Belgien siegt in extremis
Belgien zittert sich in den WM-Achtelfinal. Das Team von Trainer Rudi Garcia besiegt den Senegal in der ersten K.o.-Runde in Seattle nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2 nach Verlängerung.
Rudi Garcia und sein senegalesischer Amtskollege Pape Thiaw verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. Als Garcia Ende der 1990er-Jahre als Co-Trainer bei Saint-Etienne tätig war, empfahl er den damals jungen Spieler Thiaw seinem Chef. Vor dem Wiedersehen im Sechzehntelfinal sagte Thiaw daher: "Er hat viel zu meiner beruflichen Karriere beigetragen und ich werde ihm immer danken."
Später spielte Thiaw in der Schweiz für Delémont und Lausanne-Sport, seit Dezember 2024 ist er fester Nationaltrainer Senegals und nun hätte er Garcia beinahe bezwungen. Denn bis zur 86. Minute führte sein Team verdient mit 2:0. Dann gelang dem in der zweiten Halbzeit eingewechselten Romelu Lukaku der Anschlusstreffer - der 33-Jährige war in seinem 130. Länderspiel zum 92. Mal erfolgreich. Drei Minuten später glich Youri Tielemans per Kopf aus. Damit waren die zuvor enttäuschenden Belgier gut bedient. Den entscheidenden Treffer erzielte in der 125. Minute per Penalty ebenfalls Tielemans.
Senegal war in der 25. Minute durch Habib Diarra in Führung gegangen. Der 24-jährige Mittelfeldspieler stand goldrichtig, nachdem Ismaila Sarr zuvor nach einer Flanke von Sadio Mané mit dem Kopf noch am Pfosten gescheitert war. Diarra war in der vergangenen Saison Teamkollege des Schweizer Captains Granit Xhaka bei Sunderland.
Vor dem Tor agierten die Belgier viel zu passiv, sodass sich die Senegalesen den Ball wie im Training zuspielen konnten. In der 51. Minute erhöhte Ismaila Sarr auf 2:0 für die Nummer 15 der FIFA-Weltrangliste. Es war eine Augenweide, wie der Stürmer von Crystal Palace den Ball nach einem weiten Ball von Verteidiger Moussa Niakhaté in die Spitze annahm und verwertete.
Dank der späten Reaktion blieben die Belgier im 17. Spiel in Folge ungeschlagen (elf Siege). Überhaupt haben sie erst einmal unter der Führung von Garcia verloren - bei dessen Debüt gegen die Ukraine im März 2025. Im Achtelfinal wartet nun der Sieger der Partie zwischen den USA und Bosnien-Herzegowina. Der Senegal verpasste derweil auf ärgerliche Art und Weise den erst zweiten Sieg in einer K.o.-Runde an einer Weltmeisterschaft seit dem Achtelfinalerfolg gegen Schweden im Jahr 2002.
Belgien - Senegal 3:2 (2:2, 0:1) n.V.
Seattle. - 66'925 Zuschauer. - SR Martínez. - Tore: 25. Diarra 0:1. 51. Sarr (Niakhaté) 0:2. 86. Lukaku (Meunier) 1:2. 89. Tielemans (Trossard) 2:2. 125. Tielemans (Penalty) 3:2.
Belgien: Courtois; Castagne, Mechele, Theate, De Cuyper (78. Meunier); Tielemans, Vanaken (63. Moreira); Trossard (109. Onana), De Bruyne (56. Raskin), Doku (56. Lukébakio); De Ketelaere (46. Lukaku).
Senegal: Diaw; Diatta, Ciss, Niakhaté, Jakobs (93. Diouf); Diarra (73. Sarr), Idrissa Gueye (96. Ndiaye), Pape Gueye (66. Camara); Iliman Ndiaye (73. Mbaye), Ismaila Sarr, Mané (93. Jackson).
Bemerkungen: Verwarnungen: 64. Mechele. 67. Camara.