Von Aufsteigern, Verletzungen, Comebacks und Tränen
Die Weltcup-Saison 2025/26 hat viele Geschichten geschrieben. Ein Rückblick in 26 Episoden von A bis Z.
A wie Abwesende: Von ihnen gab es in dieser Saison einige. Cyprien Sarrazin und Marcel Hirscher blieben dem Weltcup ebenso fern wie Alexander Steen Olsen. Andere wie etwa Aleksander Kilde, Gino Caviezel oder Petra Vlhova kehrten nur kurzzeitig auf die grosse Bühne zurück.
B wie Brasilien: Der gebürtige Norweger Lucas Pinheiro Braathen, der seit zwei Jahren für Brasilien startet, holte für die Nation vom Zuckerhut in dieser Saison den ersten Sieg im alpinen Skiweltcup, den ersten Olympiasieg in einer Wintersportart und die erste Kristallkugel.
C wie Comeback: Im April 2025 zog sich Federica Brignone an den italienischen Meisterschaften einen doppelten Schien- und Wadenbeinbruch und einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Die Olympischen Spiele rückten in weite Ferne. Doch die 35-Jährige gewann den Wettlauf gegen die Zeit und schlug bei den Spielen in ihrer Heimat gleich doppelt zu. Mit Gold im Super-G und im Riesenslalom schrieb sie ein alpines Olympia-Märchen.
D wie Drama: Dieses schrieb - wie könnte es anders sein - Lindsey Vonn. Die 41-Jährige riss sich in Crans-Montana unmittelbar vor den Olympischen Spielen das Kreuzband im linken Knie, was sie nicht am Start in Cortina d'Ampezzo hinderte. Das Ende ist bekannt: Statt mit der Goldmedaille abzureisen, wurde sie nach einem üblen Sturz mit dem Helikopter abtransportiert. Ob sie ihre Karriere weiterführt, ist offen.
E wie Europacup: Die Schweizerinnen und Schweizer brillierten nicht nur im Weltcup. Auch auf zweithöchster Stufe feierten sie etliche Siege. Insgesamt sicherten sich acht Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski fixe Startplätze für die kommende Weltcup-Saison.
F wie Franzoni, Giovanni: Den Aufsteiger bei den Männern hatten vor der Saison nur wenige auf der Rechnung. In Gröden stieg der 24-Jährige im Dezember zum ersten Mal auf ein Weltcup-Podest. Nun steht er bei zwei Siegen und fünf Top-3-Klassierungen. Hinzu kommt Abfahrts-Silber an den Olympischen Spielen.
G wie Generationenduell: Bis zum letzten Lauf der Saison konnte Emma Aicher den Kampf um die grosse Kristallkugel offenhalten. Am Ende hatte die 22-jährige Deutsche knapp das Nachsehen gegenüber der neun Jahre älteren Mikaela Shiffrin. 1323 Punkte holte die junge Allrounderin - und damit fast 800 Punkte mehr als in der Vorsaison.
H wie historisch schlecht: Den österreichischen Abfahrern lief es in dieser Saison zeitweise überhaupt nicht. In Kitzbühel war Kriechmayr als 13. der beste seines Teams. Ein schlechteres Resultat gab es auf der Streif noch nie für den ÖSV.
I wie International: Fahrerinnen und Fahrer aus 30 Ländern sammelten Weltcup-Punkte. Zu diesen gehörte - dank Rang 28 von Noa Szollos im Slalom in Kranjska Gora - auch Israel.
J wie Johnson, Breezy: Die Amerikanerin ist die eigentliche "Speed-Queen" - zumindest an Grossanlässen. Die Abfahrtsweltmeisterin von Saalbach triumphierte auch an den Olympischen Spielen in Cortina. Im Weltcup hingegen lässt der erste Sieg nach wie vor auf sich warten.
K wie Konstanz: Zwar verpasste Marco Odermatt es, zum dritten Mal in Folge vier Kristallkugeln abzuräumen. In der Abfahrt, im Super-G und zum fünften Mal in Folge im Gesamtweltcup gab es aber kein Vorbeikommen an ihm. Nebenbei knackte er nicht nur die magische Marke von 100 Podestplätzen (mittlerweile liegt er bei 102), sondern steht er mit nun 54 Weltcupsiegen auf gleicher Stufe mit Hermann Maier.
L wie Langeweile: Im vergangenen Winter schwang Swiss-Ski mit 10'823 Punkten und einem Vorsprung von mehr als 3300 Punkten auf Österreich obenaus. Auch in dieser Saison war die Schweiz das Mass aller Dinge. Jedoch bot der östliche Nachbar dem Team von Swiss-Ski lange die Stirn und führte die Nationenwertung zwischenzeitlich an. Am Ende sicherte sich die Schweiz mit 706 Punkten Vorsprung zum vierten Mal in Folge die Nationenwertung.
M wie Medaillenregen: 4x Gold, 3x Silber, 2x Bronze: Die Alpin-Delegation war hauptverantwortlich für die erfolgreichsten Winterspiele in der Geschichte von Swiss Olympic. Der Löwenanteil ging mit acht von neun Medaillen an die Männer.
