WM-Splinters: Freuler deutet Rücktritt an – Vozinha überholt Federer
In der Statistik von Remo Freuler stehen bislang 89 Länderspiele für die Schweiz mit elf Toren und elf Assists. Gegen Bosnien-Herzegowina kommt der Mittelfeld- und Führungsspieler heute also zu seinem 90. Einsatz für die Schweiz. Ist es einer seiner letzten?
«Davon habe ich als kleiner Junge geträumt, diese Zahl macht mich stolz», sagt der 34-Jährige. Ob Freuler, der am 25. März. 2017 beim 1:0-Sieg gegen Lettland zu seinem sechsminütigen Debüt kam, als er für Haris Seferovic eingewechselt wurde, als achter Spieler nach Granit Xhaka, Ricardo Rodriguez, Xherdan Shaqiri, Heinz Hermann, Alain Geiger, Stephan Lichtsteiner und Stéphane Chapuisat auch noch die 100-Spiele-Schallmauer durchbricht, scheint allerdings fraglich, denn der Bologna-Söldner sagte nun vor dem Bosnien-Spiel: «Das ist meine letzte Weltmeisterschaft. Und vielleicht sind es gegen Bosnien und Kanada auch meine letzten zwei Spiele. Aber natürlich will ich das Ende so lange wie möglich hinauszuzögern.» Das tönt nach einer Rücktrittsandeutung.
Es ist bekannt, dass in England die Stimmung rund um die «Three Lions» nicht immer stabil ist, sondern teilweise wechselhaft wie das Wetter im April. Das zeigt sich nun auch wieder bei Nationalcoach Thomas Tuchel. Der Deutsche verzichtete in seinem WM-Aufgebot auf bekannte Namen wie Phil Foden und Cole Palmer, um das Teamgefüge nicht zu stören, wie er sagte. Für seinen Entscheid wurde er erwartungsgemäss kritisiert. Nach dem überzeugenden 4:2-Startsieg gegen Kroatien hängt der Himmel nun aber voller Geigen. «Dallas Wowboys», schrieb das Boulevardblatt «The Sun» über das englische Nationalteam. Und: «Harry Kane und Jude Bellingham sorgten in Dallas für etwas Glanz und Glamour und bewiesen damit, warum England bei dieser Weltmeisterschaft vielleicht für Furore sorgen könnte.» Ähnlich positiv war das Urteil der «BBC»: «Das war ein England, wie wir es seit Jahren nicht mehr gesehen hatten – und es hat Spass gemacht.»
Die Zahlen werden immer astronomischer. Mit dem Unentschieden gegen Spanien wurde Kap-Verde-Goalie Vozinha in seiner Heimat zum grossen Helden und Superstar – und er katapultierte sich weltweit ins Rampenlicht. Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen und so explodierten dessen Follower-Zahlen auf Instagram förmlich. Während des Spiels schnellten sie von anfänglich 46'000 in die Höhe, zwei Stunden nach dem Abpfiff folgten ihm bereits zwei Millionen Menschen. Und es geht so weiter: Am Donnerstagmittag folgten ihm 13,2 Millionen Personen – es sind 100'000 Follower mehr als auf dem offiziellen Instagram-Account von Roger Federer.
Vor der WM 2026 lag der Deutsche Miroslav Klose mit 16 Treffern alleine an der Spitze der ewigen Torschützenliste von WM-Endrunden. Nun hat er aber Gesellschaft bekommen, weil Lionel Messi gegen Algerien in seinem 200. Länderspiel für Argentinien ein Hattrick gelang. Doch besitzt das illustre Duo nur eine Führung auf Zeit? Mit nur zwei Toren Rückstand lauert der Franzose Kylian Mbappé und hat die Führung zumindest in Sichtweite.
Keine Rolle spielt in dieser Statistik Cristiano Ronaldo. Der Portugiese bestreitet zwar wie Messi seine sechste WM, hat aber erst acht Tore erzielt. Und gegen die DR Kongo erlebte er einen Tiefpunkt. Portugal spielte nur 1:1 und der pathologisch ehrgeizige Ronaldo zeigte ein schwaches Spiel und blieb ohne Erfolg. Insgesamt kam Ronaldo zu drei Abschlüssen, aber keiner ging auf das Tor. Seit acht WM-Partien wartet CR7 bereits auf einen Treffer aus dem Spiel heraus. Vor vier Jahren traf er zwar im ersten Spiel gegen Ghana, allerdings vom Elfmeterpunkt aus. Für seinen Auftritt wurde CR7 danach vom früheren französischen Starstürmer Thierry Henry auf «Fox» hart kritisiert: «Hier geht es um etwas Wichtiges. Die Mannschaft muss Tore schiessen, nicht du. In einer Szene behindert er Bruno Fernandes, weil er unbedingt selbst ein Tor erzielen will. Dadurch ist es einfacher, ihn zu verteidigen. Das ist Ronaldos Problem im Moment. Er spielt wie ein Mittelstürmer, war aber nie einer und verhält sich auch nicht so. Er bringt Portugal diese Qualitäten nicht.» Immerhin stellte Ronaldo in diesem Spiel einen weiteren Rekord auf: Mit 41 Jahren und 132 Tagen ist er der älteste Feldspieler, der jemals bei einer WM-Endrunde in der Startelf stand.
Fast endlose Transferwirren gibt es um den Argentinier Julian Alvarez. Der Stürmer von Atlético Madrid peilt mit seinem Nationalteam die Titelverteidigung an und ist auf dem Transfermarkt heiss begehrt. Sein Marktwert beträgt 100 Millionen Euro, die Ausstiegsklausel liegt bei 500 Millionen. Und doch buhlen Top-Klubs wie Paris Saint-Germain, Arsenal und Barcelona um ihn. Mal heisst es, Alvarez habe PSG abgesagt, dann wieder, Arsenal und Atlético hätten sich angenähert und stünden vor einer Einigung. Und schliesslich wird berichtet, der Argentinier bevorzuge einen Wechsel zu Barcelona, was er dem Klub bereits persönlich mitgeteilt habe. Höchstwahrscheinlich wird auch in den nächsten Tagen und Wochen weiterhin nach dem Motto der 1000 Lügen und Wahrheiten spekuliert und fabuliert und werden wir erst nach der WM erfahren, wo Alvarez in Zukunft auf Torejagd gehen wird…