Lando Norris kontrollierte das Rennen in Madrid lange Zeit souverän. Nach einer VSC-Phase fiel der McLaren-Star jedoch von Platz eins auf Rang fünf zurück und wurde am Ende Dritter.
Lando Norris war bedient. Der Weltmeister hatte den Grossen Preis von Spanien lange Zeit unter Kontrolle, führte das Rennen souverän an und schien auf dem Weg zum nächsten Sieg. Doch eine Virtual-Safety-Car-Phase machte sämtliche Hoffnungen zunichte. Nun fordert der McLaren-Pilot eine Anpassung der Regeln.
Der Knackpunkt des Rennens ereignete sich rund um den Ausfall von Lance Stroll. Der Aston-Martin-Pilot musste seinen Boliden aufgrund von Bremsproblemen abstellen und löste damit eine VSC-Phase aus. Für Norris kam diese allerdings zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.
Der McLaren-Star war gerade erst an der Boxeneinfahrt vorbeigefahren, als die Anzeigen für das Virtual Safety Car aktiviert wurden. Während Norris eine komplette Runde auf dem mehr als fünf Kilometer langen Madring absolvieren musste, konnten seine direkten Verfolger sofort reagieren.
Kimi Antonelli, Max Verstappen und George Russell nutzten die Gelegenheit, absolvierten ihren Pflichtstopp und verloren unter den reduzierten Geschwindigkeiten deutlich weniger Zeit als unter normalen Rennbedingungen.
Von der Führung auf Rang fünf
Norris blieb zunächst draussen, fuhr die Runde zu Ende und steuerte anschliessend die Box an. Doch kurz bevor der McLaren-Pilot seinen Stopp absolvierte, wurde die Strecke bereits wieder freigegeben.
Die Folge: Während Antonelli, Verstappen und Russell wieder mit voller Geschwindigkeit unterwegs waren, verlor Norris bei seinem Boxenstopp die entscheidenden Sekunden. Statt als Führender auf die Strecke zurückzukehren, fiel er bis auf Platz fünf zurück.
Der mögliche Sieg war damit praktisch verspielt. Am Ende reichte es für Norris "nur" zu Platz drei.
Norris fordert Änderung der VSC-Regel
Nach dem Rennen machte der Weltmeister aus seinem Frust keinen Hehl und stellte die aktuelle Regelung offen infrage. "Das ist eine Regel, die ein Rennen nicht bestimmen sollte. Ein Rennen sollte derjenige gewinnen, der die beste Leistung zeigt."
Der McLaren-Pilot erklärte zudem, dass das Thema bereits innerhalb des Fahrerkreises diskutiert worden sei. "Wir haben darüber bereits in der Fahrerbesprechung gesprochen und gesagt, dass sie das VSC mindestens eine Runde lang draussen lassen sollten, damit es für alle gleich ist."
Aus Sicht von Norris würde eine Mindestdauer verhindern, dass einzelne Fahrer durch den Zeitpunkt des VSCs massiv benachteiligt oder bevorzugt werden.
Verstappen zeigt Verständnis
Unterstützung erhielt Norris von Verstappen. Der Niederländer kennt die Situation ebenfalls nur zu gut, wie er auf der Pressekonferenz erklärte. "Ich habe deswegen auch schon Rennen gewonnen und verloren."
Verstappen zeigte Verständnis für den Frust seines Rivalen und sprach von einem besonders bitteren Rennverlauf. "Es ist heute für Lando extrem schmerzhaft, einen Sieg zu verpassen."
Tatsächlich hätte Norris ohne die VSC-Phase wohl beste Chancen auf den Sieg gehabt. Der McLaren-Pilot kontrollierte das Rennen an der Spitze und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Erst das unglückliche Timing des Virtual Safety Cars veränderte die Kräfteverhältnisse entscheidend.
Antonelli der grosse Gewinner
Der grösste Profiteur der Situation war Antonelli. Der Mercedes-Pilot nutzte das günstige VSC-Fenster perfekt und fuhr anschliessend zu seinem achten Saisonsieg.
Mehr zum Autor Udo Hutflötz
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