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Neues Jahr, neues Glück? Neujahrswünsche für die 12 Superligisten

Patrick

Wunschlos glücklich? Nach dieser Vorrunde vielleicht der FC Thun, seines Zeichens erfolgreichster Aufsteiger der SL-Geschichte. Aber auch im Berner Oberland gedeihen mit Blick auf das erste Halbjahr 2026 grosse, vielleicht sogar kühne Hoffnungen. Wir werfen einen Blick auf den Wintermeister, seine elf Verfolger und die Wünsche, die (theoretisch) kreuz und quer durch die Ligalandschaft spriessen.

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Nur Augen für den Ball: Bleiben Thun (hier Christopher Ibayi in rot) und St. Gallen (links im Bild) auf Kurs, ist für die beiden Aussenseiter 2026 alles möglich © Keystone / Peter Klaunzer

FC Thun: Scheuklappen

Kopf runter, Augen zu und durch: Wenn der FC Thun seiner sensationellen Vorrunde 2025 (Rang 1 mit 40 Punkten) eine noch sensationellere Rückrunde 2026 folgen lassen möchte, darf er vor allem eines nicht tun: Anfangen darüber nachzudenken, wie aussergewöhnlich gut seine Aussichten eigentlich sind, als Aufsteiger direkt den Meistertitel zu erringen. Bei Halbzeit beträgt der Thuner Vorsprung nämlich nicht nur drei Punkte und (deutlich) mehr auf die Konkurrenz, die Oberländer punkten in den bisherigen 19 Meisterschaftsspiele vor allem auch so regelmässig, wie das für gewöhnlich nur echte Titelkandidaten t(h)un. Deshalb ist die Losung klar: Weitermachen wie bisher und sich bloss nicht vom eingeschlagenen Weg ablenken lassen.

 

FC St. Gallen: Standhaftigkeit & Coolness

Als quasi einziges Team dem FC Thun wirklich auf den Fersen: Der FC St. Gallen, in der Tabelle nur drei Punkte hinter den Berner Oberländern platziert. Klar, werden in der Ostschweiz da Sehnsüchte nach dem ersten Titel seit 26 Jahren wach, umso mehr Grün-Weiss in Alessandro Vogt (8 Tore) über den Shooting-Star der ersten Saisonhälfte verfügt und auch im Cup (im Viertelfinale wartet der FC Basel) noch dabei ist. Für Hüppi, Maassen & Co. gelten vorderhand deshalb folgende zwei Verhaltensregeln: 1) Sich sämtlichen Avancen grösserer Klubs hinsichtlich der Personalie Vogt zu widersetzen und im Anschluss 2) in den wichtigen Momenten der Rückrunde die Nerven zu behalten. Dies gelang in der jüngeren Vergangenheit zu wenig, weshalb sich der FCSG in den letzten Jahren u.a. «nur» zum Vizemeister und zweifachen Cupfinalisten kühren konnte. Sind die St. Galler in den kommenden Wochen und Monaten auf den Punkt bereit, könnte im neuen Jahr mehr drin liegen.

 

FC Lugano:  Ein Portion «Reverse Mojo»

Die Situation vor einem Jahr: Der FC Lugano stieg als hoffnungsvoller Wintermeister in die Rückrunde 2025 und stürzte im Anschluss gnadenlos ab. Die Situation zur Nati-Pause im September: Rang 11 nach sechs Spieltagen und eine saisonübergreifende Krise, die einfach kein Ende nehmen wollte (neun Siege in 24 Partien). Die Situation heute: Rang 3 mit 33 Punkten und formstärkstes Super-League-Team seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu jenem Zeitpunkt. Somit müssen die Bianconeri den eingeschlagenen Weg in der Rückrunde eigentlich «nur» fortführen, um am Ende den Titel nach 77 Jahren wieder einmal an den Monte Salvatore zu holen. Das ist natürlich einfacher gesagt, als getan, weshalb den Tessinern eine Extra-Portion «worst-to-first»-Energie eigentlich nur gut tun kann. Kann diese die Winterpause überdauern, kann Lugano ein Jahr nach dem grossen (Rückrunden)Absturz womöglich das grosse (Rückrunden)Comeback feiern.

