Johan Manzambi trumpft als Joker für die Schweiz auf. Thomas Müller empfiehlt den Freiburger gleich mal seinem Ex-Klub.
Johan Manzambi hielt die Man-of-the-Match-Trophäe lässig in der rechten Hand, als er mit breitem Grinsen über seine Joker-Gala bei der WM sprach.
"Ich glaube, dass ich heute Abend nicht schlafen kann", sagte das vielseitige "Schweizer Taschenmesser" vom SC Freiburg. Sein Doppelpack für die Eidgenossen beim wichtigen 4:1 (0:0) gegen Bosnien und Herzegowina, fügte er an, sei "unglaublich".
"Jemand, den sich der FC Bayern anschauen sollte"
Thomas Müller empfahl Manzambi, der "Sechser, Achter, Zehner und auch Neuner" spielen könne, gleich mal seinem Ex-Klub. "Für mich ist er jemand, und jetzt können wir eine Schlagzeile machen, den sich auch der FC Bayern anschauen sollte", sagte der Weltmeister von 2014 als Experte bei MagentaTV.
Mit seinem famosen Kurzeinsatz dürfte Manzambi alle europäischen Topklubs endgültig hellhörig gemacht haben. Die hatten das 20 Jahre alte Juwel schon seit der starken Saison beim Europa-League-Finalisten auf dem Zettel. Auf der grössten Bühne präsentierte Manzambi nun der gesamten Fussball-Welt sein Können.
Angesprochen auf die Worte von Müller musste Manzambi lachen. "Ich bin noch in Freiburg. Ich konzentriere mich auf die WM. Was ich nächste Saison mache, weiss ich noch nicht", sagte der Offensivspieler, der bei den Breisgauern einen Vertrag bis 2030 besitzt. Und sowieso: Grosse Träume habe er aktuell "nur für die WM".
Blitztor nach Einwechslung
Und bei der Endrunde in Nordamerika sind die Eidgenossen dank ihres Shootingstars wieder in der Spur. Im gigantischen SoFi Stadium in Los Angeles küsste Manzambi sein ideenloses Team wach, zwei Minuten nach seiner Einwechslung traf er mit einer wuchtigen Volleyabnahme zur Führung (74.). Später legte er das 3:0 (90.) nach.
"Er ist jung und hat eine grosse Zukunft vor sich", lobte Anführer Granit Xhaka, Manzambi könne jeder Mannschaft helfen, "wenn er klar im Kopf ist. Das war er im ersten Spiel nicht. Heute hat er es sehr gut gemacht."
Kapitän Xhaka hatte nach dem verpatzten Auftakt gegen Katar (1:1) heftige Kritik am Auftreten der Schweizer geübt und auch die Einwechselspieler in die Pflicht genommen. Er hoffe nun, sagte der Ex-Leverkusener über seinen talentierten Teamkollegen, "dass er smart genug ist, es zu geniessen, aber auch vorsichtig zu sein. Denn es ist nicht immer einfach."
Dann setzt Trainer Murat Yakin wieder auf die besonderen Fähigkeiten seines "Strassenkickers". Im Gruppenfinale, deutete Yakin an, sei es "durchaus möglich, dass er auch von Anfang an spielt."