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Wendy Holdener und das spezielle Olympia-Gefühl

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Wendy Holdener ist die Schweizer Medaillensammlerin par excellence. Gerade im Team ist die Schwyzerin immer stark, doch mittlerweile hat sie Konkurrenz aus dem eigenen Lager.

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Strebt ihre bereits sechste Olympia-Medaille an: die Schwyzer Technik- und Team-Spezialistin Wendy Holdener © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Fünf Olympia- und neun WM-Medaillen hängen schon in Wendy Holdeners Trophäenschrank. Am Dienstag könnte in Cortina in der Team-Kombination eine weitere dazu kommen, auch wenn dafür die Schweizer Abfahrerinnen - in Holdeners Fall Jasmine Flury - über sich hinauswachsen müssten. Sie hat aber so oder so zwei Chancen auf Edelmetall: Zum Abschluss der Alpin-Wettkämpfe kommende Woche gilt sie im Slalom als Medaillen-Kandidatin.

Der Gedanke, zum vierten Mal bei Olympia dabei zu sein, zaubert ein Leuchten in Holdeners Augen. "Ich kann nicht sagen, was es genau auslöst", setzt die 32-jährige Technik-Spezialistin zum Versuch einer Erklärung an. "Es ist einfach etwas anderes, andere Kleider, mehr Medien, nur alle vier Jahre." Sie möge dieses Spezielle, das Auf-den-Punkt-bereit-sein, der Fokus.

2014 in Sotschi kommt Holdener zu ihrer Olympia-Premiere. "Ich war knapp 21-jährig, naiv", erinnert sie sich. "Ich habe zum Beispiel gedacht, die Medaillenkleider sind nicht schön, ich möchte andere Schuhe tragen. Dabei gehst du doch zu Olympia, um eine Medaille zu gewinnen. Alles andere ist egal." Teamkleider seien sowieso etwas Schönes, etwas Spezielles. "Aber mit so Kleinigkeiten habe ich mich beschäftigt." Das "Problem" löst sich von alleine, Holdener scheidet im Slalom und Riesenslalom aus.

Ganz anders 2018: "Ich musste sehr viel lernen, und in Pyeongchang habe ich es geschafft, dies umzusetzen. Dass ich drei Medaillen nach Hause genommen habe, ist unglaublich." Holdener gewinnt Gold im Teamevent, Silber im Slalom und Bronze in der Kombination. Vier Jahre später in Peking wird sie Zweite in der Kombi und Dritte im Slalom. "An Südkorea und China hatte ich sehr spezielle Erinnerungen. Ich hatte das Land bereist und freute mich extrem auf die Rückkehr."

Nun tritt Holdener erstmals bei Olympia in einem traditionellen Ski-Land an. Der Slalomhang in Cortina ist nicht jener von der WM 2021 und gilt als ziemlich flach. Das stört sie aber überhaupt nicht, im Gegenteil. "Das finde ich genau das 'Geile'", sagt sie und lacht. "Wenn du an einen Ort kommst, den du nicht kennst. Den niemand kennt, wo niemand einen Vorteil hat und alle bei Null anfangen." In Cortina kennt man zwar den Ort, aber der Slalomhang im unteren Teil der Abfahrtsstrecke ist doch neu.

Mit ihrer Saison ist Holdener nur bedingt zufrieden. "Ich hätte mir schon ein paar Podestränge mehr gewünscht", gibt sie zu. "2018 oder 2019 hatte ich viele, ich musste fast eine Medaille machen." Für die Schwyzerin aus Unteriberg bedeutete dies keinen zusätzlichen Druck. "Mir hat das immer Sicherheit gegeben, weil ich wusste, dass meine Leistung da ist und ich eine Bank bin."

Und nun? Die Zuversicht ist bei Holdener trotzdem da. "Die Aussenansicht ist vielleicht etwas anders, weil es andere Favoritinnen gibt." Sie stand nur einmal auf dem Podest, war aber nie weit davon entfernt.

Insbesondere hat sie sogar sehr starke Konkurrenz im eigenen Team erhalten. Camille Rast hat Holdener den Rang abgelaufen. Das sieht man auch an der Zusammenstellung der Duos für die Team-Kombination vom Dienstag. Vor einem Jahr an der WM belegte Holdener zusammen mit Lara Gut-Behrami den 2. Platz, nun erhielt Rast die beste Schweizer Abfahrerin Corinne Suter zur Seite.

Doch die Schwyzerin ist eine wahre Spezialistin für Teamwettkämpfe. Neben der olympischen Goldmedaille in Pyeongchang gewann sie 2019 auch WM-Gold sowie 2025 zweimal Silber im Team. Und die interne Konkurrenz nimmt sie sportlich. "Grundsätzlich willst du schneller sein als alle anderen, auch als die Teamkollegin", sinniert sie. "Aber du musst anders damit umgehen. Wenn du einen schlechten Tag hast, feiert das Team vielleicht trotzdem. Das ist nicht ganz einfach."

An der WM belegte sie im Slalom hinter Rast den 2. Platz, da konnten beide feiern. "Am Ende war jede, die vor dir ist, einfach besser, das muss man ihnen auch gönnen." Aber lieber hat es Wendy Holdener schon anders. "Ich hoffe natürlich, dass ich es sein werde, der man gratuliert." Am liebsten schon am Dienstag.

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