 

FC Basel: Penalty for Dummies

Wer kennt sie nicht, die weitverbreitete Bücherreihe mit Tipps zur erfolgreichen Ausübung diverser beruflicher oder freizeitlicher Aktivitäten. Stets simpel gehalten und so aufschlussreich, dass ein jedes Hindernis überwindbar erscheint. Genau diese Art von Anleitung könnte auch der FC Basel gebrauchen, und zwar für eine der simpelsten Aktionen, die ein Fussballspiel zu bieten hat: Den erfolgreichen Elfmeter, der den Baslern in der Meisterschaft zuletzt fünfmal in Folge vorbehalten blieb, ehe mit Koba Koindredi endlich wieder einmal ein Bebbi ins Schwarze traf. Zuvor hatte u.a. der einst unfehlbare Penalty-Schütze Xherdan Shaqiri dreimal hintereinander verbaselt, was den FCB in der Endabrechnung schlussendlich drei Punkte kostete. Mit der richtigen Anleitung, könnte sich der Meister in der Rückrunde zumindest diesen offensiven Problems entledigen.

 

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FCZ-Cheftrainer Dennis Hediger: Durchschnittliche Bilanz, längerfristige Perspektive. (Keystone / Peter Schneider)

BSC YB: Eine Zeitmaschine

Die grösste Enttäuschung der SL-Vorrunde 2025? Der BSC Young Boys, seines Zeichens umsatzstärkster Klub der Schweizer Beletage und in der Tabelle nach 19 Spieltagen mit 29 Punkten und 38 Gegentoren trotzdem lediglich auf Zwischenrang 5 zu finden.  Da wünscht man sich in der Bundesstadt direkt die Vergangenheit zurück, jene Zeit, in der die Berner die Liga in den Jahren 2017 bis 2021 beinahe nach Belieben dominierten. Das Positive daran: Der Erfolgstrainer jener Zeit, Gerardo Seoane, steht in Bern seit Ende Oktober wieder auf der Kommandobrücke. Dummerweise fegt der bewährte Trainerbesen bislang jedoch deutlich weniger effektiv durch den Wankdorf, wie noch beim ersten Mal. Unter dem ehemaligen Leverkusen- und Gladbach-Trainer ist die Bilanz zur Winterpause sogar noch trüber als unter Vorgänger Contini. Vielleicht hilft da wirklich nur die Zeitmaschine.

 

FC Sion: Den Status Quo

Seit zweieinhalb Jahren oder 103 Pflichtspielen sitzt er auf der Sion-Bank: Didier Tholot, Stehaufmännchen unter den über 40 Walliser Übungsleitern seit 2000 und beim vierten Engagement so erfolgreich, wie zu seinen besten Zeiten (Cupsieg in den Jahren 2015 und 2009). Die Sandoz-Trophäe liegt auch in diesem Jahr noch im Bereich des Möglichen (Gegner im Viertelfinal ist GC), fast wichtiger ist aber, dass es dem ehemaligen französischen Angreifer gelungen ist, das besitzende Duo Constantin und somit den gesamten Club zu beruhigen. Vorbei sind vorderhand die Zeiten eines Mario Balotellis, Anton Miranchuks oder sonstigen Transferflops im rot-weissen Walliser Dress, dafür versammelt sich im Tourbillon ein guter Mix aus solider Super-League Schaffenskraft (Numa Lavanchy oder der Oberwalliser Jan Kronig), verkannten Spätzündern (Rilind Nivokazi) und starken Individualisten (Benjamin Kololli, Anthony Racioppi oder Ilyas Chouaref). Gut genug für einen Platz in den Top 6 in der Vorrunde, in der Rückrunde liegt eventuell sogar noch etwas mehr drin. Immer vorausgesetzt natürlich, Christian und Barth Constantin packt nicht plötzlich wieder die Sehnsucht nach (längst verblichenen) grossen Namen aus dem ganz grossen Fussball.

