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Embolos Sperre und Widmers Rücktritt bieten Einsatzchancen

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Im Sommer waren sie zusammen in den Ferien, nun sind Winsley Boteli und Sascha Britschgi die Neulinge im Nationalteam. Die beiden 20-Jährigen könnten von Beginn an eine grössere Rolle spielen.

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Winsley Boteli (links) und Sascha Britschgi freuen sich auf ihre erste Erfahrungen mit dem A-Nationalteam © KEYSTONE/URS FLUEELER

Die Zeit nach einer Endrunde nutzt Nationaltrainer Murat Yakin auch immer dazu, neue Spieler zu testen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es nicht so einfach ist, im Nationalteam Fuss zu fassen. Die Gegenthese bilden Spieler wie Johan Manzambi, die sich innert kurzer Zeit fast unverzichtbar gemacht haben.

Genau darauf hoffen Winsley Boteli und Sascha Britschgi, die beiden Neulinge im Nationalteam. Gerade erst 20 Jahre alt geworden, haben die beiden bei Yakin bereits Eindruck gemacht. Boteli, indem er die Avancen des Fussballverbands der DR Kongo ablehnte und sich klar zum Schweizer Nationalteam bekannte. Bei Britschgi war es ein Anruf, den Yakin so schnell nicht mehr vergessen wird.

Wenn er Spieler erstmals fürs Nationalteam aufbietet, ist auch er gespannt auf deren Reaktion. Die von Sascha Britschgi ist ihm besonders geblieben. Denn es kam nicht etwa Jubel, sondern ... nichts. "Er war knapp eine Minute einfach still", erzählt Yakin. Dass der überwältigte Verteidiger fast keine Worte mehr fand, empfand der Trainer als "sehr herrlich". Es sei schön, solche Momente zu erleben.

Klar, dass Britschgi an der Pressekonferenz in Belek auf das Telefongespräch angesprochen wurde. Er habe einfach nur "Wow" gedacht, sagt er. "Ich musste zuerst realisieren, was hier gerade passiert." Tatsächlich ist bei ihm alles so schnell gegangen, dass man rasch den Überblick verlieren könnte.

Im Frühling 2025 spielt er noch bei der Luzerner U21 und schliesst die KV-Ausbildung ab. Dann folgt der erste Profivertrag und sogleich das Super-League-Debüt. Drei Spiele bestreitet er für die Luzerner, ehe er einen für viele überraschenden Entscheid trifft. Am 26. August, einen Tag vor seinem 19. Geburtstag, wird bekannt, dass Britschgi zu Parma Calcio wechselt.

Damit macht Britschgi genau das Gegenteil von dem, was früher als Credo für Talente wie ihn galt: Zuerst in der heimischen Liga Fuss fassen, dann den Schritt ins Ausland wagen. "Ich habe einfach gespürt, dass ich bereit dafür bin", sagt Britschgi rückblickend.

Einen Monat nach seinem Wechsel kommt er zur Premiere in der Serie A - einmal mehr wird er als Startspieler ins kalte Wasser geworfen. Dieses scheint ihm aber zu behagen. Britschgi etabliert sich sofort und wird als Teenager zur Stammkraft.

Bei Britschgi hat sich der frühe Wechsel in eine europäische Topliga gelohnt, bei Boteli ebenfalls - allerdings in anderer Form. Bereits im Sommer 2022 wechselt der Stürmer aus dem Servette-Nachwuchs zu Borussia Mönchengladbach. Dort geniesst er eine Ausbildung auf hohem Niveau, der Sprung zu den Profis gelingt ihm aber nicht. Deshalb kehrt Boteli in die Schweiz zurück.

Nach einer Leih-Saison beim FC Sion entscheiden sich die Walliser, die für den Klub vergleichsweise hohe Ablöse von etwa 3,3 Millionen Franken zu bezahlen. Boteli dankt es mit 13 Toren und 5 Assists in 15 Spielen. Oder wie es Yakin ausdrückt: "Er kann von überall schiessen und trifft das Tor."

Im Moment fühle es sich tatsächlich fast so an, sagt Boteli, der in Belek das Zimmer wie schon in den U-Teams mit Britschgi teilt. "Ich fühle mich extrem gut und geniesse die aktuelle Dynamik." Der Genfer strahlt eine grosse Lockerheit aus, hält sich im ersten Training nicht mit Spässen zurück und zeigt Tricks.

Manchmal muss er sich aber zurücknehmen. Zum Beispiel hatte sich Boteli kurz Hoffnungen gemacht, auch im Nationalteam mit seiner Lieblingsnummer 13 auf dem Rücken auflaufen zu können. Dann erfuhr er, dass diese seit Jahren von keinem Geringeren als Ricardo Rodriguez besetzt ist. "Ich weiss, dass Ricci eine Legende ist, ich habe grossen Respekt vor ihm." Mit der Nummer 19 sei er auch zufrieden.

Boteli ist bewusst, dass nicht alle von Beginn an so einschlagen können, wie es beispielsweise sein ehemaliger Klassenkamerad Manzambi gemacht hat. Trotzdem könnte er schon in diesem Zusammenzug eine grössere Rolle spielen. Wegen der Rotsperre von Breel Embolo ist im Sturmzentrum ein Platz frei. Boteli kämpft wohl mit Cedric Itten und Zeki Amdouni um den Vorzug auf dieser Position.

Britschgis Einsatzchancen sind ebenfalls intakt. Nach dem Rücktritt von Silvan Widmer und der verletzungsbedingten Abwesenheit von Denis Zakaria ist offen, wer als Rechtsverteidiger auflaufen wird. Neben Britschgi dürfen sich auch Zachary Athekame und Isaac Schmidt Hoffnungen machen. Allerdings hat Britschgi gezeigt, dass er auch auf der linken Seite eine Option sein kann.

Sollte "der ewige Rodriguez" also irgendwann in ferner Zukunft entscheiden, nicht mehr fürs Nationalteam aufzulaufen, könnte Britschgi möglicherweise seine Position und Boteli vielleicht seine Rückennummer erben. Dafür müssen sie aber beweisen, dass ihre Aufgebote mehr als einem kurzfristigen Hype zu verdanken sind.

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