WM-Splitter: Nati entspannt sich am Strand – Neymar zittert
Der Countdown läuft, am Samstag startet die Schweiz gegen Katar in die WM. Und das hoffentlich mit einem guten Gefühl, nachdem es auf dem bisherigen Weg ein paar Nebengeräusche gegeben hatte.
Da war die verspätete Anreise von Breel Embolo, wobei man die Probleme mit dem Visum auch als «Eigenverschulden» abtun kann. Dann kam das laue Vorbereitungsspiel gegen Australien, in dem die Nati bisweilen lustlos wirkte, so dass Captain Granit Xhaka nach dem Match seinen Unmut über die ungenügende Leistung äusserte.
Ein weiteres Thema war der Schlangenalarm. Der Schweizerische Fussballverband machte darauf aufmerksam, dass ausserhalb des Trainingsgeländes wilde Schlangen leben – stark giftige Klapperschlangen. Teilweise wurde gemunkelt, dass die Nati ein neues Basis-Camp suchen könnte, was aber nicht der Fall ist. So liess SFV-Mediensprecher Sergio Affuso «20 Minuten« wissen: «Wir fühlen uns auf dem Gelände der Jewish Academy sehr sicher.» Gleich tönte es von Michel Aebischer: «Wir fühlen uns sicher. Ich habe bislang noch keine Schlange gesehen.»
Für ein ungutes Gefühl sorgte auch ein am Montag ausgebrochener Buschbrand, der sich bis in die Nähe des Nati-Trainingsgelände ausgebreitet hatte. Auch das Teamhotel lag am Rand der Gefahrenzone, einzelne Gebiete mussten evakuiert werden. Mittlerweile ist die Gefahr gebannt, der Brand ist unter Kontrolle, so dass die Feuerwehr Entwarnung geben konnte.
Nach den turbulenten Tagen kam ein Teamevent an der Küste von San Diego gerade recht. Murat Yakin und die Spieler genossen gemeinsam mit dem Staff einen Ausflug an den Strand von La Jolla – und spielerische Aktivitäten wie Beachsoccer, Tennis, Volleyball und American Football sowie kulinarische Leckerbissen. Nun sollten die Batterien voll sein, so dass der Fokus auf der finalen Vorbereitung auf das Spiel gegen Katar liegen kann.
Das Visumsproblem bei Breel Embolo konnte gelöst werden und der Stürmer weilt mittlerweile beim Team. Er ist aber nicht der einzige, der an dieser WM mit Einreiseproblemen konfrontiert ist. Der somalische Schiedsrichter Omar Artan wurde am Miami International Airport trotz eines gültigen Visums für die USA abgewiesen, wie es heisst. Dass er an der Einreise gehindert wurde, liegt wohl daran, dass Somalia zu jenen Ländern gehört, die auf einer von der Trump-Regierung eingeführten Einreiseverbotsliste stehen. Artan ist offenbar in die Türkei zurückgereist, und die Fifa teilte mit, als Verband sei man «nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschliesslich der Entscheidung über Visaanträge». Das Gastgeberland habe das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden. Die WM-Referees trainieren gemeinsam in Miami, ein Einsatz von Artan ist aktuell auch in Mexiko und Kanada ausgeschlossen.
Der Franzose Michael Olise hat beim FC Bayern München eine brillante Saison gezeigt und scheint seine Traumverfassung auch an die WM mitzunehmen. Die Franzosen siegten in ihrem letzten Test vor ihrem Startspiel am 16. Juni gegen Senegal in Lille gegen Nordirland mit 3:1 – und Olise brillierte mit einem Hattrick. Es waren für den ebenso begnadeten wie spektakulären Offensivspieler die Treffer Nummer 5, 6 und 7 für die Équipe Tricolore – bei nun 17 Länderspielen.
Während sich die Franzosen an Olise erfreuen, zittern die Brasilianer um Neymar. Wird der 34-Jährige nach seiner Wadenverletzung rechtzeitig fit für die WM? Die Fans dürfen zumindest hoffen. «Neymar unterzog sich am Montag einer MRT-Untersuchung und die Tests zeigten erwartungsgemäss einen positiven Verlauf seiner Behandlung. Er wird den von der medizinischen Abteilung der brasilianischen Nationalmannschaft festgelegten Rehabilitationsplan weiter befolgen», teilte die Seleçao mit. Neymar setze seine Behandlung fort und werde in zwei bis drei Wochen einsatzbereit sein, sein Zustand werde von Tag zu Tag beurteilt, so Mannschaftsarzt Rodrigo Lasmar. Die Brasilianer starten am Samstag gegen Marokko in die WM, treffen eine Woche später auf Haiti und am 24. Juni zum Abschluss der Gruppenphase auf Schottland. Dann sollte Neymar wieder einsatzbereit sein.
Neymar darf also noch hoffen, ist der WM-Traum für den Niederländer Jurrien Timber geplatzt. Der Arsenal-Verteidiger hat sich von einer Leistenverletzung nicht ausreichend erholt, nun wurde Lutsharel Geertruida, Teamkollege von Granit Xhaka bei Sunderland, von Oranje nachnominiert. Der nächste Schock liess bei den Holländern aber nicht lange auf sich warten. Im letzten Vorbereitungsspiel gegen Usbekistan musste Goalie Bart Verbruggen (Brighton & Hove Albion) mit einer Hüftverletzung ausgewechselt werden. Wie gravierend die Verletzung ist, ist allerdings noch offen.