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Noch ein Schritt bis zu den ganz Grossen

Andy

Die Schweiz reist zum sechsten Mal in Folge an die WM-Endrunde, qualifiziert sich zum siebten Mal in Serie für ein grosses Turnier. Es ist eine beeindruckende Leistung. Aber sind wir nun schon eine ganz grosse Fussballnation?

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Jubel nach der WM-Qualifikation: Diese Schweizer Nati macht Freude. © KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Unsere Nati hat sich zu einem Dauerbrenner an Grossanlässen entwickelt. Die letzte WM-Endrunde ohne die Schweiz fand 2002 statt, die letzte EM 2012. Die Zeiten, in denen wir als Fussballzwerge belächelt wurden und uns über ehrenvolle Niederlagen freuen mussten, sind vorbei. Es hat ein Selbstbewusstsein Einzug gehalten, Siege sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Andere Länder wie Italien, die Türkei, die Niederlande, Dänemark, Schweden oder Österreich überzeugten in diesen Jahren nicht mit dieser Konstanz auf hohem Niveau.

Aber auf einer Stufe mit den absoluten Top-Nationen wie Spanien, Argentinien, Brasilien, Frankreich, England oder Deutschland sind wir noch nicht angelangt Dazu fehlt zumindest der ganz grosse Ausreisser nach oben. An der letzten WM, 2022 in Katar, gab es diese bittere 1:6-Niederlage im Achtelfinal gegen Portugal. An der EM 2021 folgte erstmals der Schritt in die Viertelfinals, dank des legendären Penalty-Sieges gegen Frankreich, ehe die Nati den Halbfinaleinzug im Elfmeterschiessen gegen Spanien verpasste. Und letztes Jahr setzten Murat Yakin und sein Team an der EM in Deutschland ein fettes Ausrufezeichen, als sie in der K.o.-Phase zuerst Titelverteidiger Italien keine Chance liessen und dann erneut im Viertelfinal im Penaltyschiessen scheiterten, diesmal an England.

Gute Perspektiven

Dieser kurze Rückblick zeigt: Die Schweiz ist oben angekommen, um aber zu den absolut besten Fussballnationen der Welt zu gehören, fehlt noch ein letzter Schritt, ein Einzug unter die Top 4 oder noch besser eine Finalqualifikation an einer WM oder EM. Und was noch vor einigen Jahren utopisch war, scheint heute durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen. Denn die Perspektiven sind gut – kurz-, aber auch mittelfristig.

«Wir haben Anfang Jahr viel Detailarbeit gemacht, aus der Nations League die richtigen Schlüsse gezogen und vieles ist wohl aufgegangen. Darüber sind wir überglücklich. Es macht mit dieser Truppe einfach Spass, ich spüre das Vertrauen der Spieler und des Staffs», erklärte Nationaltrainer Murat Yakin nach dem 1:1 gegen Kosovo und dem definitiven Lösen des WM-Tickets. Und zum Abschluss des Fussballjahres 2025, in dem die Nati in allen zehn Spielen ungeschlagen blieb, siebenmal gewann und dreimal unentschieden spielte. Auf die Frage nach seinen Wunschgegnern an der WM erklärte Yakin dann cool: «Ich glaube eher, dass die Gegner nicht gegen uns spielen wollen.» Es sind Worte, die von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zeugen, vom Wissen, dass die Nati jeden Gegner besiegen und so den nächsten Schritt zur Weltklasse machen kann. Wieso nicht schon an der WM 2026?

Ein guter Mix

Die Konstellation ist gut. Im Tor steht mit Gregor Kobel einer der aktuell weltbesten Torhüter. In der Defensive bilden Manuel Akanji (30) und Nico Elvedi (29) ein Bollwerk, die beide im besten Alter sind und noch ein paar gute Jahre vor sich haben. Granit Xhaka ist zwar bereits 33 Jahre alt, befindet sich aber in der Form seines Lebens. Jenseits der 30 und zumindest im Früherbst ihrer Nati-Karriere sind von den Schlüsselspielern einzig auch Ricardo Rodriguez (33), Remo Freuler (33) und Silvan Widmer (32). Und so sagte Captain Xhaka in diesen Tagen: «Diese WM könnte die letzte sein für viele von uns. Aber solange wir uns pushen, solange die Jungen uns Ältere pushen, solange werden wir da sein.»

Und genau dieser Mix macht Mut, denn hinter den gestandenen Grössen drängen äusserst hoffnungsvolle Spieler nach. Breel Embolo und Ruben Vargas gehören seit Jahren zum Stamm und werden dies auch in Zukunft tun. Auch Michel Aebischer und Djibril Sow haben ihren 30. Geburtstag noch vor sich. Dan Ndoye wird besser und besser, ist erst 25 Jahre alt. Fabian Rieder (23) blüht nach einer schwierigen Zeit wieder auf, und Miro Muheim (27) ist daran, sich in der Bundesliga auf höchstem Niveau zu etablieren. 

Da sind auch die zahlreichen hoffnungsvollen Talente. Angefangen bei Mittelfeldspieler Ardon Jashari (23) und Stürmer Zeki Amdouni (24), welche aufgrund von Verletzungen die WM-Qualifikation verpasst haben. Die Aussenverteidiger Zachary Athekame (20) und Sascha Britschgi (19) sorgen für Perspektiven, können die Nachfolger von Rodriguez und Widmer sein. Auch Namen wie Luca Jaquez (22), Aurèle Amenda (22), Becir Omeragic (23) oder Simon Sohm (24) sind äusserst interessant. Bei den Young Boys befindet sich zudem Mittelfelspieler Alvyn Sanches (22) auf dem Weg zurück, in St. Gallen glänzt Shootingstar Alessandro Vogt (20) im Sturm. Und da ist natürlich der ebenfalls erst 20 Jahre alte Johan Manzambi, der in der Bundesliga brilliert und dessen Marktwert schon bei 15 Millionen Euro liegt – Tendenz stark steigend.

Dazu kommt mit Murat Yakin der passende Mann an der Linie, dessen Vertrag sich durch das Lösen des WM-Tickets automatisch um zwei Jahre verlängert hat. Der Basler hat als Nati-Trainer eine schwierige Phase überstanden und sich endgültig durchgesetzt. So sagte nun auch Captain Granit Xhaka: «Es ist für alle Spieler ein Privileg, Murat als Trainer zu haben». Wir lernen jeden Tag von ihm, ob das taktisch ist oder defensiv. Die Ergebnisse sprechen für ihn.»

Und da fehlt nur noch das absolute Highlight an einem Grossanlass, das zwar nicht planbar, aber durchaus realistisch ist.

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