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Gottéron könnte am Sonntag mehr als nur ein Spiel verloren haben

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Nirgends in der Schweiz ist die Sehnsucht nach einem ersten Meistertitel so gross wie im Freiburgerland. Nun droht dieser einmal mehr zu platzen, eine viel versprechende Ausgangslage wurde verspielt.

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Gottéron-Goalie Reto Berra ist nach der Niederlage in Davos enttäuscht © KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

Es ist wie verhext mit dieser Jagd nach einem ersten Meistertitel im hockeyverrückten Freiburg. Zum fünften Mal steht man im Playoff-Final, dazu belegte man vor Einführung der Playoffs 1983 ebenfalls den 2. Platz - sechs Punkte hinter dem EHC Biel. Und einmal mehr sieht man seine Felle davonschwimmen.

Vieles sprach dafür, dass es diesmal klappen könnte. In den ersten fünf Finalspielen war man dem favorisierten Qualifikationssieger Davos ebenbürtig. Zweimal gelang auswärts das Break, doch beide Male konnte man den Vorteil zuhause nicht bestätigen. Vor dem eigenen Anhang im Hexenkessel zu St-Léonard versagten die Nerven. Nur ein Goal (1:3 und 0:1) war die viel zu magere Ausbeute.

Dennoch hätte man sich am Sonntagabend in Davos zwei Matchpucks sichern können, gab den Sieg aber geradezu fahrlässig aus den Händen. In einem überragenden ersten Drittel führte Fribourg völlig verdient 3:0, liess aber 30 Sekunden vor der ersten Pause noch einen Gegentreffer zu. Einen von grosser Bedeutung, wie die Davoser Enzo Corvi und Simon Knak, aber auch der Freiburger Cheftrainer Roger Rönnberg unisono bekräftigen. "Das 3:1 hat ihnen Energie gegeben", bedauert der 54-jährige Schwede.

Im Mitteldrittel fällt sein Team phasenweise komplett auseinander, kann aber nach dem 3:4 immerhin noch einmal reagieren. Am Ende gewinnen dennoch die Davoser 5:4 nach Verlängerung, und das entscheidende Tor ist dabei ebenfalls ärgerlich. Nathan Marchon wandert auf die Strafbank, weil er im eigenen Drittel den Puck ziemlich unbedrängt über das Plexiglas spediert. Adam Tambellini nutzt die Überzahl entschlossen zum Siegtreffer.

Bis ins Jahr 1995 muss man zurückblättern, um einen Final zu finden, in dem ein Team nach einem Dreitore-Vorsprung noch verlor. Da machte Kloten gegen Zug aus einem 0:3 ein 4:3 und feierte seinen dritten von letztlich vier Meistertiteln in Serie.

Nun steht Gottéron mit dem Rücken zur Wand. Zunächst muss man am Dienstag endlich einmal zuhause gewinnen, danach in einer allfälligen Finalissima am Donnerstag in Davos, um den Traum vom ersten Titel nicht platzen zu lassen. Wie soll das gehen, nachdem man zuhause in den ersten beiden Spielen zu angespannt war?

Im Hockey spricht man von "soften" (weichen) Händen, die es braucht, um erfolgreich zu skoren. Die fehlten den Freiburgern vor den eigenen Fans, denen man unbedingt diesen ersten Triumph schenken will, komplett. Vielleicht fällt diese Verkrampfung nun ab, da man nichts mehr zu verlieren hat.

"Es hat sich nichts verändert", betonen Rönnberg und der am Sonntag mit zwei Treffern herausragende Lucas Wallmark. "Es braucht vier Siege", meint der Coach und lächelt. "Es ist noch nie jemand mit zwei Siegen Meister geworden. Ich mag die Ausgangslage mit unserem Heimspiel."

Weniger Freude dürfte Rönnberg haben, dass ein Ausfall seines Landsmannes Marcus Sörensen droht, der zuletzt nach seiner dreimonatigen Verletzungspause immer besser in Fahrt kam. Der Schwede verliess das Eis am Sonntag kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht. Sein Fehlen würde die ohnehin schon schwierige Ausgangslage weiter verkomplizieren. Trotz aller Durchhalteparolen: Die Niederlage vom Sonntag könnte schwerer wiegen als einfach ein verlorenes Spiel.

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