Beim FC Bayern denkt man trotz des grossen sportlichen Erfolgs bereits an die Zukunft - zumindest in der Theorie. Ehrenpräsident Uli Hoeness hat nun öffentlich einen möglichen Trainerkandidaten für die Zeit nach Vincent Kompany ins Spiel gebracht: seinen Neffen Sebastian Hoeness.
"Er kommt mindestens mal in Frage", sagte Uli Hoeness bei DAZN mit Blick auf den aktuellen Trainer des VfB Stuttgart. Eine konkrete Planung für einen Wechsel an der Seitenlinie gibt es zwar nicht, doch die Aussage zeigt: Sebastian Hoeness hat sich mit seinem Erfolg beim VfB Stuttgart auch beim FC Bayern nachhaltig ins Blickfeld gespielt.
Hoeness schwärmt von Kompany
Gleichzeitig stellte Hoeness unmissverständlich klar, wie sehr er die aktuelle Arbeit von Vincent Kompany schätzt. Ein vorzeitiger Abschied ist für ihn kein Thema.
"Er kann von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hierbleiben", betonte Hoeness und fand deutliche Worte für die Entwicklung der Münchner unter dem Belgier. Der Ehrenpräsident sieht den aktuellen Höhenflug klar im Trainer begründet. Kompany habe "alle Spieler besser gemacht" und massgeblich dazu beigetragen, dass aus vielen Einzelkönnern eine funktionierende Einheit entstanden ist.
"Dieses besondere Gefühl, diese Entwicklung, schreibe ich ganz klar unserem Trainer zu", sagte Hoeness. Aus einer Gruppe von "15, 16 oder 18 sehr guten Einzelspielern" sei ein "homogenes Team" geworden.
Hoeness über Hoeness: "Vor dem ziehe ich wirklich den Hut"
Zugleich lässt Hoeness keinen Zweifel daran, dass er die Arbeit seines Neffen beim VfB Stuttgart ebenfalls aussergewöhnlich hoch einschätzt.
"Vor dem ziehe ich wirklich den Hut", erklärte der 74-Jährige. Besonders beeindruckt zeigt er sich von der Konstanz, mit der Sebastian Hoeness seinen Weg geht - trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Der Trainer habe Stuttgart in einer kritischen Phase übernommen, im Abstiegskampf Verantwortung getragen und den Klub stabilisiert. Gleichzeitig musste er immer wieder Abgänge von Leistungsträgern kompensieren.
Dennoch habe er sich immer wieder neu angepasst und erfolgreich weitergearbeitet. "Er schüttelt sich, macht weiter und kommt immer wieder zurück", lobte Hoeness. Die Anerkennung geht sogar so weit, dass er ihn direkt hinter Kompany einordnet: "Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den grössten Respekt."
Bayern-Vergangenheit und Titel mit Stuttgart
Dabei bringt Sebastian Hoeness nicht nur familiäre Nähe zum Rekordmeister mit, sondern auch eine klare Bayern-Vergangenheit. Der 43-Jährige war bereits im Nachwuchsbereich tätig und trainierte sowohl die U19 als auch die zweite Mannschaft der Münchner.
Über Stationen bei der TSG Hoffenheim führte ihn sein Weg im April 2023 zum VfB Stuttgart. Dort feierte er jüngst einen grossen Erfolg: 2025 gewann er mit den Schwaben den DFB-Pokal.
Am 23. Mai kommt es zu einem besonderen Duell: Im Finale in Berlin trifft Titelverteidiger Stuttgart auf den FC Bayern.