Scheinbar klare Ausgangslagen
Borussia Dortmund siegte am Dienstag der Vorwoche souverän mit 2:0 gegen Atalanta Bergamo und reist mit einem entsprechenden Polster in die Lombardei. Beruhigen dürfte dies die BVB-Bosse um Geschäftsführer Lars Ricken aber nur bedingt. Einerseits, weil sie lange genug im Geschäft sind, um zu wissen, dass ein Vorsprung von zwei Toren schnell verspielt ist. Andererseits, weil die Bergamasken vor Heimpublikum schon so manchen grossen Gegner an die Wand gespielt haben.
Die letzten fünf Heimpartien in der Liga gewann Atalanta allesamt, darunter auch die Spiele gegen die Spitzenteams AS Roma und Meister Napoli. Für den BVB ist die Devise klar: Hinten muss die Null stehen. Unter Trainer Niko Kovac legt Dortmund seinen Fokus auf eine stabile Defensive. In der Liga blieb der Schweizer Nati-Goalie Gregor Kobel in elf von 23 Partien ohne Gegentor. Nehmen die Borussen ihr Meisterschaftsgesicht auch in die Champions League mit, steht dem Vorstoss unter die letzten 16 Mannschaften nichts im Weg.
Real Madrid geht im iberischen Duell gegen Benfica Lissabon mit dem geringsten aller Vorsprünge ins Rückspiel. In der portugiesischen Hauptstadt sorgte Vinicius Junior für den Unterschied. Zu reden gab aber nicht in erster Linie das Traumtor des Brasilianers, sondern Äusserungen von Benficas Gianluca Prestianni, der seinen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben soll. Die Untersuchung der UEFA ist noch nicht abgeschlossen. Dennoch wurde Prestianni für das Rückspiel vorsorglich gesperrt. Bleibt zu hoffen, dass nach dem Rückspiel ausschliesslich über den Sport berichtet wird.
In der Liga läuft es beiden Teams nicht nach Wunsch. Die Spanier mussten die Tabellenführung am Wochenende nach einer überraschenden Niederlage in Pamplona wieder an Erzrivale Barça abgeben, Benfica findet sich hinter Porto und Sporting nur im 3. Rang wieder.
Nach einem Blitzstart im Hinspiel dürften die Spieler der AS Monaco zu träumen begonnen haben. Und spätestens, als Vitinha vier Minuten nach dem 2:0 einen Penalty verschoss, schien sich der Fussballgott entschieden zu haben. Doch es kam anders. Désiré Doué, der für den verletzten Ousmane Dembélé ins Spiel kam, drehte die Partie mit zwei Toren und einer Vorlage im Alleingang. Daran konnten auch der Schweizer Goalie Philipp Köhn und dessen Landsmann Denis Zakaria im Trikot der Monegassen nichts ändern.
Wie schon im Vorjahr wollen die Pariser in den Playoffs Anlauf nehmen und zum Titel durchmarschieren. Die Zeichen stehen gut, dass sie zumindest die nächste Runde erreichen. In der Liga hat das Team von Luis Enrique vor Heimpublikum 31 von 33 möglichen Punkten geholt. Der letzte Sieg von Monaco in der Hauptstadt datiert vom Februar 2021.
Die nach dem Hinspiel klarste Ausgangslage herrscht etwas überraschend im Duell zwischen Juventus Turin und Galatasaray Istanbul vor. Gleich mit 5:2 siegte der türkische Doublesieger im Hinspiel. "Gala" steht mit einem Bein in den Achtelfinals - es wäre das erste Mal seit zwölf Jahren, dass der Traditionsverein in diese Sphären vorstösst. Der italienische Rekordmeister hingegen steckt in einem Formtief und wartet wettbewerbsübergreifend seit Anfang Februar auf einen Sieg. Vier der letzten fünf Spiele hat die "Alte Dame" verloren.