"Diese Nati kann jeden Gegner schlagen"
Lob, Freude und böse Erinnerungen an den Viertelfinal-Gegner Argentinien: Das schreibt die Presse zum historischen Sieg der Schweizer Nationalmannschaft im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien.
Die Schweizer Nati habe an diesem Dienstagabend "einen Gegner von einem anderen Kaliber als die bisherigen Widersacher" ausgeschaltet, schrieb die "NZZ" online. Die Schweizer seien als "leichte Aussenseiter" in diese Partie gestiegen. In dem ruppigen und zähen Abnützungskampf habe es in der Offensive an Ideen gefehlt, kritisierte das Blatt die ereignislosen ersten 90 Minuten des Spiels. Vor allem die Absenz des verletzten Johan Manzambi habe die Schweiz spürbar geschwächt. "Eine Schweizer Niederlage hätte fraglos Personaldiskussionen ausgelöst", meint die Zeitung. Aber: "Wer gewinnt, hat immer recht".
"Der nächste historische Akt der Schweizer an dieser Weltmeisterschaft ist geschafft", schrieben die Tamedia-Titel online. Sie erinnern an das letzte Duell gegen den Viertelfinal-Gegner und amtierenden Weltmeister Argentinien. An der WM 2014 in São Paulo war es Blerim Dzemaili, der nach einem Treffer der Argentinier kurz vor dem Ende der Verlängerung den Ausgleich knapp verpasste. Natürlich sei Argentinien mit seinem achtfachen Ballon-d'Or-Gewinner Lionel Messi auch am Sonntagmorgen gegen die Schweiz wieder der Favorit. "Aber diese WM hat wiederholt gezeigt, wie wenig das zählt. So bietet sich der Schweiz die Chance, ein weiteres grosses Kapitel ihrer Fussballgeschichte zu schreiben."
In die gleiche Kerbe schlägt, wenn auch in etwas anderem Ton, der "Blick". Unter dem Titel "Jetzt ist Messi fällig", bedient sich das Boulevardblatt im Newsletter "Forza WM-Spezial" eines alten Sprichworts: "Man trifft sich immer zweimal im Leben." Es ist eine Anspielung auf den unglücklich verlorenen WM-Achtelfinal vor zwölf Jahren. "Argentinien. Da haben wir noch eine Rechnung offen", zitiert der "Blick" Captain Granit Xhaka zum Zeitpunkt der erfolgreichen WM-Qualifikation auf die Frage, auf welchen Gegner er an der WM gerne treffen würde. In der Nacht auf Sonntag sei für Xhaka und Co. in Kansas City, irgendwo in der amerikanischen Prärie, die Zeit gekommen, um Revanche zu nehmen.
Die Schweiz habe "Nerven aus Stahl" bewiesen, schrieb SRF auf seinem Newsportal. "Der Jubel im Schweizer Lager kannte keine Grenzen, während der Sevilla-Stürmer (Ruben Vargas; Anm. der Redaktion) die Kolumbianer ins Tal der Tränen stürzte." Eine Überraschung gegen den Titelverteidiger Argentinien scheine nun nicht ausgeschlossen, denn sowohl gegen Kap Verde (3:2 n. V.) als auch gegen Ägypten (3:2 nach 0:2 Rückstand) hätten die Argentinier Mühe bekundet. Superstar Messi sei zwar in Topform, habe an dieser WM jedoch auch schon zwei Penaltys verschossen.
"In Nati We Trust", schrieb das Newsportal "Watson" in seinem Kommentar. Und: "Diese Nati kann jeden Gegner schlagen." Jeglicher Zweifel daran sei nicht mehr angebracht, auch wenn die Schweiz in diesem Jahrtausend nur eines von sieben Spielen gewonnen hatte, das nach 90 Minuten noch nicht entschieden war. Nach dem gestrigen Abend habe die Schweiz "die bösen Geister" bezwungen. "Wir haben in Vancouver gegen Kolumbien nämlich eine andere Nati gesehen. Eine selbstbewusste, die sich von nichts aus der Ruhe bringen lässt - auch nicht von Verletzungen mehrerer Leistungsträger kurz vor dem Spiel."