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"Wir spielen sehr gerne für ihn"

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Die Schweizer NHL-Spieler sind sich einig: Nationaltrainer Patrick Fischer hat das Team auf ein neues Level gehoben. Jetzt soll an den Olympischen Spielen in Mailand die Krönung folgen.

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Roman Josi dürfte die Schweiz an den Olympischen Spielen als Captain anführen © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

"Compete, Commit, Connect" steht in der Garderobe der New Jersey Devils geschrieben. "Wenn das umgesetzt wird, dann gibt man sich eine gute Chance, ein Spiel zu gewinnen, wenn nur etwas davon fehlt, dann wird es schwierig", erklärt Captain Nico Hischier im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Commitment ist auch im Schweizer Nationalteam ein Schlüsselwort, das sich insbesondere auch die NHL-Stars zu Herzen genommen haben. Wenn immer möglich nahmen sie an Weltmeisterschaften teil, Kevin Fiala sogar kurz nach der Geburt seines erstes Kindes sowie kurz nach einer Fehlgeburt seiner Frau. Das kommt nicht von ungefähr, bezeichnet doch der Stürmer der Los Angeles Kings das Nationalteam als Familie.

Einen grossen Anteil daran schreibt er dem am Ende der Saison nach zehneinhalb Jahren scheidenden Trainer Patrick Fischer zu. "Wir spielen sehr gerne für ihn, das Team ist sehr, sehr eng zusammen. Auf dem Eisfeld kämpfen alle füreinander, daneben, was ihr nicht sieht, verfügen wir jeweils über eine Spieler-Lounge im Hotel und dort sind nach dem Training oder nach einer Partie eigentlich alle am spielen, reden oder was auch immer. Das war, als ich im Nationalteam angefangen habe (im Mai 2014), nie so wie jetzt."

Jonas Siegenthaler, ein Verteidiger der Devils, schliesst hier nahtlos an: Er lobt sowohl Fischers menschliche Art als auch das Coaching. Dementsprechend emotional ging es zu, als Fischer den NHL-Spielern Ende November des vergangenen Jahres in einem Zoom-Call seinen Entscheid, am Ende der Saison aufzuhören, mitteilte. Siegenthaler hebt eine weitere Eigenschaft hervor, die Fischer besonders auszeichnet: "Er hat von Anfang an gross geträumt, sah unser Potenzial. Es ist nun auch jenes Zeitfenster im Schweizer Nationalteam, in dem der Erfolg kommen muss."

Und das war auch der Fall mit dem Gewinn von drei WM-Silbermedaillen seit 2018. Aber eben, die Krönung in Form von Gold fehlt bisher. Jetzt stehen mit den Olympischen Winterspielen in Cortina und der Heim-WM im Mai in Zürich und Freiburg noch zwei Chancen bevor. Gibt der bevorstehende Abgang von Fischer einen zusätzlichen Boost? Fiala: "Olympische Spiele und Heim-WM sorgen allein schon für einen Extra-Boost. Ich glaube, zu viel darf man nicht über solche Dinge nachdenken, wir müssen immer im Moment bleiben, was aber natürlich sehr, sehr schwierig ist."

Die Schweizer treten in Mailand, wenn alles nach Plan läuft, mit zehn NHL-Spielern an - die verletzt gewesenen Pius Suter (Knöchel) und Philipp Kurashev (Handbruch) gaben am Wochenende ihr Comeback. Roman Josi und Nino Niederreiter haben kürzlich ihre 1000. Partie in der Regular Season der besten Liga der Welt bestritten, Hischier ist aktuell der beste Skorer der Devils, Fiala der zweitbeste der Kings, Lightning-Verteidiger Janis Moser hat den nächsten Schritt gemacht und belegt bei der Plus-Minus-Bilanz den 2. Platz. Das verdeutlicht das enorme Potenzial der Schweizer.

Dennoch wird es eine grosse Herausforderung, in Mailand eine Medaille zu gewinnen. Kanada, die USA sowie Schweden sind auf dem Papier höher einzustufen. Hinter diesem Trio sieht Patrick Fischer Finnland, Tschechien und seine Mannschaft als "gefährliche Aussenseiter. Deutschland hat sicher auch ein gutes Team." Eine Medaille sei jedoch definitiv realistisch.

Als Captain der Schweizer dürfte Josi fungieren. Fischer sagt über den 35-jährigen Verteidiger, der im September 2020 die Norris Trophy für den besten NHL-Verteidiger der Saison 2019/20 erhalten hat: "Er ist ein extrem nahbarer und umgänglicher Leader, der allen ein gutes Gefühl gibt und auch Sicherheit ausstrahlt."

Zudem hat Josi nach einer schwierigen Zeit wieder zur alten Stärke zurückgefunden. Das Turnier komme für die Schweiz zu einem super Zeitpunkt, sagt er gegenüber Keystone-SDA. "Wir haben von den Weltmeisterschaften sehr viel Momentum und verfügen über viele Spieler, die in ihren Teams grosse Rollen einnehmen. Zudem kennen wir uns sehr gut, während andere Mannschaften nie so zusammenspielen. Das kann sicher helfen. Jedenfalls müssen wir uns nicht verstecken."

An den bisherigen zwei Olympischen Spielen unter Fischer scheiterten die Schweizer 2018 im Achtelfinal an Deutschland (1:2 n.V.) und 2022 im Viertelfinal an Finnland (1:5). Beide Male fehlten jedoch die NHL-Cracks. Nun soll das Sprichwort "aller guten Dinge sind drei" seine Erfüllung finden.

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