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Wieder "Leder" für Andri Ragettli

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Ragettli verpasste Bronze um 6,5 Punkte. Nach den Rängen 7 und 4 in Südkorea und China hatte er an seinen gefühlten Heimspielen in Norditalien gegen den Norweger Birk Ruud, den Amerikaner Alex Hall und den Neuseeländer Luca Harrington das Nachsehen.

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© Keystone

"Ich muss mich zusammenreissen, ganz ehrlich. Zum zweiten Mal ein vierter Platz ist extrem bitter. Aber mir geht es gut, ich kann stolz auf mich sein. Ich zeigte eine gute Leistung", sagte Ragettli enttäuscht, aber gefasster als vor vier Jahren in Peking, als ihn 1,85 Punkte von einer Medaille getrennt hatten und er mit den Judges haderte. Ob er in fünf Tagen zur Qualifikation im Big Air antritt, liess Ragettli im Moment der Enttäuschung vorerst offen, ohne es auszuschliessen.

Bei schwierigen Sichtverhältnissen startete der 27-jährige Flimser am Dienstag ordentlich in den Final der besten zwölf. Während er sich nach dem ersten von drei Runs aber nicht mehr steigern konnte, wurde er noch von den Podesträngen verdrängt. Nach dem ersten Durchgang lag er an zweiter Stelle, nach dem zweiten auf Platz 3. Als er zum letzten Mal antrat, wusste er, dass er eine Position gutmachen muss. Er strauchelte aber schon an den Rails.

Kim Gubser, der zweite Schweizer Finalist, klassierte sich nach zwei missglückten Runs und einem verpassten Grab im letzten Sprung des dritten Durchgangs im 10. Rang. Fabian Bösch (22.) und Nils Rhyner (25.) waren am Samstag in der Qualifikation hängengeblieben.

Ragettli hatte den Olympischen Spielen in Livigno in den letzten vier Jahren alles untergeordnet. Mit dem Fokus auf den Slopestyle, seine Paradedisziplin, verzichtete er in dieser Saison auf Starts im Big Air. Zwar waren die Resultate in den letzten Wochen nicht die allerbesten, der Weltmeister von 2021 und WM-Dritte von 2023 wähnte sich aber gewappnet, um sein letztes grosses Karriereziel in Norditalien zu erreichen - zumal er seine grösste Schwäche an den Rails ausgemerzt hat. Er sei in seiner "Prime", auf seinem besten Level überhaupt, sagte er im Januar. Nationalcoach Dominik Furrer schwärmte von Ragettlis hohem Grundniveau und dessen Zielstrebigkeit und Professionalität.

Birk Ruud ist gleichwohl ein logischer Sieger. Der 25-jährige Norweger gehört zu den Ausnahme-Athleten in der Freestyle-Szene. Vor vier Jahren gewann er in Peking bereits Gold im Big Air, im Weltcup steht er bei 16 Siegen und sieben Kristallkugeln. Nach den Spielen 2022 traute sich Ruud zwischenzeitlich sogar zu, in Livigno als Skifahrer und als Snowboarder um Medaillen zu springen. Das waghalsige Unternehmen brach er jedoch nach anfänglich vielversprechenden Ansätzen wieder ab.

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