Nachwuchs-Fahrer Manser vor Gold in der Abfahrt
Sandro Manser steht in St. Moritz vor dem Schweizer Meistertitel in der Abfahrt. Der 20-jährige Innerschweizer führt nach 30 Fahrern vor den Weltcup-erprobten Alessio Miggiano und Stefan Rogentin.
Manser hatte bereits in den Trainings überzeugt. Allerdings bleibt der sportliche Wert des bevorstehenden Titels begrenzt: Zum einen fehlten mit Marco Odermatt, Franjo von Allmen und Alexis Monney die nationalen Top-3-Fahrer im Abfahrts-Weltcup. Andererseits zog beispielsweise Rogentin, der bei der letzten Zwischenzeit noch in Führung lag, das Rennen nicht voll durch. Mit diesem Vorgehen zerstört er nicht die FIS-Punkte der nachfolgenden jungen Fahrer, deren zeitlicher Rückstand massiv in die Berechnung der FIS-Zähler einfliesst.
Manser hat die Selektion für ein Weltcuprennen noch nie geschafft. Das wird sich ändern. Im Europacup holte er in der vergangenen Saison in der Abfahrt vier Podestplätze, in Saalbach beim Finale und zuvor in Santa Caterina ging er sogar als Sieger hervor. Diese Resultate bescheren ihm in der kommenden Saison einen Fixplatz im Weltcup.
Gefahren wird dieser Tage in St. Moritz auf der Corviglia-Piste, auf der jeweils auch die Weltcup-Rennen im Engadin stattfinden. Der Start befindet sich auf 2685 m ü. M., der Zielbereich liegt rund 600 m tiefer. Bei der Startzeit um 7.45 Uhr war die Piste kompakt. Allerdings hinterliessen bereits die ersten 30 der 94 gemeldeten Starter deutliche Spuren.
Auch vier Athleten aus dem Ausland nutzten die Schweizer Meisterschaften zum Formtest. Der bekannteste war der Italiener Guglielmo Bosca, der im Weltcup schon in die Top 10 gefahren ist. Mehr als Platz 13 lag für ihn diesmal nicht drin.