CEO Matthias Tillmann spricht im Saisonendspurt im Sky Sport Podcast Schalker Markt exklusiv über die Suche nach einem neuen Hauptsponsor, das neue Trikot und mögliche Umbau-Massnahmen in der Veltins Arena.
Zudem verrät er, wie seine Familie mit der Kritik an ihm umgeht und wie Schalkes Transferpläne bei einem Aufstieg aussehen.
Schalke-CEO Matthias Tillmann über...
... die Suche nach einem neuen Hauptsponsor:
"Positiv ist, dass Schalke ganz anders wahrgenommen wird als vor zwei Jahren. Das Interesse ist gross und wir haben mehrere Optionen. Wir haben uns erarbeitet, dass wir wieder wählerisch sein können. Wir sind jetzt auf der Zielgeraden und das Ziel ist es, dass wir im Juni oder spätestens Anfang Juli klar sind. Aber ich hoffe, dass wir das sogar schon vorher hinbekommen."
… die Summe, die Schalke von einem Hauptsponsor bei einem Aufstieg prozentual mehr anvisiert:
"Wir haben da verschiedenste Statistiken, die wir auch den Partnern aufzeigen, was Reichweite in der Bundesliga und 2. Bundesliga angeht. Da hast du reichweitentechnisch ganz andere Zahlen. Es geistern immer wieder Zahlen durch die Medien, was wir so aufrufen für die verschiedenen Ligen und da ist dann die Rede von einem Verhältnis von eins zu zwei. Sprich: in der Bundesliga doppelt so viel wie in der 2. Liga. Das ist nicht so weit weg von dem, wie es in der Realität aussieht."
... das geleakte Heimtrikot zur neuen Saison:
"Man hat sich mittlerweile dran gewöhnt, dass es rauskommt. Ist der Leak ganz weit weg? Nein. Aber alle Details haben sie auch nicht. Ich kann allen Fans sagen, dass wir richtig coole Trikots haben werden. Wartet auf die Details und am Ende muss man so ein Trikot auch in den Händen halten, im Shop oder wenn es die Spieler tragen, mal sehen. Da kann sich jeder drauf freuen - am Ende mit einem coolen Sponsor vorne drauf."
… mögliche Umbau-Massnahmen in der Veltins Arena:
"Eine zweite LED-Reihe gibt es derzeit beispielsweise noch nicht, da gibt es also grosses Vermarktungspotenzial und das wären alles zusätzliche Einnahmen, die man generieren kann. Wir haben berechnet, dass man die Investition in etwa anderthalb Saisons wieder rausverdient. Das ist also richtig gut. Aber man muss baulich erst einmal alles prüfen und braucht auch immer entsprechende Genehmigungen. Man kann also nicht alles verändern, worauf man Lust hat. Wir schauen gerade, wo wir nicht nur investieren, sondern nachhaltig investieren können. Und wenn du so ein Beispiel hast und du kannst das Geld in anderthalb Jahren rausverdienen, dann musst du das machen. Das bringt dich weiter und dann wirst du auch die Mittel dafür aufwenden können. An diesem Punkt sind wir gerade, wo wir gucken, was wir priorisieren und zuerst machen wollen, denn natürlich können wir nicht alles machen."
... das oft veränderte Rahmenprogramm in dieser Saison:
"Wir haben ein paar Dinge ausprobiert und getestet. Natürlich applaudieren da nicht alle Leute, denn jeder hat seine Meinung - das gehört dazu. Zur neuen Saison wollen wir aber ein klares Programm haben und es nicht von Spieltag zu Spieltag ändern. Ich persönlich finde, dass das, was wir haben, schon richtig stark ist. Das emotionalisiert und es ist sinnvoll, frühzeitig im Stadion zu sein. Aber wir können auch weiter Dinge verbessern."
