Die Schweizer in den Top 5-Ligen: Xhaka glänzt weiter – erster Sieg für Mvogo
Granit Xhaka überzeugt in Leverkusen weiter und spielt eine wichtige Rolle im Duell gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach. Ein kurzer Blick in die Top 5-Ligen zeigt, wie es ihm und einigen anderen Schweizer Spieler am Wochenende gelaufen ist.
Deutschland
Im Spiel zwischen Gladbach und Leverkusen steckte Brisanz. Nati-Captain Granit Xhaka kehrte mit Bayer an den Ort zurück, wo er von 2012 bis 2016 eine Leaderfigur gewesen war, ehe er für 45 Millionen Euro zu Arsenal weiterzog. Ein Duell gegen seinen Ex-Klub wurde es auch für Trainer Gerardo Seoane. Er übernahm im Juli 2021 als Cheftrainer von Bayer Leverkusen, wurde im Oktober 2022 gefeuert und hat auf diese Saison hin zu Gladbach gewechselt.
Das Duell der Rückkehrer, in das mit Gladbach-Goalie und -Captain Jonas Omlin ein dritter Schweizer involviert war, wurde zu einer klaren Angelegenheit. Xhaka leitete zwei Tore mit Chip-Bällen in den Strafraum ein, traf einmal mit einer Direktabnahme selber, wobei dieser Treffer nicht zählte, weil ein Teamkollege zuvor im Offside stand. Xhaka und sein Team konnten es verschmerzen, am Ende gewann Bayer klar mit 3:0. Der Nati-Captain war dabei einer der Aktivposten in seinem Team, bot sich immer an, war fleissig, dirigierte seine Teamkollegen und spielte 120 Pässe, von denen satte 113 auch bei einem Mitspieler landeten – stark.
Für viele Experten ist Bayer Leverkusen einer der grössten Herausforderer von Bayern München – und das nicht zuletzt wegen Nati-Captain Xhaka, der nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel gegenüber «Blick» sagte: «Ich spüre, dass ich enorm viel Selbstvertrauen habe. Der Klub, die Mannschaft und der Trainer geben mir natürlich auch viel Vertrauen. Das probiere ich mit meinen Leistungen auf dem Platz zurückzugeben.» Und sein Trainer Xabi Alonso erklärte: «Für mich und unser Spiel ist seine Position zwischen Defensive und Angriff sehr wichtig. Mit ihm bekommen wir mehr Kontrolle, mehr Stabilität in unser Spiel. Vom ersten Tag an hat er diese Rolle angenommen. Wir sind sehr glücklich.»
Ein anderer Meisterkandidat liess dagegen Federn. Borussia Dortmund mit Goalie Gregor Kobel kam im kleinen Ruhrpott-Derby gegen den VfL Bochum, bei dem Verteidiger Noah Loosli nur auf der Bank sass, lediglich zu einem 1:1. Kobel sah beim Gegentreffer nicht vorteilhaft aus, zeigte aber sonst einige starke Paraden und sagte nach dem Spiel unzufrieden: «Wir sind Borussia Dortmund und gehen mit gewissen Ansprüchen in die Spiele.»
Gut möglich übrigens, dass bald ein weiterer Schweizer in der Bundesliga spielen wird: Verteidiger Gregory Wüthrich steht offenbar vor einem Wechsel von Sturm Graz zum FC Augsburg. Damit würde er Teamkollege von Ruben Vargas, der am Sonntag mit seinem Team gegen den FC Bayern München mit 1:3 verlor und nach 66 Minuten ausgewechselt wurde.