 

FC Zürich: Den richtigen Trainer

Vier Wochen. Das war all die Zeit, die Dennis Hediger benötigte, um die FCZ-Verantwortlichen von seiner Eignung für den Cheftrainer-Posten zu überzeugen. Denn in der Zeit vom 8. November (3:2 gegen Luzern) bis zum 6. Dezember (2:2 gegen den FCW) sammelte der Neo-FCZ-Head offensichtlich die notwendigen Punkte (zehn) und Argumente, um sich bei den latent kriselnden Stadtzürchern des Interim-Labels zu entledigen. Nun steht der 39-Jährige mit permanenter Perspektive an der FCZ-Seitenlinie und das nach einer herbstlichen Gesamtbilanz von zehn Spielen, elf Punkten und 15:19 Toren, die mit vorweihnachtlichen Niederlagen gegen Lugano und Thun abgerundet wurde. Nicht unbedingt die Zahlen, mit denen man einen Klub kurzfristig zurück in die Top 6 bringt, auch wenn genau das dass Ziel der erneuerten FCZ-Führung um das Ehepaar Canepa, Hediger und Mandats-Sportchef Dino Lamberti sein wird. Bei dieser Rückrunden-Mission nicht mehr mithelfen wird ex-Nationalspieler Steven Zuber, der den Klub zum Jahresende um eine Auflösung seines noch eineinhalb Jahre laufenden Vertrages bat. Dass diese im Zusammenhang mit der vom Klub forcierten Trennung von ex-Sportchef Milos Malenovic, dem langjährigen Berater Zubers, stand, darf vermutet werden.

 

FC Luzern: Kein Rückspiegel

Ende gut, vielleicht doch einiges gut. Zumindest die Winterpause dürfte der FC Luzern nach dem finalen 0:4-Auswärtserfolg bei Lausanne mit einem deutlich besseren Gefühl verbringen, als dies im schlimmstmöglichen Szenario (Niederlage in Lausanne bei einem gleichzeitigen Erfolg von GC) hätte der Fall sein können. Aber auch so tun Trainer Mario Frick und seine Luzerner gut daran, die eben absolvierte Hinrunde in der Pause aufzuarbeiten, die richtigen Schlüsse aus dem verkorksten Ende (zwei Siege seit Anfang Oktober) zu ziehen – und den Blick im Anschluss ausschliesslich nach vorne zu richten. Dorthin, wo ab Mitte Januar die nächsten Spiele gewonnen werden können, wo die Top 6 sich befinden (aktuell sechs Punkte weit weg) und wo vor allem die Konkurrenz im Tabellenkeller nicht im Blickfeld zu sehen ist. Denn trotz dem vorweihnachtlichen Coup in der Westschweiz und Rang 8 zur Saisonhälfte sind es nach wie vor nur vier Punkte, die die Leuchten vom Barrageplatz und GC trennen. Eine Differenz, die einem neuerlichen Tief wohl kaum standhalten würde. Da ist es ratsam, sich vordergründig in Richtung Aufholjagd zu orientieren – und eher nicht über die Schulter zu blicken.

 

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Bange Blicke in der Eulachstadt: Schafft Winti auch in dieser Rückrunde das grosse Comeback zum Ligaerhalt? (Keystone / Claudio Thoma)

FC Lausanne-Sport: Eine klare Identität

Der FC Lausanne-Sport der Vorrunde 2025? Die neben YB wohl verwunderlichste Mannschaft der Super League. An guten Tagen dazu fähig, sich bei Besiktas Istanbul für die Conference League zu qualifizieren oder einen FC Basel mit 5:1 zu bezwingen, an schlechten nicht widerstandsfähig genug, um sich bei Absteiger Yverdon Sport (1:2 im Cup), gegen GC (1:3) oder gegen einen schwer kriselnden FC Luzern (0:4 zum Vorrundenabschluss) zu behaupten. Dass die Mannschaft von Peter Zeidler grundsätzlich über genügend Qualität verfügt, um in höheren tabellarischen Gefilden mitzuspielen (aktuell Rang 9 mit 21 Punkten), zeigt sie immer wieder, bislang ist es ihr aber vor allem im Championat nicht gelungen, über mehrere Spiele am Stück zu performen. Können die Lausannois in der Rückrunde zu jener Konstanz finden, die sie bislang speziell in der Conference League auszeichnet (elf Punkte in sechs Spielen der Ligaphase), kann die Rückrunde für sie noch die eine oder andere positive Überraschung bereithalten.

