Odermatt gewinnt den Gesamtweltcup und die Abfahrtskugel
Marco Odermatt sichert sich in Courchevel vorzeitig und zum wiederholten Mal den Sieg im Gesamtweltcup und in der Abfahrtswertung. Hinter Vincent Kriechmayr und Giovanni Franzoni wird er Dritter.
Odermatt hätte in der vorletzten Abfahrt des Winters ein 10. Platz zur dritten Abfahrtskugel in Serie und ein 9. Rang zum fünften Triumph im Gesamtweltcup gereicht. Am Ende klassierte er sich mit 0,31 Sekunden Rückstand auf Sieger Kriechmayr im 3. Rang und stieg zum siebten Mal in der achten Abfahrt des Weltcup-Winters auf das Podest. Mit nun 102 Podestplätzen im Weltcup übertrifft er Lara Gut-Behrami und Vreni Schneider, die 101 Mal auf höchster Stufe auf dem Treppchen standen.
Bereits vor Odermatts Start war klar, dass ihm der Sieg in der Disziplinenwertung nicht mehr zu nehmen ist. Franjo von Allmen, der einzige verbliebene Konkurrent von Odermatt, schied nach einem Fahrfehler aus. Der Olympiasieger kam nach guten Zwischenzeiten von der Ideallinie ab und verpasste nach einer langgezogenen Rechtskurve ein Tor. Damit waren die ohnehin kleinen Hoffnungen des Berner Oberländers auf die kleine Kristallkugel zunichte. Von Allmen hatte vor der zweitletzten Abfahrt des Winters 175 Punkte Rückstand auf Odermatt.
Im Gesamtweltcup ist Odermatt bei noch sechs ausstehenden Rennen und einem Vorsprung von 632 Punkten auf den für Brasilien startenden Norweger Lucas Pinheiro Braathen nicht mehr von der Spitze zu verdrängen.
Vincent Kriechmayr beendete mit seinem Sieg eine für Österreich noch nie dagewesene Durststrecke in der Abfahrt. 23 Rennen musste der ÖSV auf einen Triumph in der Königsdisziplin warten. Der bis dato letzte Sieg, herausgefahren ebenfalls von Kriechmayr, datierte vom März 2023. Am Ende hing der 20. Weltcupsieg des Oberösterreichers aber am seidenen Faden. Nach einem nicht optimalen Schlussteil rettete er lediglich neun Hundertstel auf den Italiener Giovanni Franzoni ins Ziel.
Stefan Rogentin stellte seine gute Form unter Beweis. Der Dritte von Garmisch verpasste sein zweites Abfahrts-Podest in Serie um lediglich 15 Hundertstel. Alexis Monney hingegen wurde die gleiche Rechtskurve zum Verhängnis wie von Allmen. Der Freiburger, der in Garmisch als Zweiter den Schweizer Dreifachsieg perfekt machte, konnte einen Sturz in die Fangnetze mit viel Glück und Können vermeiden. Nach dem Zwischenfall fuhr er auf einem Ski ins Ziel.
Niels Hintermann stand zwar am Start, fuhr die Piste Eclipse aber nicht herunter. "Es hat einen einfachen Grund", sagte er nach dem Rennen gegenüber SRF: "Ich bin fertig mit Skifahren." Er sei nicht mehr bereit, sein Leben so zu riskieren, wie es nötig wäre. Nach 106 Weltcuprennen, sieben Podestplätzen und drei Siegen zieht der Zürcher einen Schlussstrich.
Abschied von der grossen Bühne nahm auch Adrien Théaux. Der 41-jährige Franzose beendete seine mit 13 Podestplätzen, drei Siegen und einer Super-G-WM-Bronzemedaille geschmückte Karriere nach 335 Weltcup-Rennen.