Ponti gegen Grousset - schöne schweizerische-französische Rivalität
Noè Pontis grösster Rivale heisst Maxime Grousset. Die beiden Schwimmer lieferten sich 2025 denkwürdige Duelle über 50 m und 100 m Delfin, und der Tessiner will seinen Freund bei den Europameisterschaften in Paris (10.–16. August) in dessen Terrain schlagen.
Nachdem ihm der Franzose bei den Weltmeisterschaften in Singapur letzten Sommer zweimal die Goldmedaille weggeschnappt hatte (um 3 Hundertstelsekunden über 50 m und um 21 Hundertstel über 100 m), gelang Noè Ponti bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Lublin im Dezember die Revanche. Er besiegte Grousset über 50 m und 200 m Delfin sowie über 100 m Lagen und musste sich aber über 100 m Delfin geschlagen geben.
Der Neukaledonier, in Nouméa geboren, schwimmt aber seit zehn Jahren in Frankreich, kehrte mit sechs Medaillen aus Polen zurück (Ponti vier), da er auch über 50 m und 100 m Crawl antrat. Mit 26 Jahren ist er nach wie vor die Nummer 1 der Welt im Delfin-Schwimmen, der Spezialdisziplin von Noè Ponti.
Die beiden Stars trafen sich am Wochenende in Malley anlässlich des Lausanne Swim Cup. Und der Franzose dominierte den Schweizer über 50 und 100 m jeweils um rund drei Zehntel, auch wenn beide klar über ihren jeweils in Singapur aufgestellten Rekorden blieben.
Maxime Grousset konzentrierte sich In Lausanne aufs Schwimmen und mied die Presse. Er verbuchte die ersten Punkte im Duell gegen Ponti, das sich über das ganze Jahr erstrecken wird.
Noè Ponti, der gerade wieder in Form kommt und als Schirmherr des Lausanner Meetings fungiert, nahm sich mehr Zeit für die Medien. Er sprach über seine Beziehung zum Franzosen: "Wir sind Freunde und verstehen uns sehr gut, auch wenn wir uns ausserhalb der Wettkämpfe nur selten sehen. Er lebt in Paris und ich in Locarno. Er ist einer meiner grössten Rivalen. Und er gibt mir die Kraft, mich anzutreiben, zu motivieren und mich weiter ständig zu verbessern», so Ponti gegenüber Keystone-SDA.
Die beiden Champions haben in ihren Ländern nicht das gleiche Standing. Trotz seiner beiden in Singapur errungenen Weltmeistertitel steht Grousset im Schatten von Léon Marchand, der nach seinen vier olympischen Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Paris zu einer nationalen Ikone aufgestiegen ist.
Noè Ponti hingegen ist die Speerspitze des Schweizer Schwimmsports. Der Status des Tessiners bereitet ihm jedoch weit mehr Stolz als Druck. "Ich bin froh, dass ich in den letzten Jahren zum Gesicht des Schwimmteams wurde. Ich versuche immer, meine Arbeit zu machen und mein Bestes zu geben. Aber Druck spüre ich nicht wirklich", versichert er.