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WM-Splinters: 12,5-Millionen-Trostpflaster und Rot-Festival

Andy

Gastgeber Mexiko gegen Südafrika: Am Donnerstagabend steigt das Eröffnungsspiel. Dann rollt der Ball – und später fliesst dann massig Geld.

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Lionel Messi erzielte im 199. Länderspiel für Argentinien seinen 117. Treffer. © KEYSTONE/AP Photo/Butch Dill

Insgesamt werden an die 48 teilnehmenden Nationen rund 871 Millionen US-Dollar ausgeschüttet – so viel wie nie zuvor bei einer Fussball-WM. Der Weltmeister kassiert 50 Millionen, nachdem Argentinien vor vier Jahren noch 42 Millionen erhalten hatte; der Verlierer des Finals wird immerhin noch mit 33 Millionen belohnt. Wer in der Vorrunde scheitert, erhält immerhin noch zehn Millionen. Zudem streicht jede Nation einen Vorbereitungsbeitrag von 2,5 Millionen ein. Das heisst: Für ein Ausscheiden auf schnellstem Weg gibt es immerhin ein Trostpflaster in der Höhe von 12,5 Millionen Dollar.

Wer an die WM reist, träumt natürlich vom grossen Happy End, vom WM-Titel. Das ist auch bei den Schweizern so, wobei die Wahrscheinlichkeit nicht wirklich gross ist. Der Mathematiker und Statistiker Jonas Bächinger gibt der Schweiz eine Titelchance von 1,16 Prozent. Am höchsten schätzt er Spanien (16 Prozent) vor Frankreich (15,5) und England (12,5) ein. Die Wahrscheinlichkeit einer argentinischen Titelverteidigung liegt immerhin bei 8,2 Prozent, während sich Deutschland mit 6,4 Prozent begnügen muss. Wie aber kommt er auf diese Prognose? Der Statistiker hat die WM eine Million Mal durchgespielt. In seine Modelle fliessen Faktoren wie das Fifa-Reglement, die Stärke der Teams und ihrer Spieler sowie Wettquoten ein. Immerhin erreicht die Schweiz gemäss seinen Berechnungen den Sechzehntelfinal (92 Prozent Wahrscheinlichkeit) und stösst in den Achtelfinal vor (58 Prozent). Dort würde wohl Portugal warten (Siegchance 43 Prozent) und im Viertelfinal wohl Argentinien (Siegchance 9 Prozent). Im Halbfinal wäre England der wahrscheinlichste Gegner – die Wahrscheinlichkeit für einen Finaleinzug? 3,5 Prozent. Und dann würde Spanien warten…

Deutschland startet am Sonntag gegen Curaçao ins Turnier und natürlich lebt die Hoffnung auf eine starke WM. Wichtig wäre, dass Bayern-Ass Jamal Musiala zu alter Stärke zurückfindet, doch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zweifelt, dass Musiala nach seiner schweren Verletzung und dem schwierigen Weg zurück rechtzeitig zu seiner besten Verfassung wieder zum Zauberer und Mann für die magischen Momente wird. «Er ist leider nicht in der Form, die ich mir wünsche und die ich kenne – und wie sie vor seiner schweren Verletzung war», so Matthäus. «Ich hoffe, dass er diesen Schritt in den nächsten ein, zwei Wochen noch geht. Ich glaube aber nicht, dass er es schafft.»

Dass dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan die Einreise in die USA verweigert wurde, hat weltweit Wellen geworfen. Nun haben die USA den Grund für die Abweisung des Fifa-Referees genannt: Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation sollen entscheidend gewesen sein. Die Überprüfung am Flughafen in Miami habe bei Artan «Verbindungen zu mutmasslichen Mitgliedern terroristischer Organisationen» ergeben, teilte ein Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mit. Artan wurde danach bei der Ankunft in Somalia von seinen Landsleuten begeistert empfangen. Am Flughafen der Hauptstadt Mogadischu wurde er von Offiziellen sowie mehreren hundert Anhängern begrüsst und sagte: «Ich verspreche euch, so Gott will, dass ich bei der nächsten WM dabei sein werde.»

Lionel Messi wird zwar am 24. Juni bereits stolze 39 Jahre alt. Doch der Argentinier ist für die «Mission Titelverteidigung» bereit. Die Gauchos haben ihr letztes Testspiel gegen Island mit 3:0 gewonnen, wobei Messi in der 72. Minute, zwei Minuten nach seiner Einwechslung, per Penalty das 2:0 erzielte. Für Messi war es im 199. Länderspiel für Argentinien der 117. Treffer. Damit ist er der älteste Torschütze der Albiceleste. Für Argentinien und Messi, der seine sechste WM bestreitet, beginnt das Turnier am 17. Juni gegen Algerien. Die weiteren Gruppengegner sind Österreich und Jordanien.

Stürmer Nicolas Jackson hat in der abgelaufenen Saison mit Bayern München das Double gewonnen, darf aber doch nicht bleiben. Nun will er die WM als Schaufenster nutzen, hat dabei aber noch Verbesserungspotenzial. Jackson sah im letzten Testspiel des Senegal gegen Saudi-Arabien innert kürzester Zeit zwei Gelbe Karten. Jackson wurde bei der Nullnummer in der 62. Minute eingewechselt, vergab später die Führung – und sah in der 82. Minute Gelb, nachdem er im Mittelfeld beim Kampf um den Ball seinen Gegenspieler auf Brusthöhe getroffen hatte. Keine zwei Minuten später verlor er auf Höhe der Mittellinie den Ball, setzte gegen Saudi-Stürmer Abdullah Al-Hamdan nach und trat diesem im Laufduell in die Ferse. Erneut Gelb – und dann ab unter die Dusche.

Noch wilder ging es bei den Frauen zu und her. In Fortaleza artete das «Freundschaftsspiel» zwischen Brasilien und der USA, das als Vorbereitung auf die WM 2027 in Brasilien gedacht war, total aus. Die Schiedsrichterin verteilte gleich acht Rote Karten – allerdings nur gegen die Gastgeberinnen. Trainer Arthur Elias und drei seiner Co-Trainer wurden vom Platz gestellt. Auch die Spielerinnen Bia Zaneratto und Tarciane flogen in der hart geführten Partie vom Feld, so dass die Seleçao die Nachspielzeit nur noch zu neunt bestritt. Nach dem Schlusspfiff lief die Partie gänzlich aus dem Ruder. Zwei weitere Brasilianerinnen sahen nach Handgreiflichkeiten Rot und die Schiedsrichterin musste den Platz unter Polizeischutz verlassen. Übrigens: Sportlich entschieden die USA das Spiel mit 1:0 für sich.

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