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Die Schweiz gewinnt gegen Kanada und ist Gruppensieger

Keystonr

Dank einem 2:1-Sieg gegen Kanada holt sich die Schweiz den Gruppensieg. Nach den Toren von Ruben Vargas und Johan Manzambi gerät das Team zum Schluss aber noch ins Zittern.

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Johan Manzambi feiert das 2:0 der Schweiz gegen Kanada © KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Ein bisschen Drama muss offenbar immer sein. Auch gegen Kanada schafft es die Schweiz nicht, ohne Gegentor zu bleiben. Ein langer Pass in die Offensive, eine wunderbare Annahme, ein noch besserer Pass in die Mitte - und schon hatte Kanada den Anschlusstreffer erzielt. Das war in der 76. Minute und brachte dem Co-Gastgeber des Turniers die Hoffnung zurück.

Angetrieben vom nun euphorischen Publikum versuchten die Kanadier nochmals alles, um das Unentschieden zu erreichen und damit den 1. Platz in der Gruppe zu verteidigen. Dieser hätte dazu geführt, dass Kanada im Sechzehntelfinal sowie in einem möglichen Achtelfinal nochmals in Vancouver hätte spielen können.

Doch einen zweiten Gegentreffer liessen die Schweizer nicht zu. Sie brachten den knappen Vorsprung über die Zeit und blicken nun ihrerseits mindestens einer weiteren Partie in Kanada entgegen. Am Freitag, 3. Juli, um 5.00 Uhr Schweizer Zeit treffen sie im ersten K.o.-Spiel auf einen Gruppendritten.

Trainer Murat Yakin nahm für das letzte Gruppenspiel gleich vier Wechsel in der Aufstellung vor. So kam das Offensivtrio, das gegen Bosnien-Herzegowina in der zweiten Trinkpause eingewechselt worden war und die Schweiz zum Sieg geführt hatte, dieses Mal von Beginn an zum Einsatz. Und als Rechtsverteidiger kam nach Denis Zakaria und Silvan Widmer mit Luca Jaquez zum dritten Mal in Folge ein anderer Spieler zum Einsatz.

Es waren Wechsel, welche die gewünschte Wirkung nicht sofort entfalten konnten. Die Schweizer hatten zwar wie schon in den ersten beiden Gruppenspielen mehr Ballbesitz, taten sich jedoch lange schwer, Chancen zu kreieren.

Die Ausnahme: In der 11. Minute stand Embolo nach einer starken Körpertäuschung plötzlich vor Kanadas Maxime Crépeau. Sein Abschluss ging jedoch genau auf den herausgeeilten Goalie, während Johan Manzambi beim Nachschuss den Verteidiger traf.

Ansonsten taten sich die Schweizer gegen kompakte Kanadier schwer. Denn diese setzten nicht wie bisher konsequent auf Pressing. Zwar wurde der ballführende Spieler angegriffen, die übrigen Spieler machten jedoch die Mitte zu. So hatten die Schweizer nur wenig Platz für den Spielaufbau. Sinnbildlich dafür war Captain Granit Xhaka, der oft zugestellt wurde und dadurch deutlich weniger Ballkontakte hatte als noch gegen Bosnien-Herzegowina.

Und gerade als man sich fragte, ob es erneut zu einem Geduldsspiel kommen könnte, brachte Ruben Vargas die Schweizer in Führung. Am Ursprung der Aktion stand Luca Jaquez mit einem weiten Pass auf Johan Manzambi. Dieser leitete in die Mitte weiter, wo Breel Embolo zwar verpasste, Vargas hinten aber völlig freistand.

Mit seinem Tor nach gut 40 Sekunden in der zweiten Halbzeit sorgte der Luzerner für die Führung. Auffallend: Alle drei an der Aktion beteiligten Spieler standen im Vergleich zum letzten Spiel neu in der Aufstellung.

Und zwei von ihnen waren auch am zweiten Treffer beteiligt. Erneut öffnete Jaquez mit einem langen Ball das Spiel. Breel Embolo setzte seinen Körper geschickt ein und legte dann geschickt auf Manzambi auf, der seinen dritten WM-Treffer erzielte. Mit seinen 20 Jahren ist er nun der jüngste Schweizer Spieler, der an einer WM in zwei Partien in Folge ein Tor erzielte. Zuvor war dies Leopold Kielholz gelungen, der 1934 als 22-Jähriger zweimal in Folge getroffen hatte.

Dass es die Schweizer nicht schafften, den Vorsprung ohne Drama über die Zeit zu bringen, ist der Punkt, den es zu kritisieren gilt. Völlig unnötig gaben sie die Partie in der Schlussviertelstunde aus der Hand. Und tatsächlich kam Kanada in der 91., 93. und 96. Minute dem Ausgleich nochmals nahe. Der erste Kopfball ging jedoch knapp am Tor vorbei, die beiden weiteren wurden zur Beute von Kobel.

So kann sich Murat Yakins Mannschaft über den Sieg in der Gruppe B und eine etwas längere Erholungspause freuen.

Schweiz - Kanada 2:1 (0:0)

Vancouver. - 52'497 Zuschauer. - SR Abatti Abel (BRA). - Tore: 46. Vargas (Manzambi) 1:0. 57. Manzambi (Embolo) 2:0. 76. David (Saliba) 2:1.

Schweiz: Kobel; Jaquez (74. Widmer), Elvedi, Akanji, Rodríguez; Freuler, Xhaka; Sow (74. Aebischer), Manzambi (85. Fassnacht), Vargas (80. Ndoye); Embolo (85. Itten).

Kanada: Crépeau; Johnston, De Fougerolles, Cornelius, Laryea (83. Shaffelburg); Buchanan (75. David), Saliba, Choinière (58. Eustaquio), Ahmed (58. Millar); Jonathan David, Larin (58. Oluwaseyi).

Bemerkungen: Verwarnungen: 32. Larin. 32. Xhaka. 87. Millar.

Bosnien-Herzegowina - Katar 3:1 (2:1)

Seattle. - 66'925 Zuschauer. - SR Valenzuela (VEN). - Tore: 29. Alajbegović (Bašić) 1:0. 34. Mahmud Abunada (Eigentor) 2:0. 42. Hassan Al Haydos (Edmílson Junior) 2:1. 80. Mahmić (Hadžikadunić) 3:1.

Bosnien-Herzegowina: Vasilj; Malić (46. Memić), Katić (63. Hadžikadunić), Radeljić, Kolašinac; Bajraktarević, Bašić, Šunjić (46. Tahirović), Alajbegović (82. Burnić); Demirović, Džeko (64. Mahmić).

Katar: Mahmoud Abunada; Pedro Miguel, Boualem Khoukhi, Issa Laye, Sultan Al Brake; Jassem Gaber (46. Abdulaziz Hatem), Ahmed Fathy (79. Mohammad Manai), Karim Boudiaf (72. Almoez Ali); Edmílson Junior (79. Ahmed Alaa), Akram Afif, Hassan Al Haydos (56. Ahmed Al Ganehi).

Bemerkungen: Verwarnungen: 78. Ahmed Fathy. 82. Mahmić.

1. Schweiz 3/7 (7:3). 2. Kanada 3/4 (8:3). 3. Bosnien-Herzegowina 3/4 (5:6). 4. Katar 3/1 (2:10).

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