Bronze für das Schweizer Männerteam
Die Schweizer Kunstturner holen an der EM in Zagreb erneut eine Team-Medaille. Nach Silber im letzten Jahr ist es nun Bronze.
Noé Seifert, Florian Langenegger, Matteo Giubellini, Dominic Tamsel und EM-Debütant Mattia Piffaretti zeigten einen starken Wettkampf und machten von Gerät zu Gerät fast kontinuierlich Plätze gut. Am Ende lief es auf ein Duell mit Italien um Bronze hinaus. Teamleader Seifert behielt zum Abschluss am Reck die Nerven.
Damit rehabilitierte sich der Aargauer einen Tag nach der bitteren Enttäuschung im Reckfinal. In diesem durfte der 27-Jährige nach einer starken Leistung im Mehrkampf auf eine Einzelmedaille hoffen, ein Sturz machte die Träume jedoch zunichte. Dank des Team-Wettkampfs zum Abschluss geht Seifert aber doch noch mit Edelmetall nach Hause.
"Es ist unglaublich, ich bin mega zufrieden", sagte Seifert im Interview mit SRF. "Gestern hat man gesehen: Ein paar Zentimeter, und es kann vorbei sein. Der Druck war enorm hoch. Ich habe versucht, einfach alles auszublenden und mich auf die Übung zu fokussieren." Zudem habe er an die WM in Jakarta zurückgedacht, als er im vergangenen Jahr die historische Bronzemedaille im Mehrkampf gewann. Mit diesem Bild vor Augen gelang ihm die abschliessende Übung.
Für die Schweiz ist es nach Bronze 2016 in Bern und Silber 2025 in Leipzig die dritte Team-Medaille der Männer an Europameisterschaften.
Der Sieg ging an Grossbritannien, das sich einen Zweikampf mit den neutralen Athleten aus Russland lieferte. Diese zeigten nach der überlegenen Qualifikation einen keineswegs fehlerlosen Auftritt im Final. Das wirkte sich im Format, in dem es keine Streichresultate gibt, fatal aus: Die russischen Turner, die erstmals seit 2021 wieder an einer EM teilnehmen durften, mussten sich mit Silber begnügen.
Die nächsten Höhepunkte für die Kunstturner sind die WM 2027 in Chengdu sowie die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.