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Nach Jahren voller Schwierigkeiten zurück auf der Weltbühne

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Ajla Del Ponte kehrt nach vier Jahren voller Schwierigkeiten und Zweifel endlich ins Rampenlicht zurück. Am Samstag wird die Tessinerin bei der Hallen-WM in Torun über 60 m starten.

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Geschafft! Ajla Del Ponte freut sich über die Qualifikation für die Hallen-WM © KEYSTONE/ANDREAS BECKER

"Es ist eine Erleichterung", sagt die Tessinerin im Gespräch mit Keystone-SDA. "In diesem Winter gab es wieder Momente des Zweifels. Ich habe mich wirklich gefragt, ob der Durchbruch noch kommen würde. Ich war wieder frustriert", erzählt die Fünfte über 100 m an den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.

Geduld ist seit 2022 zwangsläufig zum Credo der 29-Jährigen geworden. In den letzten vier Jahren hatte sie mit einer Reihe von körperlichen Problemen zu kämpfen und litt zudem unter depressiven Phasen. "Aber ich habe immer Resilienz bewiesen", betont sie.

Und diese Beharrlichkeit hat sich schliesslich ausbezahlt. In St. Gallen bei den Schweizer Hallen-Meisterschaften Ende Februar steigerte sie sich im Lauf des Tages (7,28 Sekunden im Vorlauf, 7,21 im Halbfinal, 7,15 Sekunden im Final) und holte sich das Ticket für die Indoor-WM in Polen.

"Es ist eine Erleichterung nach allem, was mir in den letzten vier Jahren widerfahren ist. Und ich konnte das mit meinen Eltern und meinem Bruder teilen, die dabei waren. Ich konnte ihnen zeigen, dass ich all diese Opfer nicht umsonst gebracht habe", erzählt die Athletin, die vom Freiburger Trainer Laurent Meuwly betreut wird.

Endlich von ihren körperlichen Beschwerden befreit, freut sich Ajla Del Ponte darauf, unbeschwert laufen zu können. "In der zweiten Woche unseres Vorbereitungslagers Anfang Dezember habe ich gemerkt, dass ich weder im Quadrizeps noch in der Achillessehne Schmerzen hatte", erinnert sie sich. "Es war fast schon seltsam", amüsiert sich die Wahl-Niederländerin, für die körperliche Schmerzen fast zum Alltag geworden waren. Nun kann sie ohne Angst nach vorne blicken. Und davon träumen, wieder an die Spitze zu gelangen.

"Das gibt mir wieder mentale Stabilität. Gleichzeitig hat sich mein Stress-Level verringert: Ich muss nicht mehr an den nächsten Scan denken, den ich machen lassen müsste. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass ich mich ohne körperliche Probleme vorbereiten konnte", betont die Sprinterin.

Del Ponte kann sich somit wieder Ziele setzen, ohne Angst zu haben, die körperlichen Beschwerden würden sie daran hindern, diese zu erreichen. Für Torun ist das oberste Ziel, ihre Saisonbestzeit von 7,15 zu unterbieten. "Ich hoffe, dass ich die Halbfinals erreichen kann, indem ich diese Zeit verbessere", erklärt die Tessinerin, die unter den in Torun über 60 m antretenden Läuferinnen die 16. beste Zeit des Jahres 2026 vorweisen kann. "Aber unter 7,10 ist die Konkurrenz enorm", dämpft sie die Erwartungen.

Werden wir bald die Ajla Del Ponte der Version 2021 wiedersehen? "Nein. Die gibt es nicht mehr", entgegnet die Sprinterin ohne zu zögern. 2021 war sie ebenfalls in Torun Hallen-Europameisterin über 60 m geworden, bevor sie im Sommer mit Platz 5 im Olympiafinal von Tokio (10,91) und damaligem Schweizer Rekord in La Chaux-de-Fonds (10,90) glänzte. "Ich bin nicht mehr dieselbe Person. Ich habe seitdem so viel erlebt", seufzt sie. "2021 war ich sorglos. Alles passierte mir zum ersten Mal, ganz natürlich. Alles war so cool, alles war rosig."

Jetzt sei sie bodenständiger, meint sie. "Ich würde natürlich gerne wieder das Niveau erreichen, das ich damals hatte, aber mit einer neuen Reife. Ich weiss nicht, ob mir das gelingen wird. Aber meine Erfahrungen machen mich zu einer gefährlicheren Gegnerin."

Der Blick geht über Torun heraus. 2025 war sie bereits als Ersatzläuferin der 4x100-m-Staffel für die WM in Tokio nominiert und kam nach der Verletzung einer Kollegin sogar zum Einsatz (Vorlauf-Out). Heuer will sie Ende Juli an den Schweizer Meisterschaften in Zürich um den Titel über 100 m kämpfen und eines der drei Einzel-Tickets für die EM in Birmingham lösen.

Nun steht aber Torun im Vordergrund. Und der Wettkampf an der Weichsel in Polen steht unter einen guten Omen. 2021 hatte sich die Tessinerin das Ticket für die Hallen-EM in Torun mit 7,15 bei den nationalen Meisterschaften gesichert. 2026 sind es wiederum 7,15 bei der Hallen-SM. Ein Kreis könnte sich geschlossen haben, und ein neuer Zyklus beginnt, der sie bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles führen soll. "Ich brauche vor allem Rückenwind", schliesst sie auf die Frage, was man ihr für den weiteren Verlauf ihrer Karriere wünschen könne.

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