Auf der Suche nach ein bisschen mehr Spannung reist die Formel 1 zum achten Saisonlauf nach Kanada. In der WM hat sich Titelverteidiger Max Verstappen mit drei Siegen in Serie schon deutlich abgesetzt. Vor dem Grand Prix in Montreal am Sonntag ruhen die Hoffnungen vieler Fans nun auf Mercedes.
Was steht an?
Die Formel 1 überquert den Grossen Teich. Aus Barcelona geht es 6000 Kilometer Luftlinie nach Montreal, wo am Sonntag (20.00 Uhr MESZ/Sky) der Grosse Preis von Kanada ausgetragen wird. Wie immer bei dem Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve werden volle Tribünen erwartet - und schwierige Witterungsbedingungen. Oft regnet es sintflutartig, wechselhaftes Wetter ist ein fester Punkt auf der Tagesordnung.
Wer gewinnt?
Darauf kann es nur eine Antwort geben: Red Bull. In fünf der bisherigen sieben Rennen 2023 triumphierte Weltmeister Max Verstappen, zweimal drängelte sich sein Teamkollege Sergio Perez ganz nach vorne. Auch auf dem 4,3 Kilometer langen Kurs auf der Ile Notre-Dame mit seinen über 60 Prozent Vollgasanteil und eher langsamen Kurven dürfte der RB19 bestens liegen. Konkurrenz droht wohl allenfalls von Mercedes, das zuletzt einen Aufwärtstrend erkennen liess. Ob es allerdings schon zum Sieg eines Sternfahrers reicht, darf bezweifelt werden.
Und was macht der Rest des Feldes?
Wahrscheinlich wieder hinterherfahren. Hatte Aston Martin mit Altmeister Fernando Alonso in den ersten Saisonrennen noch die leise Hoffnung auf ein bisschen Wettkampf geweckt, so verpufften die Erwartungen ausgerechnet bei Alonsos Heimrennen in Barcelona kläglich. Ferrari mit dem allmählich entzauberten Wunderknaben Charles Leclerc und Carlos Sainz kriegt die Kurve irgendwie gar nicht, kein Wunder, dass die Gerüchte um einen Wechsel von Lewis Hamilton zur Scuderia immer lauter werden. Mercedes könnte sich langsam wieder der absoluten Spitze annähern. Das Auto scheint keine allzu grossen Macken mehr zu haben, und das Fahrerduo Hamilton und George Russell ist - vorsichtig formuliert - nicht das schlechteste in der Formel 1.
Was ist mit Nico Hülkenberg?
Das ewige Comeback-Kid vom Niederrhein, Nachfolger des rausgeekelten Mick Schumacher bei Haas, tut, was die Teamleitung wohl von ihm erwartet. Er bewegt sich mindestens auf Augenhöhe mit seinem Kollegen Kevin Magnussen, fährt überwiegend solide Qualifyings und Rennen und holte auch schon einen Platz in den Top Ten. Dass Hülkenberg in diesem Jahr seine unfassbare Serie von mittlerweile 186 Grand-Prix-Starts ohne Podestplatz endlich ad acta legen kann, ist mehr als unwahrscheinlich.
Wie geht es danach weiter?
Mit dem Double-Header Österreich (2. Juli) und Grossbritannien (09. Juli). Insgesamt stehen bis zur vierwöchigen Sommerpause noch vier Rennen auf dem Programm. Nach Spielberg und Silverstone macht die Formel 1 auf dem Hungaroring vor den Toren von Budapest (23. Juli) und auf dem Ardennenkurs in Spa-Francorchamps (30. Juli) Station. Danach ist Pause bis zum 27. August - Max Verstappens Heimrennen auf dem Dünenkurs in Zandvoort.