Unglaublicher Franjo von Allmen: Olympia-Gold auch im Super-G
Franjo von Allmen ist der olympische Superstar der Stunde: Nach Olympia-Gold in Abfahrt und Team-Kombination schnappt sich der Berner in Bormio auch den Sieg im Super-G. Marco Odermatt wird Dritter.
Drei olympische Starts, dreimal Gold: Der Olympia-Debütant Franjo von Allmen schreibt innert fünf Tagen Schweizer Sportgeschichte. Vor dem 24-jährigen Berner Oberländer aus Boltigen schaffte es noch nie ein Schweizer - egal ob Mann oder Frau -, an den gleichen Winterspielen drei Goldmedaillen zu gewinnen.
Von Allmen zeigte auf der Piste Stelvio mit Nummer 7 nach gewohnt energischem Start eine dynamische und fehlerfreie Fahrt. Weil er im Ziel allerdings nur um 13 Hundertstel vor dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle lag, konnte sich der Berner seiner Sache nicht sicher sein. "Ich hätte nach meiner Fahrt nicht gedacht, dass ich nach 15 Fahrern noch vorne bin", so von Allmen im ersten TV-Interview.
Doch Fahrer um Fahrer, vom Österreicher Raphael Haaser (am Ende Fünfter) über den italienischen Shooting-Star Giovanni Franzoni (Sechster) und ÖSV-Oldie Vincent Kriechmayr (Siebter) bis hin zu Marco Odermatt, scheiterte an der Marke des Ski-Überfliegers der Stunde.
Odermatt, der beste Super-G-Fahrer der letzten vier Jahre, lag bei der ersten Zwischenzeit noch um einen Zehntel vorne. Nach 55 Fahrsekunden betrug der Rückstand des Nidwaldners nur vier Hundertstel, im Ziel waren es dann deren 28 - nur Rang 3, noch hinter Cochran-Siegle, der schon 2022 in Peking in dieser Disziplin Silber geholt hatte.
Odermatt war direkt nach seiner Fahrt die Enttäuschung anzusehen. Doch mit zunehmender Dauer des Rennens durfte sich der 28-Jährige gewiss sein, dass er zumindest Bronze gewinnen würde. Wie von Allmen hält auch er nun bei drei olympischen Medaillen. Am Montag hatte Odermatt, zusammen mit Loïc Meillard, in der Team-Kombination Silber geholt, vor vier Jahren in China war er Riesenslalom-Olympiasieger geworden.