Mit ihren Rennfahrten begeistert Emily bereits Hunderttausende Fans in den sozialen Medien. Doch statt der nächsten Pokale und Podiumsplätze muss die junge Schweizerin nun eine Zwangspause einlegen. Die Entscheidung des Verbandes sorgt dabei für heftige Diskussionen.
Das Schweizer Kart-Wunderkind Emily darf vorerst keine Rennen mehr fahren.
Der Motorsportverband Auto Sport Schweiz (ASS) entzog der fünf Jahre alten Nachwuchsfahrerin die Lizenz und verhängte eine weltweite Sperre bis Ende 2027. Zusätzlich wurden der Familie eine Geldstrafe (2150 Euro) sowie Verfahrenskosten (1600 Euro) auferlegt.
Hintergrund der Sanktion ist Emilys Teilnahme an einer Veranstaltung im Mai auf dem South Garda Karting Circuit in Norditalien. Nach Ansicht des Verbandes handelte es sich dabei um ein Rennen, für das die junge Fahrerin nicht startberechtigt gewesen sei. Emily verfügte lediglich über eine sogenannte Puffo-Trainingslizenz, die ausschliesslich Trainings- und Demonstrationsfahrten erlaubt.
Eingesetztes Kart zu leistungsstark
Zudem bemängelte der Verband, dass das eingesetzte Kart nicht den technischen Vorgaben der betreffenden Nachwuchsklasse entsprochen habe. Die Disziplinarkommission sah darin ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für das Kind.
Besonders brisant: In der Urteilsbegründung wird eingeräumt, dass Emily aufgrund ihres Alters die Regelwerke kaum verstehen könne. Die Hauptverantwortung liege daher bei den Erziehungsberechtigten. Die Strafe trifft jedoch das Kind selbst, da das internationale Sportrecht laut Verband keine Sonderregelung für Minderjährige vorsieht.
Familie weist Vorwürfe zurück
Emilys Vater weist die Vorwürfe entschieden zurück. Nach seiner Darstellung sei die Familie vorab darüber informiert worden, dass für die Veranstaltung in Italien keine entsprechende Lizenz nötig gewesen sei. Zudem kritisierte er die unterschiedliche Behandlung vergleichbarer Fälle und sprach von einem "absoluten Wahnsinn".
Damit muss eines der bekanntesten Nachwuchstalente des Kartsports vorerst pausieren. Auf Instagram folgen der jungen Schweizerin inzwischen rund 280.000 Menschen, während die Diskussion über die Verhältnismässigkeit der Strafe weiter anhält
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.