Nadja Kälin soll Fähndrich zur Medaille führen
Die wohl letzte Chance auf eine Schweizer Langlauf-Medaille ist am Mittwoch im Teamsprint. Etwas überraschend soll Nadja Kälin dafür sorgen, dass Nadine Fähndrich in guter Position übernimmt.
Es war wohl kein einfacher Entscheid - und einer mit Konsequenzen, der für etwas Unruhe sorgt. Es ist Nadja Kälin, die im Teamsprint den Kontakt zur Spitze halten soll, um Nadine Fähndrich auf der letzten Ablösung die Chance auf einen Podestplatz zu geben, und nicht Anja Weber.
Die Enttäuschung bei der Zürcher Oberländerin, für die die Olympischen Spiele damit zu Ende sind, sitzt offenbar tief. "Sehr enttäuscht" schreibt Weber auf Instagram. "Ich wurde gerade darüber informiert, dass ich nicht für den Teamsprint nominiert wurde. Ohne überzeugende und transparente Argumente. Wie das Ganze abgelaufen ist, ist weder fair noch akzeptabel." Der Frust ist verständlich. Die 24-Jährige war in den letzten Jahren und nach dem Rücktritt von Laurien van der Graaff die Standardpartnerin Fähndrichs, lief mit dieser zweimal im Weltcup auf das Podest und holte vor einem Jahr WM-Bronze.
Kälin hat hingegen erst vor dreieinhalb Wochen im Goms erstmals einen Teamsprint auf höchster Ebene bestritten und dort mit Alina Meier den 6. Platz belegt. Für die Trainer spricht aber die Formkurve für die ebenfalls 24-jährige Engadinerin. Sie hat im Val di Fiemme vor allem mit dem 4. Platz im Skiathlon, aber auch über 10 km (14.) und in der Staffel überzeugt. Weber hingegen hatte auf das Skating-Rennen über 10 km verzichtet - um sich für den Teamsprint zu schonen.
Nun liegt die Verantwortung bei Nadja Kälin, um Fähndrich in die Position zu bringen, um die Medaillen kämpfen zu können. "Ich sage immer, sechs Sekunden kann ich zulaufen", meinte Fähndrich auch diesmal. Im Teamsprint absolvieren zwei Athleten abwechselnd jeweils drei Ablösungen, diesmal in der Skating-Technik. Der oder die Sprintstärkere läuft die letzte Runde. Aufgrund der drei Ablösungen (und der Qualifikation respektive Halbfinal) sind aber nicht reine Sprintqualitäten gefragt.
Fähndrich strebt nach zwei WM-Medaillen - 2021 Silber mit van der Graaff, 2025 Bronze mit Weber - eine erste Olympiamedaille an, nachdem es im Einzelsprint und mit der Staffel Enttäuschungen gegeben hat. Es wäre auch erst die zweite überhaupt für die Schweiz bei den Frauen nach der überraschenden Staffel-Bronze 2002. Ob die Form der Luzernerin tatsächlich so gut ist, wie sie es im Vorfeld dachte, wird sich weisen müssen. Die bisherigen Rennen verliefen jedenfalls nicht nach Wunsch.
Bei den Männern sind die Chancen auf einen Spitzenplatz deutlich gesunken. Zwar weisen Valerio Grond und Janik Riebli bereits drei Weltcup-Podestplätze auf, doch der Bündner war im Vorfeld krank und der Innerschweizer Riebli letzte Woche. Der Start der Finals ist um 11.45 Uhr.