Dembélé und die Suche nach seiner perfekten Rolle
Können Ousmane Dembélé und Kylian Mbappé gemeinsam Erfolg haben? Das könnte für Frankreich die entscheidende Frage sein. Eine erste Antwort gibt es am Dienstag gegen Senegal.
Sie sind vielleicht die zwei aktuell besten Spieler der Welt. Bei Paris Saint-Germain ist Ousmane Dembélé zum Gewinner des Ballon d'Or gereift und hat die Franzosen (endlich) zu zwei Champions-League-Triumphen geführt. Richtig durchgestartet ist er aber erst nach dem Wechsel von Kylian Mbappé zu Real Madrid. Was heisst das für die Nationalelf?
Dort dominiert Dembélé bisher nicht. Beim WM-Titel 2018 spielte er (noch) keine grosse Rolle, bei der Finalniederlage vor vier Jahren gegen Argentinien verursachte der 29-Jährige einen frühen Penalty und wurde noch vor der Pause ausgewechselt. Sieben Goals in 59 Länderspielen sind eine bescheidene Ausbeute, auch wenn sich Dembélé bei Weitem nicht nur über Tore definiert.
Das Spiel der "Bleus" ist vor allem auf Mbappé ausgerichtet, der auch die prestigeträchtige Nummer 10 - Dembélés Rückennummer bei PSG - trägt. Letzterer musste deshalb oft auf die Seite ausweichen. "Bei Paris kriegt er vom Trainer (Luis Enrique) alle Freiheiten", stellt Lucas Hernandez, Dembélés Teamkollege beim PSG und in der Nationalmannschaft, fest. "Es liegt bei ihm, auf dem Platz die richtigen Lösungen zu finden, um zu beweisen, dass er der beste Spieler der Welt ist." Bei den "Bleus" habe er nicht die gleiche Bewegungsfreiheit. "Ein ausserordentlicher Spieler ist er trotzdem."
Mittlerweile scheint Deschamps für seinen offensiven Vierzack von unfassbarer Qualität aber die richtige Formel gefunden zu haben. Dembélé in der bevorzugten zentralen Position hinter Mbappé, rechts und links die wirbligen Jungstars Michael Olise und Désiré Doué. Hinter diesen sollen die erfahrenen Aurélien Tchouaméni von Real Madrid und Adrien Rabiot von der AC Milan für die defensive Stabilität sorgen.
Goalie Mike Maignan und die Innenverteidigung mit Dayot Upamecano und William Saliba sind unbestritten. Die grössten Fragezeichnen bei einem der heissesten Titelanwärter sind die Aussenverteidiger. Deschamps dürfte auf die Erfahrung von Jules Koundé (rechts) und Théo Hernandez (links) setzen. Dennoch könnten sie in einer Auswahl, die offensiv für Topleute wie Rayan Cherki oder Bradley Barcola keinen Platz findet, die Schwachstelle sein.
Dem ersten Härtetest an dieser WM werden sie am Dienstag (20.00 Uhr Schweizer Zeit in East Rutherford bei New York) gegen Senegal unterzogen. Die Vorrunde mit Irak und Norwegen als weiteren Gegnern wird kaum zum Stolperstein werden. Der Gruppensieg wäre aber wertvoll.