N wie Niederlage: So bezeichnete Marco Odermatt seinen 2. Platz bei der Abfahrt in Kitzbühel. Lediglich 0,07 Sekunden fehlten dem Nidwaldner zum langersehnten Sieg auf der Streif. Dieser ging an Giovanni Franzoni (siehe F).
O wie Olympia-Held(en): Franjo von Allmen gewann an seinen ersten Olympischen Spielen dreimal Gold. Damit stieg er innerhalb von fünf Tagen zu einem der erfolgreichsten Schweizer Sportler an Winterspielen auf. Im Schatten des Berners sicherte sich Loïc Meillard einen kompletten Medaillensatz, Marco Odermatt gewann zweimal Silber und einmal Bronze.
P wie Pirovano, Laura: 124 Weltcup-Rennen bestritt die Italienerin, ohne einmal auf dem Podest zu stehen. Dann folgte der März - und die 28-Jährige gewann die letzten drei Abfahrten der Saison und sicherte sich völlig überraschend die kleine Kristallkugel in der Königsdisziplin.
Q wie Quäntchen Glück. Drei Rennen wurden mit dem kleinsten aller Vorsprünge entschieden. Pirovano schaffte das Kunststück, innerhalb von 24 Stunden beide Abfahrten in Val di Fassa mit je 0,01 Sekunden Vorsprung zu gewinnen. Den anderen "glücklichen" Sieg feierte der Norweger Atle Lie McGrath beim Slalom in Kranjska Gora vor seinem Landsmann Henrik Kristoffersen.
R wie Rücktritte: Alexis Pinturault, Romed Baumann, Ilka Stuhec, Joana Hählen, Andrea Epp-Ellenberger... Die Liste all jener, die im Laufe der Saison ihren Rücktritt bekannt gaben, ist lang. Aus Schweizer Sicht für das grösste Echo sorgte die Rücktritts-Ankündigung von Niels Hintermann, der in Courchevel live im SRF einen Schlussstrich unter seine Karriere zog.
S wie Scheib, Julia: Die 27-jährige Österreicherin dominierte den Riesenslalom. Neben zwei Ausfällen war sie nie schlechter klassiert als Dritte und sicherte sich überlegen ihre erste kleine Kristallkugel. Vor dieser Saison stand sie nur zweimal auf einem Weltcup-Podest, einmal davon in einem Team-Event.
T wie Tränen: Diese vergoss der Norweger Atle Lie McGrath nach seinem bitteren Ausscheiden als Halbzeit-Führender im Olympia-Slalom. Unvergessen, wie er danach das Weite respektive den nahen Wald suchte, um sich niederzulegen. Tränen der Freude hatte der 25-Jährige dann beim Saisonfinale in den Augen. Dieses Mal hielten seine Nerven und er sicherte sich in der Heimat zum ersten Mal die kleine Kristallkugel im Slalom.
U wie USA: Bode Miller, Daron Rahlves oder Ted Ligety waren einst Punktelieferanten für das US-Team. Solche fehlen augenscheinlich. Mikaela Shiffrin hat mehr Punkte gesammelt (1410) als das gesamte US-Männerteam (971).
V wie Verletzungen: Diese bremsten das Schweizer Frauen-Team vor allem im Speed-Bereich aus. Lara Gut-Behrami zog sich bei einem Trainingssturz Ende November einen Totalschaden im linken Knie zu, der für sie womöglich das Karriereende bedeutet. Michelle Gisin erwischte es nur wenig später in St. Moritz. Bei ihrem spektakulären Abflug verletzte sie sich an der Halswirbelsäule und am Handgelenk und zog sich ebenfalls einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.
W wie WM-Hauptprobe: 2027 finden in Crans-Montana die Weltmeisterschaften statt. Die Hauptprobe in diesem Jahr stand ganz im Zeichen der Brandkatastrophe, die im Walliser Skiort in der Silvesternacht 41 Todesopfer und mehr als 100 Verletzte forderte. Der Fokus lag auf dem sportlichen. Dabei wussten die Schweizer Athletinnen und Athleten zu überzeugen. Malorie Blanc gewann sensationell den Super-G nahe ihrer Heimat, Franjo von Allmen doppelte am Tag darauf in der Abfahrt nach.
X wie Tag X: Wenn es drauf ankommt, ist Loïc Meillard zur Stelle. Der Westschweizer mauserte sich zum Mann für Grossanlässe. Bereits an der WM 2025 in Saalbach fuhr er im Slalom zum Titel. Nun liess er Slalom-Gold in Bormio folgen - es war sein einziger Sieg im Stangenwald in dieser Saison.
Y wie Youngster: Malorie Blanc war mit 22 Jahren und 25 Tagen die jüngste Siegerin dieser Weltcup-Saison. Die Walliserin löste bei ihrem Triumph in Crans-Montana Ende Januar Emma Aicher ab, die bei ihrem Sieg in St. Moritz nur fünf Tage älter war.
Z wie Zeitabstand: Mikaela Shiffrin gewann sechs Slaloms mit mehr als einer Sekunde Vorsprung. Sie sorgte auch für die grösste zeitliche Differenz zwischen Platz 1 und 2. In Spindleruv Mlyn nahm sie Camille Rast 1,67 Sekunden ab.