England
In der Premier League war es kein Schweizer Wochenende Manchester City feierte im dritten Saisonspiel gegen Sheffield zwar den dritten Sieg und ist als einziges Team noch ohne Verlustpunkt. Aber Manuel Akanji fehlte im Aufgebot der Citizens; er hatte die Reise zum Auswärtsspiel offenbar wegen einer Verletzung gar nicht erst angetreten. Innenverteidiger Fabian Schär kassierte mit Newcastle eine bittere Heimniederlage gegen Liverpool. Newcastle ging nach 25 Minuten 1:0 in Führung, konnte ab der 28. Minute in Überzahl spielen, nachdem Liverpools Abwehrchef Virgil van Dijk nach einer Notbremse vom Platz geflogen war. Doch am Ende gewannen trotzdem die Reds, weil Joker Darwin Nunez mit Toren in der 81. und 93. Minute das Spiel drehte und dem Team von Jürgen Klopp den Sieg sicherte. Nati-Stürmer Zeki Amdouni stand bei Burnley im Spiel gegen Aston Villa zwar in der Startformation, konnte die 1:3-Niederlage aber nicht verhindern und wartet mit seinem Team weiter auf den ersten Punktgewinn.
Gar nicht zum Einsatz kamen Remo Freuler, Kevin Mbabu und Andi Zeqiri. Während Freuler bei der 2:3-Niederlage von Nottingham gegen Manchester United und Mbabu beim 2:2 von Fulham gegen Arsenal 90 Minuten auf der Bank sassen, stand Andi Zeqiri bei Brighton (1:3 gegen West Ham) einmal mehr nicht im Kader. Da wird wohl ein Transfer anstehen.
Italien
Nati-Goalie Yann Sommer bestreitet sein zweites Meisterschaftsspiel für Inter Mailand erst heute Abend – auswärts gegen Cagliari. Feiert er nach dem 2:0 gegen Monza beim Saisonauftakt seinen zweiten Sieg und hält er seinen Kasten erneut sauber? Zum zweiten Sieg mit seinem neuen Klub kam bereits Noah Okafor beim 4:1 gegen den FC Turin. Nachdem der Nati-Stürmer gegen Bologna 17 Minuten zum Einsatz gekommen war, erhielt er nun 24 Minuten, wurde für Rafael Leão eingewechselt, während Ricardo Rodriguez bei Turin durchspielte und die Captainbinde trug. Stürmer Okafor wartet aber weiterhin auf seinen ersten Serie A-Treffer. Bemerkenswert war das 1:1 von Bologna auswärts gegen Juventus Turin. Beim Aussenseiter wurde Michel Aebischer nach 85 Minuten ausgewechselt, Dan Ndoye erst in der Nachspielzeit. Düster sieht es für Kevin Rüegg aus, der auch beim 2:1 gegen die AS Roma bei Hellas Verona nicht einmal auf der Ersatzbank sass.
Frankreich
Nachdem Eray Cömert von Valencia an Nantes ausgeliehen wurde, sind nun acht Schweizer Legionäre in der höchsten französischen Liga tätig, wobei der Schweizer Internationale am Freitag gegen Monaco noch nicht zum Einsatz kam. Dabei verpasste er ein Spektakel, sein neues Team spielte gegen die Monegassen 3:3 und holte den ersten Saisonpunkt. Monaco – mit Goalie Philipp Köhn und Denis Zakaria, der nach fünf Minuten einen Penalty verschuldete, aber ohne den Langzeitverletzten Breel Embolo – gewann im dritten Spiel erstmals nicht, blieb aber dennoch Tabellenführer. Weiter ungeschlagen ist Goalie Yvon Mvogo mit Lorient: Nach dem 0:0 auswärts gegen das Starensemble von Paris Saint-German und dem 1:1 gegen Lille feierte Lorient beim 4:1 gegen Lille den ersten Saisonsieg.
Spanien
Nach dem Abgang von Innenverteidiger Eray Cömert nach Frankreich ist nur noch ein Schweizer in der höchsten spanischen Liga aktiv: Djibril Sow. Der Mittelfeldspieler stand gegen Girona beim FC Sevilla erstmals in der Startformation und spielte durch, konnte die 1:2-Heimniederlage aber auch nicht verhindern. Für Sevilla ist der Fehlstart damit Tatsache: Nach drei Niederlagen in Folge ist der amtierende Europa League-Champion als einziges Team in «La Liga» noch ohne Punkte und Tabellenletzter.