 

Servette Genève FC: Einen guten Start

Vom Cupsieger, zum Vize-Meister, zum Abstiegskandidaten? So ungefähr verläuft die Leistungskurve der vergangenen zwei Jahre beim erfolgreichsten Fussballklub der Westschweiz, der aktuell Gefahr läuft, die Aufbauarbeit der vergangenen fünf Jahre (viermal Top 3) in einer einzigen Spielzeit zu gefährden. Zur Halbzeit stehen die Grenats mit 20 Punkten nämlich nur auf Rang 10, drei Punkte vor GC und einer möglicherweise drohenden Barrage mit dem Zweiplatzierten Vertreter aus der Challenge League. Nur scheint das in Genf noch niemand so richtig wahrgenommen zu haben, schliesslich hat man im Nachholspiel vom 14. Januar bei Lausanne noch die Chance, sich mit drei Punkten tabellarisch nach oben zu verbessern. Aber was, wenn dieses Unterfangen misslingen sollte? Dann könnte der Winter in der Calvin-Stadt nicht nur der tiefen Temperaturen wegen ein ziemlich ungemütlicher werden.

 

Grasshopper Club Zürich: Spend to win (more)

Seit mittlerweile fast zwei Jahren ist der Los Angeles FC Besitzer der Zürcher Grasshoppers. Doch was im Rahmen einer Medienkonferenz damals von Seiten der neuen Owner angekündigt wurde («we’ll spend to win») ist bislang nicht eingetroffen. Nicht auf der Ausgabenseite, wo sich der Rekordmeister gemäss Sportchef Alain Sutter mittlerweile auf Augenhöhe mit Thun und Winterthur bewegt. Und folgerichtig nicht auf der sportlichen Habenseite, wo sich der GCZ auf gutem Weg in Richtung dritter Barrage-Teilnahme in drei Jahren befindet. Was man den Verantwortlichen zu Gute halten muss: Mit der jüngsten und unerfahrensten Equipe der Liga und den Charakterköpfen Sutter und Gerald Scheiblehner an der Spitze schlagen sich die Hoppers bislang meist beachtlich. Kaum auszudenken, was allenfalls passieren könnte, würde man den zahlreichen U20-Talenten im Kader noch die eine oder andere bewährte Führungskraft sowie einen echten Playmaker im zentralen Mittelefeld zur Seite stellen. Vielleicht fliessen die Fränkli, Euros oder Dollars ja in diesem Transferfenster etwas grosszügiger.

 

FC Winterthur: Ein neuer Zaubertrank

Zugegeben, die Perspektiven des Tabellenschlusslichts aus Winterthur auch ab dem Sommer 2026 noch in der Super League zu spielen, könnten besser sein. Doch wo sich andernorts angesichts von bloss zehn Punkten aus 18 Spielen und bereits 50 Gegentoren eine gewisse Hoffnungslosigkeit und Panik breit machen würden, weiss man beim FCW: Jetzt, geht es erst richtig los. Denn wer im Vorjahr innerhalb von nur neun Spieltagen elf Punkte Rückstand auf den direkten Ligaerhalt erfolgreich wettmachte, der lässt sich auch von zehn fehlenden Zählern zur Winterpause 2025/2026 nicht übermässig verunsichern. Auch wenn die 20 Punkte, die Vorgänger Uli Forte im Frühjahr 2025 in kürzester Zeit sammelte, für Nachfolger Patrick Rahmen eine echte Herausforderung darstellen dürften. Abschreiben sollte man die Eulachstädter auf alle Fälle nur auf eigene Gefahr. Denn vielleicht mutiert ja ausgerechnet Rückkehrer Rahmen zum neuen Winterthurer Miraculix.

 

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