Infantino-Berater tritt zurück, Betriebsdirektor mit Vorwürfen
Sein Investorenplan fliegt Gianni Infantino innerhalb kürzester Zeit um die Ohren. Ein Berater aus dem inneren FIFA-Kreis tritt aus Protest zurück, auch der Betriebsdirektor meldet sich zu Wort.
Im weltweiten Streit um seine Investorenpläne hat FIFA-Präsident Gianni Infantino Berichten zufolge einen engen Vertrauten verloren. Der hochrangige FIFA-Berater Carlos Cordeiro trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück, wie die Nachrichtenagentur AP und der Sender Sky News unter Verweis auf eine Stellungnahme meldeten. Cordeiro vertrat den Weltverband zuletzt in der Task Force des Weissen Hauses zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.
"Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fussball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht", schrieb der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die FIFA arbeitet. Er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein und diese entschieden abzulehnen.
"Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fussball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports", schrieb Cordeiro.
Nach Cordeiro hat ein weiterer hochrangiger FIFA-Mitarbeiter wegen der Investorenpläne schwere Vorwürfe gegen Infantino erhoben. Betriebsdirektor Kevin Lamour warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Sie hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hiess es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt.
"Es ist das Projekt einer Person", schrieb Lamour und forderte indirekt Konsequenzen. "Nicht nur darf dieses Projekt nicht weitergehen. Aber die Zeit ist nun gekommen, dass sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen."
Lamour erklärte zwar nicht den Rücktritt von seinem Amt, das er seit dem 1. November 2024 ausübt, und begründete dies mit der Verpflichtung gegenüber seinen Kollegen. Der Franzose, der auch Schweizer Staatsbürger ist, stellte aber klar: "Falls das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann ist es so. Ich werde diesen Entscheid verstehen und respektieren. Zumindest werde ich nachts ruhig schlafen."