Ronaldo spricht von gebrochenen Versprechen, einem verlorenen Vertrauensverhältnis und einem folgenschweren Konflikt mit Nationaltrainer Jorge Jesus. Gleichzeitig macht der Kapitän klar: Seine Karriere in Portugals Nationalmannschaft ist noch nicht beendet.
Ronaldo erklärt, er habe nach der WM 2026 eigentlich über ein Ende seiner Nationalmannschaftskarriere nachgedacht. Der Präsident des portugiesischen Verbandes habe ihn jedoch gebeten, seine Entscheidung zu überdenken und weiterhin für die Selecao zur Verfügung zu stehen.
Zudem habe der Verbandschef bereits damals seine Einschätzung zum später verpflichteten Nationaltrainer Jorge Jesus eingeholt. "Ich habe dem Präsidenten gesagt, dass das in meiner Meinung die richtige Wahl wäre", schreibt Ronaldo.
Trainer versprach feste Rolle
Nach der Ernennung von Jesus sei es zu mehreren Gesprächen zwischen Trainer und Spieler gekommen. Laut Ronaldo habe ihm der Nationaltrainer dabei eine wichtige Rolle für die kommenden Spiele zugesichert und sogar einen konkreten Einsatzplan vorgestellt.
Demnach habe Jesus vorgesehen, Ronaldo im ersten und letzten Spiel des Lehrgangs einzusetzen. Wegen eines geplanten Belastungsmanagements sollten regelmässig mehrere Änderungen in der Mannschaft vorgenommen werden.
Sogar ein Verbleib Ronaldos in Portugal während der Auswärtsspiele in Norwegen und Dänemark sei diskutiert worden. Diesen Vorschlag habe der Kapitän jedoch abgelehnt.
"Ich konnte die Mannschaft nicht als Kapitän vertreten und gleichzeitig zu Hause bleiben", begründet Ronaldo seine Entscheidung.
Der Wendepunkt in Norwegen
Zum Bruch kam es laut Ronaldo beim Auswärtsspiel in Norwegen.
Obwohl ursprünglich kein Einsatz vorgesehen gewesen sei, habe ihm der Nationaltrainer am Spieltag mitgeteilt, dass er möglicherweise rund 30 Minuten zum Einsatz kommen werde. Ronaldo erklärte, er habe sich darauf vorbereitet und bereits seit der Halbzeit aufgewärmt.
Eingewechselt wurde er letztlich dennoch nicht. "Der Trainer hat sein Wort gebrochen", schreibt Ronaldo.
Nach dem Spiel habe er die Fans nicht verabschiedet. Dieses Verhalten bezeichnet der 41-Jährige rückblickend als Fehler und entschuldigt sich ausdrücklich bei den portugiesischen Anhängern.
Krisengespräch endet ohne Einigung
Zwei Tage später kam es zu einem Gespräch zwischen Ronaldo, Jorge Jesus und Al-Nassr-Sportdirektor Simao Coutinho.
Nach Angaben des Stürmers habe Jesus dabei eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Gemeinsam sei vereinbart worden, dass der Nationaltrainer dies auch öffentlich auf einer Pressekonferenz erklären werde.
Unter anderem sollte Jesus demnach klarstellen:
- Dass Ronaldo niemals Einsatzgarantien gefordert habe.
- Dass der Einsatzplan vom Trainer selbst vorgeschlagen worden sei.
- Dass es ein Fehler gewesen sei, Ronaldo aufwärmen zu lassen und anschliessend nicht einzuwechseln.
- Dass er weiterhin unbedingt mit Ronaldo in der Nationalmannschaft plane.
Ronaldo fühlt sich erneut hintergangen
Auf der anschliessenden Pressekonferenz habe Jorge Jesus die Situation laut Ronaldo jedoch völlig anders dargestellt. Die Aussagen hätten nichts mehr mit dem zuvor Besprochenen zu tun gehabt.
"Es war das zweite Mal, dass mir das gegebene Wort gebrochen wurde", schreibt Ronaldo. Daraufhin habe er den Lehrgang verlassen.
Entschuldigung an Team und Fans
Trotz seiner Kritik übernimmt Ronaldo die Verantwortung für seinen vorzeitigen Abschied. Er entschuldigt sich sowohl bei seinen Mitspielern als auch bei den portugiesischen Fans und betont, dass sein Verhalten Konsequenzen haben müsse.
"Ich bin nicht irgendein Spieler. Ich bin der Kapitän. Deshalb wiegt mein Fehler sogar schwerer", schreibt der Rekordnationalspieler. Eine mögliche Sperre durch den portugiesischen Verband werde er akzeptieren.
Karriereende? Ronaldo macht klare Ansage
Gleichzeitig widerspricht Ronaldo Spekulationen über einen zeitnahen Abschied aus der Nationalmannschaft.
Zwar werde es irgendwann ein oder mehrere Abschiedsspiele geben. Derzeit denke er aber nicht an einen Abschied, sondern ausschliesslich an den sportlichen Wettbewerb.
Sollte er nach einer möglichen Sperre körperlich fit sein, regelmässig für Al Nassr spielen und weiterhin Tore erzielen, stehe er Portugal auch künftig zur Verfügung.
Zum Abschluss seines Statements schreibt Ronaldo: "Das ist, glaubt mir, die reinste Wahrheit."