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War Muslic wirklich schuld an der Schalke-Niederlage?

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Schalke war in Freiburg einem Punktgewinn nah, verlor in Überzahl jedoch den Faden. Muslic machte anschliessend seine taktischen Entscheidungen verantwortlich. Schalke-Insider Dirk grosse Schlarmann sieht die Ursachen differenzierter.

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Schalkes Trainer Miron Muslic nahm die Niederlage in Freiburg auf seine Kappe. © DPA pa

Schalke war in Freiburg einem Punktgewinn nah, verlor in Überzahl jedoch den Faden. Muslic machte anschliessend seine taktischen Entscheidungen verantwortlich. Schalke-Insider Dirk grosse Schlarmann sieht die Ursachen differenzierter.

Chance verpasst!

Der FC Schalke 04 hielt beim neuen Tabellenführer SC Freiburg (zur Tabelle) richtig gut mit und war auf dem besten Weg, Punkte aus dem Breisgau zu entführen.

Zur Pause stand es 1:1 und nach dem Wechsel hatte der Bundesliga-Aufsteiger sogar die besseren Chancen und war dem Führungstreffer näher als die Hausherren. Doch nach der Gelb-Roten Karte gegen Freiburgs Yuito Suzuki in der 64. Minute verloren die "Knappen" nicht nur den Faden, sondern kassierten durch Keisuke Goto sogar noch das 1:2 und die Partie.

Muslic nimmt Schuld auf sich

Der Frust beim Pottklub war riesig. Robin Gosens ärgerte sich in den Katakomben des Freiburger Europa-Park-Stadions lautstark und lamentierte, dass man mindestens einen Punkt "hergeschenkt" habe. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nahm Trainer Miron Muslic die Schuld für die Pleite auf sich. Der Coach erklärte, er habe das Team mit seinen Wechseln und seiner taktischen Umstellung von Dreier- auf Viererkette aus dem Konzept gebracht.

"Dann habe ich die Statik verändert, damit wir das 2:1 machen. Das hat der Mannschaft nicht gutgetan. Damit habe ich einen Fehler gemacht. Die Mannschaft konnte damit nicht umgehen. Diese Niederlage muss ich taktisch auf meine Kappe nehmen", so der Übungsleiter.

Schuster von Aussagen beeindruckt

Worte, die sein Trainerkollege Julian Schuster nicht als selbstverständlich ansieht - im Gegenteil: "Eigentlich wollte ich mit etwas anderem anfangen, aber das war gerade wahre Grösse", so Freiburgs Erfolgscoach. Und weiter: "Ich habe selten erlebt, dass ein Trainer solche Worte wählt - und die Grösse hat zu sagen: 'Ich habe möglicherweise einen Fehler gemacht.' Das spiegelt eure Haltung und euren Umgang miteinander. Das ist beeindruckend."

Doch war Muslic wirklich schuld an dem verpassten Punktgewinn in Freiburg, wo Schalke die drei Gastspiele davor jeweils mit 0:4 verlor? Das war auch Thema in Schalker Markt - dem S04-Podcast von Sky Sport. Für Dirk grosse Schlarmann steckt auf jeden Fall Kalkül hinter den Aussagen Muslics.

Wollte Muslic die Mannschaft schützen?

"Miron Muslic macht eigentlich gar nichts, ohne vorher ganz klar im Kopf zu haben, was er damit erreichen will. Ich glaube, dass er im Endeffekt hier seine Mannschaft schützen will, was in meinen Augen aber gar nicht nötig wäre, da Schalke aufgrund der intensiven Spielweise die fünf Wechsel ja immer frühzeitig ausnutzt. Das war in jedem Spiel so", so der Sky Sport Reporter.

Der Unterschied zu den bisherigen Partien war laut grosse Schlarmann dieses Mal jedoch, dass die 'Gamechanger', wie Muslic sie nennt, sich dieses Mal "nicht nahtlos in das eingefügt haben, was auf dem Platz war". Muslic habe also nicht anders gehandelt als in den vorherigen Spielen, aber die Spieler, die reinkamen, seien eben "nicht annähernd an ihre bisherigen Leistungen" herangekommen:

"Vielleicht war es ein psychologischer Trick von Muslic, dass er die Spieler aus der Schusslinie nimmt, denn: Die Mannschaft sass wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt in der Kabine und dachte sich: 'Da haben wir aber Kacke gebaut.' Vielleicht kriegst du die Leute auf diese Weise sogar noch mehr auf deine Seite."

Fakten zum FC Schalke 04

  • Spitzname: Die Königsblauen, Die Knappen
  • Gründung: 4. Mai 1904
  • Vereinsfarben: Blau-Weiss
  • Stadion: Veltins-Arena (Gelsenkirchen)
  • Trainer: Miron Muslić
  • DFB-Pokalsiege: 5 (zuletzt 2011)

Ärgerliche Niederlage

Das grösste Problem in Freiburg war für den Schalke-Insider also nicht der Coach, sondern die veränderte Ausgangslage, mit der auch die erfahrenen Profis nicht umgehen konnten: "Dann fängt der Kopf an zu rattern. Alle haben vorher geschrieben: 'Wir kriegen hier richtig auf den Deckel, aber jetzt ist was möglich. Aber jetzt erwarten auch alle, dass wir Fussball spielen. Bisher hatten wir einen richtig guten Matchplan'", beschreibt der Sky Sport Reporter mögliche Gedankengänge der Spieler und ergänzt:

"Du hast richtig gemerkt, dass die Jungs dann gar nicht wussten, was sie machen sollen. Und das fand ich dann total schade, weil die Spieler, die dann reinkamen, letztlich noch weniger im Match waren, als die, die schon drauf waren."

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