettete © KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

Nach dem verrückten Sieg tönt der Song des Zürcher Musikers Nöggi "Nume GC" mit dem Refrain "Nume GC! Nume GC! Nur GC günnt dä Match!" durch die Lautsprecher des Letzigrunds. Jener Song, der im Sommer 2024 auf Geheiss der amerikanischen Besitzer aus dem Stadion verbannt worden war, wobei in einem Statement ausgeführt wurde, der Verein habe zu sehr in der Vergangenheit gelebt.

Tatsächlich liegen die Erfolge der Grasshoppers schon einige Zeit zurück. Den letzten Titel holten sie 2013, als sie den Cup gewannen. Nun stehen die Zürcher in diesem Wettbewerb erstmals seit 2018 wieder im Halbfinal - sie siegten im Viertelfinal gegen Sion nach einem 0:2- (72.) und 2:3-Rückstand (85.) mit 4:3 nach Verlängerung.

Nicht einmal 4000 Zuschauer sahen das Spektakel im Letzigrund, was einiges aussagt. Jedoch sorgten die GC-Fans nach dem 1:2 von Jonathan Asp Jensen (76.) für eine Stimmung, als wäre das Stadion deutlich voller. Vor dem Anpfiff verlangten sie auf einem Transparent "Zaubered", was das Team nach dem Anschlusstreffer dann auch tat.

GC-Trainer Gerald Scheiblehner war an der Medienkonferenz auch zu Sprüchen aufgelegt. "Ich habe hier in der Schweiz zum ersten Mal über Weihnachten hinaus im Cup überlebt. Das ist ein gutes Zeichen." Das jeweils frühe Ausscheiden in Österreich sei mit ein Grund für den Weggang gewesen.

Ein Sonderlob sprach der 48-Jährige dem Neuzugang Michael Frey aus, der das Team mit dem 3:3 in der dritten Minute der Nachspielzeit in die Verlängerung rettete und auch sonst sehr präsent war. "Er war unsere Lokomotive, an dem sich alle orientiert haben", sagte Scheiblehner. "Du brauchst Spieler mit Erfahrung, die vorangehen. Er war heute kaum zu bändigen, das war der Unterschied zu den Partien zuvor."

Der 31-jährige Frey stiess in der vergangenen Woche von den Queens Park Rangers zu GC. Er gilt als kein einfacher Spieler. "Ich will Wahnsinnige in meiner Mannschaft, weil ich selber wahnsinnig bin", sagte Scheiblehner. Wenn dieser Wahnsinn in die positive Richtung gehe, dann liebe er solche Spieler. "Er hat eine unfassbare Mentalität."

Glücklich über die Verpflichtung von Frey ist auch Captain Amir Abrashi, der nun bei der Teamführung wichtige Unterstützung erhält. "Ich bin richtig froh, dass er hier ist. Er ist ein sensationeller Transfer, ein Spieler, der immer alles gibt. Er ist enorm wichtig für unsere junge Mannschaft."

Der 35-jährige Abrashi gab in der 112. Minute sein Comeback, nachdem er zuletzt am 4. Oktober gespielt hatte. Zuvor pushte er das Team mit Worten. "Nach dem 0:2 waren wir eigentlich schon tot, ich kann im Moment kein besseres Gefühl haben", sagte er. "Wir sahen, was mit dieser Mannschaft, die nie aufsteckt, machbar ist. Wir können nun etwas träumen, müssen aber trotzdem am Boden bleiben und schauen, dass wir den Schwung in die Meisterschaft mitnehmen können."

Frey ergänzte: "Der Cup ist eine andere Geschichte, hat überhaupt nichts mit der Meisterschaft zu tun." In dieser sei jede Partie eigentlich wie ein Final - die Grasshoppers liegen aktuell auf dem zweitletzten Tabellenplatz mit einem Vorsprung von sechs Punkten auf das Schlusslicht Winterthur. "Natürlich brauchen wir noch etwas Stabilität, aber wir sind auf einem guten Weg", so Frey. "Ich sehe, wie das Team jeden Tag unglaublich hart arbeitet, im Kraftraum, vor dem Training. Wir sind stets sehr lang auf dem GC-Campus, und das wird sich mit der Zeit auszahlen." Am Samstag sind zu Hause die Young Boys der Gegner. Und vielleicht gibt es ja schon bald den nächsten besonderen Anlass, bei dem "Nume GC" wieder erklingt.

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