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Später BVB-Wahnsinn! Füllkrug wird in Dortmund zum Spielverderber

Borussia Dortmund führte bis zur 88. Minute mit 2:0 gegen Werder Bremen. Dann drehten Ludovit Reis und Niclas Füllkrug die Partie noch zu einem Remis.

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Niclas Füllkrug wird beim BVB zum Spielverderber. © Imago

Borussia Dortmund führte bis zur 88. Minute mit 2:0 gegen Werder Bremen. Dann drehten Ludovit Reis und Niclas Füllkrug die Partie noch zu einem Remis.

Der eiskalte Rückkehrer Niclas Füllkrug hat Borussia Dortmund die Party zum Bundesliga-Restart verdorben. Der frühere Nationalstürmer erzielte für Werder Bremen in einem am Ende turbulenten Spiel an alter Wirkungsstätte das Tor zum Endstand von 2:2 (0:0). Bayern München und der SC Freiburg können den BVB am Wochenende damit von der Tabellenspitze stürzen.

"Ich mache das Tor für uns und nicht gegen sie", sagte Füllkrug bei Sky Sport. Er sei "einfach nur glücklich, dass wir hier mit einem Punkt wegfahren". Der Stürmer schwärmte von einer "Wahnsinnsbereitschaft" der ganzen Mannschaft. "Am Ende haben wir nochmal die zweite Luft bekommen und alles rausgeholt und sind mutiger geworden."

"Fülle ist Fülle, er hat ein extrem gutes Kopfballspiel und eine extrem gute Sprungkraft, das sieht man", sagte BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck. Er haderte mit dem ersten Remis nach zuvor vier Ligasiegen und beklagte die Nachlässigkeiten in der Schlussphase: "Wir hatten eigentlich bis zur 88. Minute alles im Griff, und dann kassiert du zwei Gegentore und gehst hier mit einem Unentschieden raus."

Werder schockt BVB spät

Füllkrug setzte den fulminanten Schlusspunkt in der Nachspielzeit (90.+2), dabei schien der fünfte Ligasieg des BVB bereits eingetütet. Daniel Svensson (80.) und Nico Schlotterbeck (88.) hatten auf 2:0 gestellt, Ludovit Reis (88.) Werder wieder herangeführt.

BVB-Trainer Niko Kovac hatte nach der "inakzeptabel" langen Länderspielpause Sorge um den Rhythmus, und in der Tat waren die Angriffe seiner Mannschaft trotz hoher Ballbesitzwerte unpräzise. Werder wartete vor 81.365 Zuschauern allerdings auch mit einer Fünfer-Abwehrkette und zu zehnt auf teilweise nur zwanzig Metern Spielfeldlänge. Nur nach Bremer Ballverlusten eröffneten sich Dortmund Gelegenheiten für mehr Dynamik.

Die Ärzte hatten "ihr Go" gegeben, wie Kovac vorab berichtete - deshalb stand der gewohnt sichere Schlotterbeck nach seiner Sprunggelenkverletzung bei der Nationalmannschaft in der Startelf. Julian Ryerson (Rippenprellung) hingegen fehlte, Konstantinos Karetsas sass nach einer Erkältung auf der Bank. Bei Werder startete Füllkrug, der 2024 mit dem BVB beinahe Champions-League-Sieger geworden wäre. "Allein das Aufwärmen" vor der Gelben Wand sei "unfassbar", sagte der frühere Nationalstürmer, der seinen ersten gefährlichen Kopfball aus Abseitsposition abgab (18.).

Dortmund dominiert

Der BVB wäre über eine Kopfballchance schon froh gewesen, denn er spielte im Handball-Stil fruchtlos um die Bremer Abwehr herum, von links nach rechts, von rechts nach links. Das Spiel war aussergewöhnlich zäh - und frei von jeglicher Torchance, bis Ludovit Reis einen Werder-Konter mit einem Schuss zwei Meter neben das Tor abschloss (37.).

Das war der Startschuss zu etwas, das plötzlich nach einem ordentlichen Bundesligaspiel aussah. Zwei Minuten später verfehlte Marcel Sabitzer für den BVB mit einem 30-Meter-Freistoss ganz knapp den Winkel, und Werder-Torhüter Karl Hein rettete gegen Maximilian Beier (43.) mit einer Klasse-Parade. Unmittelbar nach der Pause war Hein gegen Distanzschüsse von Schlotterbeck (48.) und Ethan Nwaneri (49.) gefordert.

Viele Spiele für Dortmund

Der BVB drückte Werder weiter in die Defensive, die Gäste hofften auf die eine entscheidende Chance. Füllkrug bekam sie dann auch, er hätte sein erstes Tor gegen den BVB erzielen müssen, er scheiterte jedoch am herausragend reagierenden Gregor Kobel (54.). Hein parierte auf der anderen Seite gegen Nwaneri (61.), eine Minute später lag der Ball dann doch in seinem Tor - aber vor Nwaneris Fallrückzieher hatte Schiedsrichter Christian Dingert wegen eines Schubsers abgepfiffen.

Vielleicht schon in der kommenden Woche wird Kovac seinen auslaufenden Vertrag verlängern, wahrscheinlich bis 2029. Dies sei "nur eine Frage der Zeit", sagte der neue Klubchef Carsten Cramer. Die Zeitfenster allerdings sind schmal: Der BVB bestreitet ab Mittwoch im norwegischen Bödo, bei Union Berlin und in Aserbaidschan beim Sabah FK drei Auswärtsspiele innerhalb von sieben Tagen.

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