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Viele Kandidaten für das begehrte Green Jacket

Andy

Ab Donnerstag kämpfen die weltbesten Golfspieler im Augusta National Golf Club wieder um das ebenso legendäre wie begehrte grüne Jackett, das jeweils der Masters-Sieger erhält. Zwei der grössten Favoriten auf den Turniersieg und den Siegercheck über 4,2 Millionen US-Dollar sind Titelverteidiger Rory McIlroy und sein Vorgänger Scottie Scheffler.

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Doppelt Rory McIlroy in Augusta nach und zieht mit den Legenden Jack Nicklaus, Nick Faldo und Tiger Woods gleich? © IMAGO / Bildbyran

Vor einem Jahr triumphierte der Nordire Rory McIlroy am Masters. Es war sein fünfter Major-Sieg, mit dem er als sechster Golfer den Karriere-Grand-Slam schaffte, also im Verlaufe seiner Laufbahn alle vier Major-Turniere mindestens einmal gewann. Dieser Erfolg wirkte irgendwie befreiend auf McIlroy, der nun bereits zum 18. Mal dieses Turnier bestreitet und auch schon 2011 für grosse Schlagzeilen sorgte, als er nach dem dritten Tag mit vier Schlägen Vorsprung in Führung lag, danach aber einbrach und auf Position 15 zurückfiel. Diesen Albtraum hat er letztes Jahr endgültig ad acta gelegt, so dass er heute sagen kann: «Ich konnte es die letzten 17 Jahre kaum erwarten, dass das Turnier beginnt – dieses Jahr wäre es mir egal, wenn es gar nicht starten würde. Ich fühle mich so viel entspannter.»

Befreiter McIlroy

Die Erinnerungen ans Jahr 2025 sind natürlich einzigartig. Damals hatte er einen nervenaufreibenden Sonntag und sicherte sich den Turniersieg im Stechen gegen den Engländer Justin Rose. «Ich glaube nicht, dass ich jemals einen Golftag mit vergleichbaren Emotionen erlebt habe», sagt er nun – und ist offenbar bereit, aus einem illustren Trio ein Quartett zu machen und wie die Legenden Jack Nicklaus (1965/66), Nick Faldo (1989/90) und Tiger Woods (2001/02) das Masters zweimal in Folge zu gewinnen. In diesem Jahr hat der Weltranglistenzweite zwar noch kein Turnier gewonnen, tankte aber mit Rang 2 beim Genesis Invitational Ende Februar in Los Angeles Selbstvertrauen und Moral. Und er ist wie erwähnt nach seinem Triumph 2025 befreit, oder wie er nun sagt: «Es ist so schön, über das Gelände zu gehen oder auf dem Platz zu sein und dieses Gefühl nicht mehr zu haben – als ob eine grosse Last von meinen Schultern gefallen wäre.» Niemand frage ihn mehr, wann er endlich gewinnen werde. Stattdessen würden ihm nun alle sagen, dass er den Titel verteidigen könne. «Das ist schön, es hat eine sehr positive Bedeutung.»

Der 36-Jährige sagt, das «Was wäre, wenn?» sei durch «Was kommt jetzt?» ersetzt worden. «Ich glaube, die Geschichte dreht sich jetzt darum: Was mache ich von jetzt an? Was motiviert mich? Was treibt mich an? Was möchte ich im Golf noch erreichen?»
Man denke immer, wenn man Erfolg habe, werde man glücklich sein. «Aber dann verschieben sich die Ziele – sie rücken immer ein Stück weiter in die Ferne.»

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Scottie Scheffler hat mit der Geburt seines zweiten Sohnes zusätzlich Moral getankt.

Scheffler: Schwung durch den zweiten Sohn

McIlroy muss man in den kommenden Tagen definitiv auf der Rechnung haben, ebenso den Weltranglistenersten Scottie Scheffler. Der 29-Jährige Amerikaner war in den letzten Jahren die dominierende Figur auf der grossen Golfbühne und hat sich in den letzten vier Jahren als absoluter Masters-Spezialist gezeigt – die Siege 2022 und 2024 und die Ränge 10 (2023) und 4 (2025) unterstreichen dies eindrücklich.

Die Moral dürfte bei Scheffler hervorragend sein, nachdem er zuletzt eine Wettkampfpause eingelegt hat. Der Grund, weshalb er seit der Championship am 12. März, bei der er Rang 22 belegte, nicht mehr wettkampfmässig spielte und sich von der Texas Children’s Houston Open in der vergangenen Woche zurückzog, ist erfreulich. Scheffler wurde zum zweiten Mal Vater: Seine Frau Meredith und er erhielten nach Bennett, der im Mai 2024 geboren wurde, mit Remy einen zweiten Sohn. «Es ist schön und macht viel Spass», sagt Scheffler, der in Augusta von seiner Familie begleitet wird und sein drittes Green Jacket innert fünf Jahren gewinnen kann. «Ich bin wirklich froh, dass sie diese Woche mit mir reisen konnten. Meine Frau ist eine echte Heldin – sie hat die Jungs diese Woche mitgebracht, und ja, es macht sehr viel Spass.»

91 Teilnehmer und viel Spannung

Doch Scheffler hat 90 Konkurrenten, die ihm in diesem mit 21 Millionen Dollar Preisgeld dotierten Major den Sieg streitig machen wollen. Dazu gehört beispielsweise Justin Rose, der Olympiasieger von 2016, der beim US Open 2013 seinen einzigen Major-Sieg feiern konnte, beim Masters aber bereits dreimal Zweiter wurde. Oder auch der Longhitter Bryson DeChambeau, dessen Planung zu Saisonbeginn auf das Masters ausgerichtet ist und der nach den Rängen 5 und 6 in den letzten beiden Jahren den Sieg anpeilt. Dieser Erfolg steht bereits im Palmarès des Spaniers Jon Rahm, der 2023 gewann und ebenso ein Siegesanwärter ist wie der Japaner Hideki Matsuyama, dem Gewinner von 2021, oder Patrick Reed und Brooks Koepka, die von der LIV-Tour zurückgekehrt sind. Für einen Coup sorgen können aber noch viele andere, vom Schweden Ludvig Åberg über die Amerikaner Xander Schauffele und Cameron Young bis zu den Engländern Tommy Fleetwood oder Matt Fitzpatrick, der in der Schweiz vor allem auch wegen seinen Siegen in Crans-Montana in den Jahren 2017 und 2018 bekannt ist. Für Spannung ist für Golf-Fans in den kommenden Tagen definitiv gesorgt.

 

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