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Dank Oldie Julien Sprunger fehlen Fribourg zwei Siege zum Titel

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Er ist 40 Jahre alt und in Freiburg sowieso schon ein Volksheld. Mit seinem Treffer in der zweiten Verlängerung des dritten Finalspiels gegen Davos lässt er die Fans vom ganz grossen Coup träumen.

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Die Haarpracht hat an Fülle eingebüsst, der Killerinstinkt ist noch da: Julien Sprunger © KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Sein Alter sieht man Julien Sprunger an. Auf dem Eis, in dem er nicht mehr oft ein Laufduell gewinnt. Und daneben mit einer Haarpracht, die schon deutlich an Fülle eingebüsst hat. Aber der Captain von Fribourg-Gottéron ist noch immer der Mann für die magischen Momente. Im dritt-, viert- oder fünftletzten Spiel einer Karriere, die ihn nie aus Freiburg weggeführt hat, erzielt der 40-Jährige nach fast neun Minuten der zweiten Verlängerung das entscheidende 3:2 gegen Davos und bringt sein Team bis auf zwei Siege an den Gral in Form des ersten Meistertitels der Klubgeschichte heran.

Der schlaue Fuchs reagiert am schnellsten und findet aus spitzem Winkel die kleine Lücke über der Schulter von HCD-Goalie Sandro Aeschlimann. Genau da, wo ein moderner Butterfly-Goalie am verwundbarsten ist.

Kurz vor Mitternacht steht er dann in den Katakomben der prächtigen Davoser Eishalle und strahlt über das ganze Gesicht. "Es ist natürlich genial, ein solches Tor zu schiessen", sagt er. "In der Verlängerung, im Final." Sprunger ist mit 19 Goals in Verlängerungen einsamer Rekordhalter in der National League - mit nun sieben Treffern mehr als der vor einem Jahr zurückgetretene Andres Ambühl.

Die Feier danach ist intensiv, aber letztlich kurz. Sprunger läuft direkt zur Gottéron-Fankurve schräg hinter dem Davoser Tor. Da steht mitunter der Freiburger Skistar Alexis Monney. "Er ist ein guter Freund, ich habe ihn eingeladen", erzählt Sprunger schmunzelnd. "Die Fans waren so nah, da schien mir das eine gute Idee." Der Routinier weiss aber auch, dass damit noch nichts gewonnen ist und legt den Fokus sogleich wieder nach vorne.

Erholung ist in diesen intensiven Playoff-Serien entscheidend. "Bei mir geht es vielleicht noch etwas länger", meint der Ü40-Veteran lachend. Erstmals seit einem Vierteljahrhundert hat ein Playoff-Final mit drei Auswärtssiegen begonnen - notabene, nachdem in der Qualifikation alle Duelle vom Heimteam gewonnen wurden. Ein Erfolgsgeheimnis der Freiburger für diese neu entdeckte Auswärtsstärke: Sie reisen jeweils bereits am Vortag an und übernachten in Chur. Das zahlte sich im ersten Spiel aus, und nun auch im dritten.

Erholung ist das eine, die Gesundheit das andere. Erneut gibt es einige Fragezeichen, wer in Spiel 4 fit sein wird. Neben den schon länger ausfallenden Spielern fehlte Gottéron in den letzten zwei Partien der schwedische Verteidiger Patrik Nemeth, in Davos fiel nun auch sein finnischer Ersatz Juuso Arola nach einem Rencontre mit Filip Zadina aus. Letzterer konnte in der zweiten Verlängerung kurz vor dem entscheidenden Tor nach einem üblen Stockschlag von Lucas Wallmark in die Kniekehle das Eis nur mit Hilfe verlassen. Ein Ausfall des Tschechen wäre ein harter Schlag für Davos.

Wallmark kam ohne Strafe davon, wurde nachträglich aber mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt und gebüsst. Da es sein erstes Vergehen dieser Art war, wurde er aber nicht gesperrt. Zudem dauerte das Comeback von Nationalverteidiger Michael Fora nach einer Knieverletzung nur gut zwei Minuten.

Die Schiedsrichter sind also auch nach dem dritten Spiel ein Thema. Eines allerdings, das die Davoser diesmal ausdrücklich nicht hochkochen lassen wollen. Simon Knak, der für das schnelle 1:1 besorgt war, will zum Foul an Zadina gar nichts sagen, der Routinier Lukas Frick gibt sich betont diplomatisch. "Klar ist es frustrierend, aber du kannst es nicht ändern", meinte er. "Ich hoffe, sie sehen im nächsten Spiel das eine oder andere besser."

Die Davoser bleiben also ruhig, mit gutem Grund. Sie waren in den ersten drei Partien das eher bessere Team, konnten daraus aber keinen Profit ziehen. Und Fribourg spielt vielleicht auswärts etwas abgeklärter als zuhause vor über 9000 euphorisierten Fans.

Klar ist: Mit 2:1 Siegen führte Gottéron in seinen bisherigen vier Finals noch nie. Am nächsten stand man dem Meistertitel 1992, als man gegen den SCB ein 0:2 aufholte, aber das damals entscheidende fünfte Spiel in Bern 1:4 verlor. Auch der Blick auf den letzten Final, der mit drei Auswärtssiegen begann, sorgt nicht für Beruhigung. 2001 führte Lugano gegen den ZSC 2:1, dann sogar 3:1, verlor aber am Ende in sieben Spielen. Der Druck auf Julien Sprunger und seine Teamkollegen wird also nicht kleiner. Fortsetzung folgt bereits am Freitagabend.

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