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Explosiv, robust, variabel: Passt Wunschspieler Gordon zu Bayern?

Sky Sport stellt Gordon gemeinsam mit den Analyse-Kollegen von Create Football einmal vor und ordnet ein, ob und wie der aktuelle Profi von Newcastle United zum FCB passen würde.

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Anthony Gordon ist ein Wunschkandidat des FC Bayern München. © Imago

Sky Sport stellt Gordon gemeinsam mit den Analyse-Kollegen von Create Football einmal vor und ordnet ein, ob und wie der aktuelle Profi von Newcastle United zum FCB passen würde.

Von Leon Düngefeld und Luca Sixtus

So einen Spieler wie Anthony Gordon hat der FC Bayern München in seinem Kader aktuell nicht!

In erster Linie auf der linken Aussenbahn beheimatet, kann der 25-Jährige auch im Sturmzentrum und auf dem rechten Flügel mit seinem enormen Tempo an den Gegnern vorbeirasen. Regelmässig knackt der Engländer in der Premier League die Speed-Marke von 36 km/h. In der Champions League wurde der Rechtsfuss in dieser Saison sogar schon mit 37,92 km/h geblitzt. Damit gehört der Offensiv-Flitzer von Newcastle United zu den schnellsten Spielern auf der Insel.

Nach Sky Sport Informationen gab es bereits konkrete Gespräche zwischen den Bayern und der Gordon-Seite. Die Klubs haben noch nicht miteinander verhandelt.

Ein Transfer nach München würde dem deutschen Rekordmeister neue Möglichkeiten in seinem Spiel eröffnen. Gordon bringt vor allem Tempo und Intensität mit. Dazu ist seine Flexibilität ein entscheidendes Plus. Solch ein variables Profil suchen die Bayern für den anstehenden Sommer.

Lobeshymne von Ancelotti

Am 24. Februar 2001 in Liverpool geboren, begann Gordon seine fussballerische Laufbahn beim grossen FC Liverpool, wechselte jedoch früh in die Jugend des erbitterten Stadtrivalen FC Everton. Dort entwickelte sich der Junge, der auch irische und schottische Wurzeln hat, zu einem der vielversprechendsten Talente seines Jahrgangs.

Sein Premier-League-Debut für die "Toffees" gab Gordon im Januar 2020 im Alter von 18 Jahren unter Trainer-Ikone Carlo Ancelotti. Dieser sagte einst in einem Interview mit dem Times Magazine: "Anthony ist ein Spieler mit viel Talent. Es ist nicht schwierig, einem jungen Spieler zu vertrauen, wenn der Spieler diese Qualität und Fähigkeiten mitbringt".

Anthony Gordon erhält Instruktionen seines Trainers Carlo Ancelotti
Image: Anthony Gordon (l.) erhält Instruktionen seines damaligen Trainers Carlo Ancelotti.

Nach einer kurzen Leihe bei Preston North End in der zweitklassigen Championship gelang Gordon in der Saison 2021/2022 der Durchbruch und gehörte in Everton fortan zum Stammpersonal. Dort machte er schnell auf sich aufmerksam und wechselte im Januar 2023 für etwas mehr als 45 Millionen Euro zu seinem heutigen Arbeitgeber nach Newcastle.

Viele Tore & Vorlagen - starker Scorer

Unter seinem neuen Trainer Eddie Howe nahm Gordon umgehend eine zentrale Rolle ein. In seiner ersten vollen Saison für die "Magpies" war der Flügelspieler nicht nur gesetzte Stammkraft, sondern sammelte darüber hinaus in 35 PL-Partien stolze 26 Scorer-Punkte (elf Tore, 15 Vorlagen).

Auch in dieser Saison kommt er in 46 Pflichtspielen schon auf 17 Treffer und fünf Assists. Vor allem in der Champions League machte Gordon mit starken Zahlen (zehn Tore, zwei Vorlagen) auf sich aufmerksam - besonders im Gedächtnis geblieben ist sein Viererpack in den Playoffs gegen Qarabag Agdam.

Howe sagte kürzlich über Gordon: "Ant (Anthony Gordon, Anm. d. Red.), ich würde ihn wohl als Gewinner bezeichnen. Er will alles gewinnen, er ist ein echter Kämpfer. Er hat diese Eigenschaft, die meiner Meinung nach alle Spitzenspieler brauchen: Er ist sehr zielstrebig und konzentriert sich voll und ganz auf seine Entwicklung und sein Spiel."

Anderes Profil als Luis Diaz

Folgt nun im Sommer der nächste Karriereschritt?

Die Bayern würden ihn nur zu gern als hochkarätigen Herausforderer von Luis Diaz auf der linken Aussenbahn ins Team holen. Damit könnte man den Kolumbianer gleichzeitig entlasten, ohne dabei das Spielerprofil eins zu eins zu kopieren.

Während Diaz stärker im Kombinationsspiel eigebunden sein und mit dem Ball am Fuss Tempo aufnehmen möchte, sucht Gordon vor allem mit Läufen ohne den Ball die Tiefe. Er ist ein Vertikalsprinter, der gerne die Räume hinter der gegnerischen Abwehrkette sucht oder Eins-gegen-eins-Situationen mit seinem Tempo löst, indem er sich den Ball einfach vorbeilegt - ohne viel Schnickschnack.

Im Sturmzentrum könnte Gordon zudem Superstar Harry Kane die ein oder andere Verschnaufpause verschaffen. Falls der aktuell nur ausgeliehene Nicolas Jackson nicht über den Sommer hinaus in München bleiben sollte, würde dort ein Platz frei werden. In dieser Saison hat Gordon fast die Hälfte seiner Spielzeit auf der zentralen Stürmerposition absolviert.

Gordon ist ein physisches Biest

Der 17-fache Nationalspieler, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von England-Trainer Thomas Tuchel für die WM im kommenden Sommer nominiert wird, würde in jedem Fall die taktischen Optionen der Bayern erweitern.

Denn: Gordon ist ein physisches Biest. Im Antritt ist er kaum zu stoppen, sein Top-Speed ist atemberaubend, er ist brutal durchsetzungsstark bzw. robust und er gehört zu den pressingstärksten Flügelstürmern in ganz Europa. Der Offensivmann spult über 90 Minuten ein immenses Pensum ab.

Das würde zum intensiven Spiel von Bayern-Trainer Vincent Kompany passen, der oftmals ein hohes Pressing und Mann-gegen-Mann über den gesamten Rasen spielen lässt. Dazu sticht Gordons Mentalität heraus: In Topspielen und auf Europas grösster Bühne performt er oft besonders gut.

Passt Gordon zu Bayern?

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass Gordon ein extrem spannender Spieler ist, der das Potenzial hat, irgendwann die Weltklasse zu erreichen. Seine erstaunliche Geschwindigkeit ist eine Qualität, die die Bayern so aktuell nicht im Kader haben. Aber passt er zum FCB?

Aufgrund der Tatsache, dass die Münchner durch ihre dominante Spielweise oftmals auf tiefstehende Ketten treffen, passt ein technisch starker Spieler wie Diaz aktuell besser ins Team. Für einen Vertikalsprinter wie Gordon ergeben sich in den meisten Fällen schlichtweg keine Räume.

Der Engländer würde bei den Bayern sicherlich trotzdem auf gute Scorer-Werte kommen, sein Spielstil ist aber eher prädestiniert für eine umschaltlastige Liga wie die Premier League.

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