Die Rolle des Underdogs nimmt Alexander Schwolow mit Kusshand an.
"Uns wurde in der ganzen Saison schon öfter misstraut, es wurde schon gesagt, jetzt schwächeln die Hearts", sagte der deutsche Torwart des schottischen Aussenseiters Heart of Midlothian dem SID. Das warf seine Mannschaft aber nie um: "Immer konnten wir eine Antwort geben. Ich sehe keinen Grund, warum wir sie jetzt nicht auch wieder geben sollten."
Hearts können Geschichte schreiben
Sollten Schwolow und seine Mannschaft im Saisonfinale noch ein letztes Mal den passenden Erfolgsschlüssel finden, würden sie Geschichte schreiben. Schon mit einem Unentschieden im Alles-oder-nichts-Spiel beim eigentlich unbezwingbaren Celtic Glasgow würden sich die "Hearts" aus Edinburgh zum schottischen Fussballmeister krönen - erstmals seit 66 Jahren.
Zuletzt hatte der Langzeit-Tabellenführer um den ehemaligen Freiburger Schwolow, der in der Bundesliga auch für Schalke 04, Hertha BSC und Union Berlin spielte, mit zwei Remis in den letzten sechs Spielen wertvolle Punkte liegen lassen. Rekordmeister Celtic (55 Titel, 13 der letzten 14) nutzte das aus und bescherte den Hearts ein Endspiel um die fünfte Meisterschaft der Klubgeschichte. Am Samstag muss der ewige Aussenseiter im Celtic Park nun noch einmal zittern.
"Wir sind selbstbewusst. Wir glauben natürlich dran", versicherte Keeper Schwolow. In seiner Premieren-Saison in Schottland greift der 33-Jährige als Stammtorwart nach dem ersten ganz grossen Titel seiner Karriere. In der neuen Wahlheimat spüre er "eine sehr grosse Wertschätzung".
"Etwas sehr, sehr Besonderes"
Dass ihn Leute beim Gang in den Supermarkt lobpreisen kenne er zwar etwa aus Freiburg, aber: "Ich glaube, jetzt ist die Brisanz mit dem Titelrennen - und dass seit 40 Jahren keine andere Mannschaft als die Glasgow-Teams gewonnen hat - schon etwas sehr, sehr Besonderes."
Dass Celtic und Rivale Glasgow Rangers seit 1985 die Meistertitel in der Hauptstadt hamstern, stört nämlich anscheinend selbst Fussballuninteressierte. "Meinen Vermieter zum Beispiel interessiert Fussball gar nicht", erzählte Schwolow, "und der ist auch on fire. Genauso wie Leute, die mich aus Deutschland kennen."
SID
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