Nach einer starken Debütsaison steckt Lennart Karl aktuell in einer schwierigen Phase. Hoeness sieht den Offensivspieler auf dem richtigen Weg, mahnt aber mehr Bodenhaftung an.
Uli Hoeness hat sich deutlich über die Entwicklung von Lennart Karl geäussert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern sieht beim 18-Jährigen weiterhin enormes Potenzial, warnt aber vor zu hohen Erwartungen und zu viel öffentlichem Lob.
"Ich habe mir vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen. Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut", sagte Hoeness der Welt am Sonntag.
Hoeness sieht Gefahr durch zu viel Lob
Nach Ansicht des langjährigen Bayern-Machers könnten die zahlreichen Lobeshymnen nach Karls Durchbruch dem Offensivtalent nicht ausschliesslich geholfen haben.
Besonders die öffentliche Wahrnehmung des Youngsters betrachtet Hoeness kritisch. "Junge Spieler brauchen auch Druck. Ich weiss nicht, ob es Lennart Karl guttut, wenn man ihn immer nur in den Arm nimmt", erklärte der 75-Jährige.
Dabei zog Hoeness auch einen Vergleich zu Michael Olise, den er für verfrüht hält. "Vergleiche mit Olise tun ihm offensichtlich nicht gut, da liegen noch Welten dazwischen", sagte Hoeness.
Durchbruch in der Vorsaison
Lennart Karl hatte in der vergangenen Saison den Durchbruch bei den Bayern-Profis geschafft. Mit neun Toren und acht Vorlagen spielte sich der Offensivspieler in den Fokus und schaffte zudem den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft.
Der steile Aufstieg wurde jedoch kurz vor der WM ausgebremst. Wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel verpasste Karl das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Seit seiner Rückkehr kämpft der Youngster um seine alte Form. In den ersten neun Pflichtspielen der laufenden Saison kam Karl lediglich auf 267 Einsatzminuten.
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