… mögliche Abgänge im Sommer trotz eines Aufstiegs:
"Ich bin sehr zuversichtlich und optimistisch, dass - wenn wir einen Spieler verkaufen - diesen aus freien Stücken verkaufen und nicht, weil wir müssen. Wir würden es nur tun, weil wir überzeugt sind, dass wir das eingenommene Geld gezielt und gut reinvestieren können. Wir ziehen kein Geld raus und legen es aufs Konto. Ja, wir müssen einen Transferüberschuss erzielen, aber das ist natürlich nicht alles und daher bin ich sicher, dass wir es schaffen, die Mannschaft trotz allem zu verstärken. Und klar ist natürlich auch, dass wir nicht die halbe Mannschaft verkaufen werden."
… Änderungen am aktuellen Logo:
"Das ist ist kein Thema bei uns. Juventus und Inter haben das zwar beispielweise zuletzt gemacht, aber so wie ich das verstanden haben, ist der Sinn dahinter, im Zeitalter von Social Media ein klareres Logo für eine bessere Sichtbarkeit zu haben. Das Problem haben wir nicht. Unser Logo passt da perfekt. Wir hatten in der Vergangenheit immer kleinere Änderungen, aber der Wesenskern hat sich ja nicht gross geändert. Ich bin happy mit dem Logo und ich denke die Fans auch und dann sollten wir es auch so halten."
… Kritik an seiner Person und Auswirkungen auf seine Familie:
"Das ist schon ein Thema. Meine Frau unterstützt mich da sehr und wir versuchen, mit den Kindern darüber zu reden und ihnen zu erklären, warum das so ist. Warum die Leute so emotional reagieren und dass es generell auch etwas Positives ist, weil es die Leute beschäftigt und Schalke für sie wichtig ist. Aber auch wir nehmen das zum Anlass, ihnen zu erklären, dass nicht alles das, was man im Internet liest, richtig ist.
Meine Kinder sind glücklicherweise noch nicht so alt, aber das Internet vergisst ja nicht. Und die googlen auch schon mal, viel nach Schalke, dann auch nach meinem Namen und lesen dann, was vielleicht auch geschrieben wurde vor einem oder zwei Jahren. Und da kommen schon immer mehr dann auch Nachfragen: Warum war das eigentlich so, warum ist dies und das.
Das gehört zu dem Job aber auch dazu, dass die Leute unterschiedliche Meinungen haben, die nicht immer positiv sind. Damit muss man lernen, umzugehen."
… die Implementierung des Scouting-Tools Stats Libuda:
"Das geht noch auf Peter Knebel zurück, der früh erkannt hat, dass Daten immer wichtiger werden und wir da was aufbauen müssen. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich: 'Das ist super. Erklärt mir mal, wie wir das denn genau nutzen. Was macht der Trainer oder die Scouting-Abteilung damit?' Und da war die Antwort: 'Die machen gar nichts damit.' Wir haben dann im Sommer 2024 die Strukturen geschaffen, sonst macht es keinen Sinn, dass wir hier sozusagen einen Ferrari bauen und keiner fährt ihn. So haben wir das Thema vorangetrieben. Stats Libuda ist aber nicht einfach ein KI-Tool, sondern die Stärke kommt in meinen Augen, weil wir genau wissen, was wir wollen, weil wir gesagt haben, wie soll Schalke Fussball spielen, wie soll das aussehen, was für Prinzipien haben wir und darauf aufbauend dann datengestützt gucken, dass die Rädchen ineinandergreifen. Das ist das Wichtige."
... Gründe, warum sich Fans bei der Genossenschaft beteiligen sollen:
"Der erst Punkt ist: Man investiert in eine Arena, die wirtschaftlich erfolgreich betrieben wird, Erträge erwirtschaftet und diese kommen dann auch der Genossenschaft und den Mitgliedern zugute. Das heisst, es ist keine Spende, sondern man bekommt etwas Werthaltiges, das auch Erträge in Zukunft erwirtschaftet. Der zweite Punkt ist mir aber noch wichtiger: Wenn man über den Eingang Nord das Stadion verlässt, steht dort oben: 'Weil es unser Leben ist'. Das ist für mich der entscheidende: Viele investieren ohnehin so viel Zeit in Schalke - und dann soll es doch eine coole Zeit sein. Nur wenn man es sich leisten kann, könnte jeder einen kleinen Beitrag dazu leisten - auch für die nachfolgenden Generationen."